Die Wünsche Des Steinhauers
by Unknown · from Japanische Märchen
Adapted Version
Once there was a stonemason. He worked by a big mountain. He was happy with his work. A spirit lived near. People said the spirit granted wishes.
One day, he saw a rich man. The rich man had a big house. He had many nice things. The rich man did not work hard. The Stonemason wanted to be rich.
"Your wish is true!" a voice said. His small house changed. It became a big, fine house. He was rich now. He had good things.
The rich life was boring. He sat in his big house. He saw a prince. Servants carried the prince. Everyone bowed to the prince. The Stonemason wanted to be a prince.
The deep voice spoke. "You are a prince!" He was a prince. Everyone bowed to him. He liked this very much.
The prince felt very hot. The sun was hot. The sun was very strong. It shone on everyone. The Stonemason wanted to be the sun.
The deep voice spoke. "You are the sun!" He was the sun. He shone very bright. He made the earth warm. Then a cloud came. The cloud blocked his light. He was not happy.
The Stonemason wanted to be the cloud. The deep voice spoke. "You are the cloud!" He was a cloud. He made much rain. The rain fell down.
The cloud made more rain. The rain hit a big rock. The rock did not move. The cloud tried very hard. The rock stayed still. The cloud was sad.
The Stonemason wanted to be the rock. The deep voice spoke. "You are the rock!" He was a rock. He stood very still.
The rock was very strong. No sun, no rain moved it. Then a small stonemason came. He had a hammer. He chipped the rock. Chip, chip, chip.
The rock saw the small stonemason. The small stonemason was strong. He broke pieces of the rock. The Stonemason wanted to be himself. He wanted to be the stonemason again.
The deep voice spoke. "You are the stonemason!" He was stonemason again. He worked by the big mountain. He was happy. He liked his simple life. The Stonemason was happy. He learned a good lesson. His own life was the best life. Be happy with what you have.
Original Story
Die Wünsche des Steinhauers.
s lebte einmal ein Steinhauer, der mußte sich im Schweiße seines Angesichts plagen; denn sein Handwerk war ein schweres. Doch da seine Arbeiten immer gut waren, so verdiente er so viel, daß er ohne Sorgen und zufrieden leben konnte.
Seine Arbeitsstätte war am Fuße eines hohen Felsens, von dem er Steine losschlug und sie bearbeitete, entweder zu Grabsteinen, zu Türschwellen oder zu irgendwelchen andern Zwecken. Bei diesem Felsen nun hauste ein alter Berggeist, der, wie die Leute erzählten, die Wünsche derjenigen, denen er wohlwollte, erfüllte. Eines Tages hatte der Steinhauer einen großen Gartenstein bei einem reichen Bürger abgeliefert und gesehen, wie wohl der es sich sein lassen könne. Als er an seiner Arbeitsstätte schweißtriefend wieder angekommen war und den Schlegel ergriffen hatte, um seine Arbeit fortzusetzen, da erinnerte er sich des reichen Mannes, der geschützt und wohllebend, daheim sitzen konnte und sich nicht so schwer zu bemühen brauchte wie er, der Steinhauer. „Ach,“ seufzte er, „wer es doch auch so gut haben könnte!“
„Dein Wunsch sei dir erfüllt! Gehe heim!“ erschallte plötzlich eine dumpfe Stimme, die aus der Höhe zu kommen schien.
Der Steinhauer war sehr verwundert, legte dem aber keine Bedeutung bei, sondern setzte seine Arbeit ruhig fort. Er hatte wohl von jenem Gerede gehört, wonach hier ein Geist hause, der Wünsche erfülle, doch glaubte er nicht daran, sondern war der Meinung, daß ihn irgend ein Schalk, der seine Stoßseufzer gehört habe, äffen wolle.
Während der Arbeit ließen ihm die Gedanken keine Ruhe und da ein besonders heißer Tag war, so machte er früher als sonst Feierabend, lud sein Handwerkzeug auf und ging heim. Wie erstaunte er aber, als er bei seiner Hütte ankam! Diese war verschwunden; an ihrer Stelle stand ein gar stattliches Haus, mit allem eingerichtet, was zu einem sorgenlosen, behaglichen Wohlleben nötig war.
Nun sah er, daß tatsächlich beim Felsen ein guter Geist wohnen müsse, der seinen Wunsch gehört und erfüllt habe.
Sehr erfreut und ganz glücklich warf er sein Handwerkzeug beiseite und ging in das Haus. Ein gutes Essen stand bereit, ebenso war ein warmes Bad vorbereitet, auch fehlten nicht gute Kleider und weiche Polster.
