Der Goldene Rehbock

by Unknown · from Märchen-Sammlung

fairy tale adventure hopeful Ages 8-14 1055 words 5 min read

Adapted Version

CEFR A1 Age 5 372 words 2 min Canon 100/100

Once upon a time, there were two children, Margarete and Hans. They had no home and no food. They walked and walked, looking for help.

They came to a small house. A Mean Woman lived there. She let them in. She said her husband was a Mean Giant. He liked special food. He hurt children. The children felt scared. It was dark outside.

The Mean Woman hid them. They went into a big barrel. They heard the Mean Giant. He was very loud. He wanted tasty food. He did not get it. He left the house.

Next day, the Mean Woman spoke. "Clean eleven rooms," she said. "Do not open the twelfth room. Never open it!" The children worked hard.

Margarete was curious. She looked through a hole. She saw a golden wagon. A Golden Deer pulled it. Margarete told Hans. They took the wagon. They rescued the Golden Deer.

They drove away fast. The mean people came. Margarete said a magic word. They changed into a rose bush. Margarete was a rose. Hans was thorns. The mean people did not see them.

They changed back. They drove on. An oven gave them bread. A tree gave them pears. A vine gave them grapes. The golden wagon helped them.

The mean people went home. The golden wagon was gone. They were very angry. They took it long ago. They took it from someone else.

The mean people ran after them. They wanted the wagon back. They wanted to catch the children. They ran very fast.

The children came to a pond. It was big water. No bridge was there. Many ducks swam on it.

Margarete spoke a magic word. The ducks came close. They made a bridge. The children crossed the water.

The mean people came there. They saw the ducks. "Make a bridge for us!" they yelled.

The ducks took them. They went to deep water. The ducks swam away. The mean people could not get back. They floated away. They were never seen again.

Hans and Margarete were rich. They shared their food. They helped poor people. Margarete and Hans were kind and clever. They always helped each other. Good things happened to them. The mean people did not win.

Original Story 1055 words · 5 min read

Der goldene Rehbock.

s waren einmal zwei arme Geschwister, ein Knabe und ein Mädchen; das Mädchen hieß Margarete, der Knabe hieß Hans. Ihre Eltern waren gestorben, hatten ihnen auch gar kein Eigentum hinterlassen, daher sie ausgehen mußten, um durch Betteln sich fortzubringen. Zur Arbeit waren beide noch zu schwach und klein; denn Hänschen zählte erst zwölf Jahre und Gretchen war noch jünger. Des Abends gingen sie vors erste beste Haus, klopften an und baten um ein Nachtquartier, und vielmals waren sie schon von guten, mildtätigen Menschen aufgenommen, gespeiset und getränket worden; auch hatte mancher und manche Barmherzige ihnen ein Kleidungsstückchen zugeworfen.

So kamen sie einmal des Abends vor ein Häuschen, welches einzeln stand; da klopften sie ans Fenster, und als gleich darauf eine alte Frau heraussah, fragten sie diese, ob sie hier über Nacht bleiben durften. Die Antwort war: „Meinetwegen, kommt nur herein!“ Aber wie sie eintraten, sprach die Frau: „Ich will euch wohl über Nacht behalten; aber wenn es mein Mann gewahr wird, so seid ihr verloren, denn er ißt gern einen jungen Menschenbraten, daher er alle Kinder schlachtet, die ihm vor die Hand kommen!“ Da wurde den Kindern sehr angst; doch konnten sie nunmehr nicht weiter, es war schon ganz dunkle Nacht geworden. So ließen sie sich gutwillig von der Frau in ein Faß verstecken und verhielten sich ruhig. Einschlafen konnten sie aber lange nicht, zumal, da sie nach einer Stunde die schweren Tritte eines Mannes vernahmen, der wahrscheinlich der Menschenfresser war. Des wurden sie bald gewiß, den jetzt fing er an, mit brüllender Stimme auf seine Frau zu zanken, daß sie keinen Menschenbraten für ihn zugerichtet. Am Morgen verließ er das Haus wieder und tappte so laut, daß die Kinder, die endlich doch eingeschlafen waren, darüber erwachten.

