Kalif Storch
by Wilhelm Hauff · from Märchen-Almanach auf das Jahr 1826
Adapted Version
Once, in sunny Baghdad, lived kind Kalif Chasid. He loved new things and fun things.
Kalif Chasid sat on his soft sofa. Vizier Mansor came to see him. The Vizier looked sad. He saw a peddler outside. The Peddler had many nice things. Kalif Chasid sent for The Peddler. The Peddler was a small, dark man. He had a box. Inside were pearls and rings. He had a small box with black powder. He also had a paper. The Kalif bought the powder and paper.
Selim, the Scholar, came to the palace. Kalif Chasid showed him the paper. Selim read the strange words. He said, "Magic!" It told of the powder. Sniff it, you could be any creature. You could know creatures too. To change back, say "mutabor." Turn East. But, you must not laugh. If you laugh, you forget the word. Then you stay a creature.
Next day, Kalif and Vizier Mansor went out. They took the powder. They walked to a pond. Many storks lived there. The Vizier said, "Let us be storks!" Kalif Chasid agreed. They sniffed the powder. Poof! They were two big storks. They walked by the pond. They watched other storks.
A stork danced funny. It jumped and turned. Kalif Chasid laughed. Vizier Mansor laughed too. Oh no! They forgot the magic word. They tried to say "mutabor." They could not recall. They were stuck as storks. They felt very sad. They were trapped.
The two storks walked for many days. They were hungry. They were tired. They felt lost. They found an old castle. It was broken. They went inside. They hoped to find food. They looked for a safe place to sleep.
Inside the ruins, they found an owl. She was old and wise. The owl spoke to them. "Who are you?" she asked. The owl was Princess Lusa. A bad sorcerer cursed her. He sold the magic powder. He holds secret meetings here. He comes with his friends.
Princess Lusa could help them. "I know how to change back," she said. "But one of you must marry me." The Kalif looked at Vizier Mansor. Kalif Chasid thought hard. He wanted to be human. He promised the owl. "I will marry you," he said. "Help us, Princess Lusa."
The owl led them. They went deep into the ruins. They found a hidden hall. Inside, the sorcerer was talking. He was with his bad friends. They listened closely. The sorcerer laughed. He told of his trick. "The Kalif forgot the word," he said. "It is mutabor!"
Kalif Chasid and Vizier Mansor ran out. They turned to the East. "Mutabor!" they cried. Poof! They were men again. They were so happy. Princess Lusa changed too. She was a pretty lady. Kalif Chasid saw her. He liked her very much. "I will marry you," he said.
They went back to Baghdad. The people cheered loudly. They were so glad. Their Kalif was home. He brought his new princess. The Kalif found the bad sorcerer. His name was Mizra. Mizra was sent far away. His son was made a stork. He was sent away too.
Kalif Chasid and Princess Lusa lived happily. They ruled Baghdad well. They often talked of storks. They learned to think first. It was a good lesson.
Original Story
Kalif Storch
Wilhelm Hauff
Der Kalif Chasid zu Bagdad saß einmal an einem schönen Nachmittag behaglich auf seinem Sofa; er hatte ein wenig geschlafen, denn es war ein heißer Tag, und sah nun nach seinem Schläfchen recht heiter aus. Er rauchte aus einer langen Pfeife von Rosenholz, trank hier und da ein wenig Kaffee, den ihm ein Sklave einschenkte, und strich sich allemal vergnügt den Bart, wenn es ihm geschmeckt hatte. Kurz, man sah dem Kalifen an, daß es ihm recht wohl war. Um diese Stunde konnte man gar gut mit ihm reden, weil er da immer recht mild und leutselig war, deswegen besuchte ihn auch sein Großwesir Mansor alle Tage um diese Zeit. An diesem Nachmittage nun kam er auch, sah aber sehr nachdenklich aus, ganz gegen seine Gewohnheit. Der Kalif tat die Pfeife ein wenig aus dem Mund und sprach: „Warum machst du ein so nachdenkliches Gesicht, Großwesir?“