Sein Wunsch war nun erfüllt und er gab sich ganz dem guten Leben hin, das er sich gewünscht hatte. Bald kam ihm sein früherer Beruf als ein böser Traum vor und er wunderte sich oft, wie er hatte so lange zufrieden sein können.
Aber wie es so geht und wie ein Sprichwort sagt: „Auf einen Wunsch folgen mehrere“ oder „wer Macht hat, will größere Macht“, so ging es auch dem Steinhauer.
Einmal saß er an einem heißen Sommertage, sich fächelnd, auf der Veranda seines Hauses, als in einer Sänfte ein Fürst vorübergetragen wurde; eine Anzahl Diener schritt rechts und links von der Sänfte; sie trugen große, prachtvolle Fächer, mit denen sie dem Fürsten Kühlung zufächelten. Ein großes Gefolge begleitete ihn und alle Menschen warfen sich zu Boden und grüßten in dieser Weise den Fürsten.
Da ward der Steinhauer mißmutig und sagte: „Ja, der Fürst hat es gut, der braucht nicht zu Fuß zu gehen, braucht sich nicht eigenhändig Kühlung zuzufächeln und alle Welt verneigt sich vor ihm. Wenn es ginge, möchte ich auch so ein Fürst sein!“
Kaum hatte er dies gesagt, da ertönte wieder die Stimme: „Du hast es gewünscht, drum sei es!“
Jetzt war er ein Fürst. Verschwunden war das schöne Häuschen, dafür stand ein herrlicher Palast an der Stelle; zahlreiche Diener liefen hin und her und kamen jedem seiner Befehle nach. Er wurde in einer Sänfte umhergetragen, Diener in kostbarer Kleidung fächelten ihm Kühlung zu und alle Welt verneigte sich vor ihm. Anfänglich machte ihm diese neue Veränderung viel Vergnügen, bald aber ward er des ewigen Einerleis überdrüssig und dachte darüber nach, wie er noch besseres ersinnen könnte. Und als er sah, wie die Sonne so glühend brannte, wie ihre Strahlen Leben spendeten, zugleich aber auch Feld und Flur verbrannten, ja ihn selbst nicht schonten, sondern sein Gesicht trotz Sänfte, Schirmen und Fächern bräunte, da glaubte er, daß die Sonne das allgewaltigste Ding sei, dem nichts unerreichbar wäre, und so rief er aus: „Wenn’s möglich wäre, möchte ich die Sonne sein!“
„Du sollst sie sein!“ rief die Stimme und sogleich stand unser Steinhauer oben am Himmel als Sonne und schleuderte mit dem größten Vergnügen seine Strahlen nach allen Seiten, verbrannte das Gras auf den Wiesen, die Ernte auf den Feldern, ja zündete sogar Wälder an. Kurz, er trieb im Übermute seiner Macht allerhand Allotria wie ein Kind mit einem neuen Spielzeug. Wie dieses aber bald des Spieles überdrüssig wird, so auch der Steinhauer und als sich ihm eine Wolke in den Weg stellte und seinem Treiben Einhalt gebot, indem sie verhinderte, daß die Strahlen die Erde trafen, da wurde er bitterböse und schrie:
„Was, die winzige Wolke hindert mich an meinem Spiel? Dann ist sie ja mächtiger als ich, die Sonne. Da möchte ich denn doch lieber die Wolke sein!“
„Es sei!“ hörte er die Stimme zu sich herauftönen.
Jetzt schwebte er als Wolke zwischen Erde und Sonne und freute sich der Sonne einen Schabernack spielen zu können, indem er ihre Strahlen auffing. Jetzt sah er auch, wie infolge des Schattens, den er auf die überhitzte Erde warf, alles zu grünen und blühen begann. Dazu gehört auch Wasser, dachte er, und öffnete seine Schleusen. Hei, wie das prasselte und plätscherte! Er freute sich königlich über das Treiben auf der Erde, wie die Menschen rannten und sich zu schützen suchten, wie die Vöglein sich verbargen und wie die Bäume sich beugten unter der Last des prasselnden Regens. Und immer mehr ließ er es regnen, nicht mehr in kleinen Tropfen, nein, in zerschmetternden Güssen, so daß die Bäche und Flüsse die Wassermenge nicht zu fassen vermochten und über die Ufer traten. Alles Land wurde überschwemmt, Bäume entwurzelt, Dämme fortgerissen und von den Bergen stürzten die Wasser in donnernden Kaskaden hernieder, alles sich ihnen in den Weg Stellende mit sich reißend. Nur ein einsamer Fels stand ruhig und fest, ihm vermochte das rasende Ungewitter nichts anzuhaben; stolz ragte sein Haupt bis nahe zur Wolke empor und die Steinhauer-Wolke glaubte sogar ein spöttisches Lachen zu hören. Das ergrimmte ihn noch mehr und in äußerster Wut sandte er einige Blitze auf den Felsen und goß über ihn den Rest seines Wassers aus. Aber es half alles nichts; der Fels wankte und wich nicht und endlich mußte die Wolke erschöpft ihr Wüten einstellen.