Als sie von der Frau etwas zu frühstücken bekommen hatten, sagte diese: „Ihr Kinder müßt nun auch etwas tun! Da habt ihr zwei Besen, geht oben hinauf und kehrt mir meine Stuben aus; deren sind zwölf, aber ihr kehret davon nur elf, die zwölfte dürft ihr ums Himmels willen nicht aufmachen. Ich will derzeit einen Ausgang tun. Seid fleißig, daß ihr fertig seid, wenn ich wieder komme!“ Die Kinder kehrten sehr emsig, und bald waren sie fertig. Nun mochte Gretchen doch gar zu gerne wissen, was in der zwölften Stube wäre, das sie nicht sehen sollten, weil ihnen verboten war, die Stube zu öffnen. Sie guckte ein wenig durchs Schlüsselloch und sah da einen herrlichen kleinen goldenen Wagen, mit einem goldenen Rehbock bespannt. Geschwind rief sie Hänschen herbei, daß er auch hineingucken sollte. Und als sie sich erst tüchtig umgesehen, ob die Frau nicht heimkehre, und da von dieser nichts zu sehen war, schlossen sie schnell die Türe auf, zogen den Wagen samt dem Rehbock heraus, setzten sich drunten hinein in den Wagen und fuhren auf und davon. Aber nicht lange, so sahen sie von weitem die alte Frau und auch den Menschenfresser ihnen entgegenkommen, gerade des Weg’s, den sie mit dem geraubten Wagen eingeschlagen hatten. Hänslein sprach: „Ach, Schwester, was machen wir? Wenn uns die beiden Alten entdecken, sind wir verloren.“ „Still!“ sprach Gretchen, „ich weiß ein kräftiges Zaubersprüchlein, welches ich noch von unsrer Großmutter gelernt habe:

und alsbald waren sie in einen Rosenstrauch verwandelt. Gretchen wurde zur Rose, Hänslein zu Dornen, der Rehbock zum Stiele, der Wagen zu Blättern.

Nun kamen beide, der Menschenfresser und seine Frau, dahergegangen, und letztere wollte sich die schöne Rose abbrechen; aber sie stach sich so sehr, daß ihre Finger bluteten und sie ärgerlich davonging. Wie die Alten fort waren, machten sich die Kinder eilig auf und fuhren weiter und kamen bald an einen Backofen, der voll Brot stand. Da hörten sie aus demselben eine hohle Stimme rufen: „Rückt mir mein Brot, rückt mir mein Brot!“ Schnell rückte Gretchen das Brot und tat es in ihren Wagen, worauf sie weiterfuhren. Da kamen sie an einen großen Birnbaum, der voll reifer, schöner Früchte hing. Aus diesem tönte es wieder: „Schüttelt mir meine Birnen, schüttelt mir meine Birnen!“ Gretchen schüttelte sogleich, und Hänschen half gar fleißig auflesen und die Birnen in den goldenen Wagen schütten. Und weiter kamen sie an einen Weinstock, der rief mit angenehmer Stimme: „Pflückt mir meine Trauben, pflückt mir meine Trauben!“ Gretchen pflückte auch diese und packte sie in ihren Wagen.

Unterdessen aber waren der Menschenfresser und seine Frau daheim angelangt und hatten mit Ingrimm wahrgenommen, daß die Kinder den goldenen Wagen samt dem Rehbock entführt, gerade wie sie selbst vor langen Jahren Wagen und Rehbock gestohlen und noch dazu bei dem Diebstahl einen Mord begangen, nämlich den rechtmäßigen Eigentümer erschlagen hatten. Der mit dem Rehbock bespannte Wagen war nicht nur an und für sich von großem Wert, sondern er besaß auch noch die vortreffliche Eigenschaft, daß, wo er hinkam, von allen Seiten Gaben gespendet wurden, von Baum und Beerstrauch, von Backofen und Weinstock. So hatten denn die Leute, der Menschenfresser und seine Frau, lange Jahre den Wagen auf unrechtmäßige Weise besessen, hatten sich gute Eßwaren spenden lassen und dabei herrlich und in Freuden gelebt. Da sie nun sahen, daß sie ihres Wagens beraubt waren, machten sie sich flugs auf, den Kindern nachzueilen und ihnen die köstliche Beute wieder abzujagen. Dabei wässerte dem Menschenfresser schon der Mund nach Menschenbraten; denn die Kinder wollte er sogleich fangen und schlachten. Mit weiten Schritten eilten die beiden Alten den Flüchtlingen nach und wurden derselben bald von ferne ansichtig.

Die Kinder kamen jetzt an einen großen Teich und konnten nicht weiter, auch war weder eine Fähre noch eine Brücke da, daß sie hinüber hätten flüchten können. Nur viele Enten waren darauf zu sehen, die lustig umherschwammen. Gretchen lockte sie ans Ufer, warf ihnen Futter hin und sprach:

Da schwammen die Enten einträchtiglich zusammen, bildeten eine Brücke, und die Kinder samt Rehbock und Wagen kamen glücklich ans Ufer. Aber flugs hinterdrein kam auch der Menschenfresser und brummte mit häßlicher Stimme:

Schnell schwammen die Entchen zusammen und trugen die beiden Alten hinüber — meint ihr? Nein! in der Mitte des Teiches, wo das Wasser am tiefsten war, schwammen die Entchen auseinander, und der böse Menschenfresser nebst seiner Frau plumpten in die Tiefe und kamen um. Hänschen und Gretchen wurden sehr wohlhabende Leute, aber sie spendeten auch von ihrem Segen den Armen viel Gutes, weil sie immer daran dachten, wie bitter es gewesen, da sie noch arm waren und betteln gehen mußten.