„So will ich denn ein Felsen sein!“ lautete nun sein Wunsch und wieder rief ihm die Stimme Erfüllung zu.
Jetzt war er der Fels, stand stolz und selbstbewußt da und freute sich seiner unbegrenzten Macht. Nicht die Strahlen der Sonne, nicht der strömende Regen konnten ihm etwas anhaben. Jetzt glaubte der Steinhauer sein Ziel erreicht zu haben und der Mächtigste dieser Erde zu sein; denn niemand vermochte ihm Schaden zuzufügen oder ihn von seiner Stelle zu bewegen.
Niemand!
Wirklich niemand?
Die Freude währte nicht lange; eines Morgens hörte er an seinem Fuße hämmern und kratzen und als er hinunterschaute, da sah er ein winziges Menschenkind mit Keil und Hammer bewaffnet, Stück für Stück vom Felsen losschlagen.
„Wenn das so weiter geht“, brummte er, „bleibt ja nichts von mir übrig. Sollte man es für möglich halten? Was alle wütenden Elemente nicht vermögen, das tut so ein kleiner Knirps von einem Menschen. Das darf nicht sein, da will ich lieber dieser Mensch sein.“
„So sei, was du vordem warst!“ ertönte die Stimme des Berggeistes.
Und der Fels wurde wieder zum Steinhauer, der vom frühen Morgen bis zum späten Abend mühsam die Steine aus dem Felsen brach und zufrieden und glücklich war mit dem, was er hatte.
Er war von seinen Wünschen geheilt und hatte einsehen gelernt, daß in jedem Stande und in jedem Berufe etwas zu wünschen übrig bleibt, weil es auf dieser Erde nichts Vollkommenes gibt.
Japanischer Glücksgott.
Story DNA
Moral
True contentment comes from accepting one's place and appreciating what one has, as there is always someone or something more powerful or less burdened.
Plot Summary
A contented stonemason, working near a wish-granting mountain spirit, envies a rich man and wishes to be him. His wish is granted, but he soon desires to be a prince, then the sun, then a cloud, and finally a mighty rock, always finding something more powerful or less burdened. As the rock, he discovers a small stonemason chipping away at him, realizing that even the most powerful entity has its vulnerabilities. He then wishes to be the stonemason again, returning to his original life with newfound wisdom and true contentment.
Themes
Emotional Arc
initial contentment to restless desire to ultimate contentment
Writing Style
Narrative Elements
Cultural Context
This tale, while not attributed to a specific author in the prompt, shares similarities with traditional German folk tales and parables, often emphasizing moral lessons through transformation.
Plot Beats (13)
- A diligent stonemason works contentedly at the base of a mountain, near a spirit rumored to grant wishes.
- After delivering a stone to a rich man, the stonemason envies his easy life and wishes to be rich.
- The mountain spirit grants his wish, transforming his hut into a grand house and providing him with a life of luxury.
- The stonemason, now rich, grows bored and, seeing a prince carried in a palanquin, wishes to be a prince.
- His wish is granted, and he becomes a prince, enjoying the deference of others.
- As a prince, he finds the sun's heat unbearable and, believing the sun to be more powerful, wishes to become the sun.
- He transforms into the sun, reveling in his power to scorch the earth, but is frustrated when a cloud blocks his rays.
- He wishes to be the cloud, becoming a powerful storm cloud that brings life-giving rain but also destructive floods.
- He attempts to destroy a mighty rock with his rain and lightning, but the rock remains unmoved, making him feel inferior.
- He wishes to become the rock, believing it to be the most powerful and unyielding entity.
- As the rock, he feels invincible until he hears chipping at his base and sees a small stonemason breaking off pieces of him.
- Realizing that even the mighty rock is vulnerable to the stonemason, he wishes to be the stonemason again.
- He is transformed back into his original self, content and happy with his simple life, having learned the lesson of true satisfaction.
Characters
Der Steinhauer
A man of average height and sturdy, muscular build, honed by years of physical labor. His skin is tanned and weathered from constant exposure to the sun and elements, with calloused hands. He is often seen sweating profusely from his strenuous work.
Attire: Simple, durable peasant clothing typical of 19th-century Central Europe: a coarse linen or wool shirt, sturdy trousers, and heavy leather boots. His clothes are often dusty and stained from his work.
Wants: To find ultimate power and freedom from hardship, believing that greater status will bring greater happiness and ease.
Flaw: Envy and insatiable desire for more power and status, leading him to constantly seek what he perceives as a 'better' existence, rather than appreciating what he has.
Transforms from a content stonemason into a rich man, then a prince, then the sun, a cloud, and finally a mountain, each time seeking greater power. He ultimately realizes the futility of his desires and returns to his original state, finding contentment in his humble life.
Initially content and hardworking, he becomes envious, restless, and increasingly ambitious. He is easily swayed by perceived power and prone to overindulgence when given authority, but ultimately learns humility and contentment.
Der Berggeist
Invisible, but his presence is felt as a 'dumpfe Stimme' (dull, deep voice) emanating from the high rock. He is ancient and powerful, dwelling within the mountain.
Attire: Not applicable, as he is unseen.
Wants: To fulfill the wishes of those he favors, possibly to teach them lessons about desire and contentment.
Flaw: None apparent; he seems to be an omnipotent force within his domain.
Remains a constant, unchanging force throughout the story, serving as the catalyst for the protagonist's journey and ultimate lesson.
Benevolent yet detached, he grants wishes without judgment, allowing the Steinhauer to learn through experience. He is patient and wise, acting as a cosmic teacher.
Der Reiche Bürger
A well-fed man, likely of comfortable build, indicating a life free from manual labor. His skin is probably fair, unweathered by sun or toil.
Attire: Elegant, well-tailored clothing of fine fabrics, such as a velvet waistcoat, a silk cravat, and a frock coat, typical of a wealthy 19th-century German citizen. His attire would be clean and unblemished.
Wants: To live a comfortable and worry-free life.
Flaw: None explicitly shown, as he is only observed.
Remains a static figure, representing the initial object of the Steinhauer's envy.
Content and enjoying his wealth, he serves as a symbol of the life the Steinhauer initially desires.
Der Fürst
A man of regal bearing, likely well-groomed and unburdened by physical labor. His appearance would convey authority and luxury.
Attire: Opulent, richly embroidered robes made of silk or brocade, possibly in deep jewel tones, with gold accents. He would wear a jeweled turban or crown, and fine leather slippers. His clothing would be indicative of a powerful ruler from a historical European or Middle Eastern context, given the mention of a 'Sänfte' (sedan chair) and fanning servants.
Wants: To maintain his position of power and enjoy the privileges of his rank.
Flaw: None explicitly shown, as he is only observed.
Remains a static figure, representing the next level of perceived power and luxury that the Steinhauer desires.
Enjoys his power and the deference shown to him, but is ultimately just another step in the Steinhauer's quest for ultimate power.
Das winzige Menschenkind
A small, ordinary human, perhaps of average height and build, but appearing 'tiny' in comparison to the mountain. Their strength is derived from their tools and persistence, not brute force.
Attire: Simple, functional clothing suitable for manual labor, similar to the Steinhauer's initial attire: a plain shirt, trousers, and sturdy shoes, possibly dusty.
Wants: To break stones from the mountain for their livelihood or purpose.
Flaw: None apparent, as their small size is overcome by their tools and determination.
Remains a static figure, representing the final, unexpected challenge to the Steinhauer's perceived ultimate power as a mountain, leading to his final transformation and lesson.
Persistent, diligent, and effective, representing the quiet power of human labor and ingenuity over seemingly insurmountable natural forces.
Locations
Foot of the High Rock
A rugged, exposed area at the base of a towering, ancient rock formation. The ground is likely strewn with stone fragments and dust from the stonecutter's work. The rock itself is imposing and seems to house a mysterious spirit.
Mood: Laborious, initially mundane, later becomes a place of magical transformation and reflection.
The stonecutter's original workplace, where he makes his first wish and where the Berggeist resides. It's also where he returns at the end.
The Stonecutter's Transformed Home
Initially a humble hut, it transforms into a stately, comfortable house. It is well-furnished with everything needed for a carefree, pleasant life, including good food, a warm bath, fine clothes, and soft cushions. Later, it transforms into a magnificent palace.
Mood: Comfortable, luxurious, initially joyful, then becomes a source of boredom and new desires.
The stonecutter experiences his first wish fulfillment as a rich man, then as a prince, leading to his subsequent desires for greater power.