Story DNA

Moral

Those who are kind and resourceful will be rewarded, while the wicked will face their just desserts.

Plot Summary

Two orphaned siblings, Margarete and Hans, seek shelter with an old woman whose husband is a cannibal. They discover and steal a magical golden carriage and buck, narrowly escaping the pursuing cannibals by transforming into a rose bush. The carriage magically gathers food as they travel, while the cannibals reveal their own past crime of stealing the carriage and murdering its owner. At a pond, Margarete uses a spell to make ducks form a bridge for them, but then causes the ducks to abandon the cannibals mid-crossing, leading to their demise. The children become wealthy and share their good fortune with others.

Themes

resourcefulnesskindnessjusticegreed

Emotional Arc

fear to triumph

Writing Style

Voice: third person omniscient
Pacing: brisk
Descriptive: moderate
Techniques: magical transformation, rhyming spells

Narrative Elements

Conflict: person vs person
Ending: moral justice
Magic: talking animals (ducks), magical transformation (children to rose bush), enchanted objects (golden carriage and buck), talking oven, pear tree, grapevine, magic spells
the golden rehbock/carriage (symbol of fortune, both stolen and earned)the rose bush (symbol of temporary refuge and transformation)

Cultural Context

Origin: German
Era: timeless fairy tale

This tale reflects common European folklore motifs of vulnerable children, dangerous figures, and magical escapes, often emphasizing moral lessons about kindness and the downfall of evil.

Plot Beats (14)

  1. Margarete and Hans, two poor orphaned siblings, beg for food and shelter.
  2. They find shelter with an old woman who warns them her husband is a cannibal.
  3. The old woman hides them in a barrel, and they hear the cannibalistic husband complain about not having human meat.
  4. The next morning, the old woman instructs them to clean eleven of twelve rooms, strictly forbidding them from opening the twelfth.
  5. Margarete peeks into the forbidden room, sees a golden carriage with a golden buck, and convinces Hans to help her steal it.
  6. As they flee, they spot the cannibals approaching and use a magic spell to transform into a rose bush, evading capture.
  7. After the cannibals pass, they transform back and continue their journey, collecting bread from a talking oven, pears from a talking tree, and grapes from a talking vine, all facilitated by the golden carriage.
  8. The cannibals return home, realize the carriage is stolen, and reveal they themselves stole it years ago after murdering its rightful owner.
  9. The cannibals pursue the children, eager to reclaim the carriage and eat them.
  10. The children arrive at a large pond with no bridge or ferry, but many ducks.
  11. Margarete uses a magic spell to make the ducks form a bridge for them to cross.
  12. The cannibals arrive and demand the ducks form a bridge for them too.
  13. The ducks carry the cannibals to the deepest part of the pond and then scatter, causing the cannibals to drown.
  14. Hans and Margarete become wealthy due to the carriage's magic and live well, sharing their abundance with the poor.

Characters

👤

Margarete (Gretchen)

human child female

Small and delicate build, typical of a young girl who has experienced hardship and begging. Her movements are quick and decisive when needed, but also show the weariness of her past.

Attire: Simple, worn, and mended peasant clothing. A plain, light-colored linen smock dress, possibly with a patched wool apron over it, and sturdy, well-worn leather shoes or wooden clogs. The fabric would be coarse and practical, showing signs of frequent use and repair.

Wants: To survive and protect her younger brother, to escape danger, and ultimately to find security and a better life.

Flaw: Curiosity (leading her to open the forbidden room), her initial vulnerability due to her age and poverty.

Transforms from a vulnerable, begging orphan into a resourceful and prosperous young woman who uses her good fortune to help others, remembering her past hardships.

Her simple, mended peasant dress contrasting with the magical golden roebuck and wagon she acquires.

Resourceful, quick-wthinking, protective (of Hans), brave, compassionate.

👤

Hans

human child male

Small and thin build, typical of a young boy who has experienced hardship and begging. He is slightly taller than his sister, but still very much a child.

Attire: Simple, worn, and mended peasant clothing. A coarse linen tunic, patched wool trousers, and sturdy, well-worn leather shoes or wooden clogs. The fabric would be practical and show signs of frequent use and repair.

Wants: To survive, to stay safe with his sister, to escape danger.

Flaw: His fear and dependence on his sister, his youth and lack of agency.

Remains largely consistent, relying on his sister's resourcefulness, but grows in security and prosperity alongside her.

His small, fearful figure often positioned slightly behind his more assertive sister.

Fearful, dependent (on Margarete), obedient, helpful (when collecting fruit).

👤

The Old Woman (Ogre's Wife)

human elderly female

Gaunt and possibly stooped with age, but with surprising strength and agility when pursuing the children. Her movements are quick and sharp, reflecting her malicious nature.

Attire: Dark, drab, and practical peasant clothing, but perhaps with a hint of ill-gotten prosperity in the quality of the fabric. A dark, coarse wool skirt, a plain, long-sleeved linen blouse, and a dark apron. Her shoes would be sturdy and worn, suitable for walking long distances.

Wants: To please her husband (the Ogre), to maintain her ill-gotten wealth, to retrieve the stolen golden wagon.

Flaw: Her greed, her short temper, her subservience to the Ogre, and her inability to overcome magic.

Remains consistently evil, ultimately meeting her demise due to her greed and malice.

Her sharp, wrinkled face and the way she tries to break off the rose, only to be pricked.

Cunning, deceitful, cruel, greedy, subservient (to her husband), easily angered.

✦

The Ogre (Menschenfresser)

human (or human-like monster) adult male

Large, heavy-set, and brutish build, with a powerful, lumbering presence. His movements are heavy and loud, indicative of his aggressive nature.

Attire: Rough, ill-fitting, and stained clothing, likely made of coarse wool or leather, in dark, earthy tones. Perhaps a simple, torn tunic and heavy trousers, with crude, sturdy boots. His attire would reflect his brutish nature and lack of refinement.

Wants: To eat human flesh (especially children), to maintain his ill-gotten wealth, to retrieve the stolen golden wagon.

Flaw: His overwhelming greed for human flesh, his lack of intelligence, his inability to overcome magic.

Remains consistently evil, ultimately meeting his demise due to his greed and malice.

His large, brutish figure and loud, stomping footsteps.

Brutal, cannibalistic, short-tempered, greedy, aggressive, loud.

✦

The Golden Roebuck

magical creature ageless non-human

A small, elegant roebuck (a type of deer) with fur that appears to be made entirely of shimmering gold. Its antlers are delicate and also golden. It is perfectly proportioned and radiates a soft, magical glow.

Attire: None, as it is a creature, but its entire being is its 'attire' – shimmering gold.

Wants: To serve its rightful owner and provide magical sustenance.

Flaw: None explicitly stated, but it is a magical object/creature that can be stolen.

Stolen, then reclaimed by the children, serving as their means of escape and prosperity.

Its entire form, being a roebuck made of solid, shimmering gold.

Loyal, magical, silent, patient.

Locations

The Ogre's Cottage

indoor night | morning

A solitary, humble cottage, likely a simple Fachwerk house with a thatched roof, appearing innocuous from the outside. Inside, it contains at least twelve rooms, one of which is forbidden and holds a magical golden carriage and a golden roebuck. The atmosphere is initially welcoming but quickly turns menacing due to the ogre's presence.

Mood: Eerie, fearful, oppressive, later a sense of urgent escape.

Hansel and Gretel seek shelter, discover the ogre's true nature, and steal the magical golden carriage and roebuck.

Small, solitary Fachwerk house Thatched roof Twelve rooms, one forbidden Wooden barrel for hiding Heavy wooden door Keyhole for peeking Golden carriage Golden roebuck

Winding Forest Path

outdoor morning | afternoon varies, likely mild

A path through a dense, typical Central European forest, likely with a mix of deciduous trees like oaks and birches, and undergrowth including rose bushes. The path is narrow and winding, suggesting a journey away from civilization. The light varies as the children travel.

Mood: Initially urgent and fearful, then magical and bountiful as the carriage provides sustenance.

The children flee, transform into a rose bush to evade the ogre, and collect food from the magical forest elements.

Winding dirt path Dense forest canopy Rose bushes with thorns Ancient pear tree laden with ripe fruit Grapevine heavy with grapes Traditional German outdoor brick oven (Backofen)

The Great Pond

outdoor afternoon mild, clear

A large, serene pond, likely surrounded by reeds and possibly some willow trees, with no visible ferry or bridge. Many ducks swim playfully on its surface. The water is deep in the middle.

Mood: Hopeful, then tense, culminating in a sense of justice and relief.

The children escape across the pond with the help of the ducks, and the ogre and his wife drown.

Large, still pond Reeds along the banks Numerous ducks swimming No bridge or ferry Deep water in the center