Der Großwesir schlug seine Arme kreuzweis über die Brust, verneigte sich vor seinem Herrn und antwortete: „Herr, ob ich ein nachdenkliches Gesicht mache, weiß ich nicht, aber da drunten am Schloß steht ein Krämer, der hat so schöne Sachen, daß es mich ärgert, nicht viel überflüssiges Geld zu haben.“
Der Kalif, der seinem Großwesir schon lange gerne eine Freude gemacht hätte, schickte seinen schwarzen Sklaven hinunter, um den Krämer heraufzuholen. Bald kam der Sklave mit dem Krämer zurück. Dieser war ein kleiner, dicker Mann, schwarzbraun im Gesicht und in zerlumptem Anzug. Er trug einen Kasten, in welchem er allerhand Waren hatte, Perlen und Ringe, reichbeschlagene Pistolen, Becher und Kämme. Der Kalif und sein Wesir musterten alles durch, und der Kalif kaufte endlich für sich und Mansor schöne Pistolen, für die Frau des Wesirs aber einen Kamm. Als der Krämer seinen Kasten schon wieder zumachen wollte, sah der Kalif eine kleine Schublade und fragte, ob da auch noch Waren seien. Der Krämer zog die Schublade heraus und zeigte darin eine Dose mit schwärzlichem Pulver und ein Papier mit sonderbarer Schrift, die weder der Kalif noch Mansor lesen konnte. „Ich bekam einmal diese zwei Stücke von einem Kaufmanne, der sie in Mekka auf der Straße fand“, sagte der Krämer, „Ich weiß nicht, was sie enthalten; euch stehen sie um geringen Preis zu Dienst, ich kann doch nichts damit anfangen.“
Der Kalif, der in seiner Bibliothek gerne alte Manuskripte hatte, wenn er sie auch nicht lesen konnte, kaufte Schrift und Dose und entließ den Krämer. Der Kalif aber dachte, er möchte gerne wissen, was die Schrift enthalte, und, fragte den Wesir, ob er keinen kenne, der es entziffern könnte.
„Gnädigster Herr und Gebieter“, antwortete dieser, „an der großen Moschee wohnt ein Mann, er heißt Selim, der Gelehrte, der versteht alle Sprachen, laß ihn kommen, vielleicht kennt er diese geheimnisvollen Züge.“
Der Gelehrte Selim war bald herbeigeholt. „Selim“, sprach zu ihm der Kalif, „Selim, man sagt, du seiest sehr gelehrt; guck einmal ein wenig in diese Schrift, ob du sie lesen kannst; kannst du sie lesen, so bekommst du ein neues Festkleid von mir, kannst du es nicht, so bekommst du zwölf Backenstreiche und fünfundzwanzig auf die Fußsohlen, weil man dich dann umsonst Selim, den Gelehrten, nennt.“
Selim verneigte sich und sprach: „Dein Wille geschehe, o Herr!“ Lange betrachtete er die Schrift, plötzlich aber rief er aus: „Das ist Lateinisch, o Herr, oder ich laß mich hängen.“ „Sag, was drinsteht“, befahl der Kalif, „wenn es Lateinisch ist.“
Selim fing an zu übersetzen: „Mensch, der du dieses findest, preise Allah für seine Gnade. Wer von dem Pulver in dieser Dose schnupft und dazu spricht: mutabor, der kann sich in jedes Tier verwandeln und versteht auch die Sprache der Tiere.
Will er wieder in seine menschliche Gestalt zurückkehren, so neige er sich dreimal gen Osten und spreche jenes Wort; aber hüte dich, wenn du verwandelt bist, daß du nicht lachest, sonst verschwindet das Zauberwort gänzlich aus deinem Gedächtnis, und du bleibst ein Tier.“
Als Selim, der Gelehrte, also gelesen hatte, war der Kalif über die Maßen vergnügt. Er ließ den Gelehrten schwören, niemandem etwas von dem Geheimnis zu sagen, schenkte ihm ein schönes Kleid und entließ ihn. Zu seinem Großwesir aber sagte er: „Das heiß’ ich gut einkaufen, Mansor! Wie freue ich mich, bis ich ein Tier bin. Morgen früh kommst du zu mir; wir gehen dann miteinander aufs Feld, schnupfen etwas Weniges aus meiner Dose und belauschen dann, was in der Luft und im Wasser, im Wald und Feld gesprochen wird!“
Kaum hatte am anderen Morgen der Kalif Chasid gefrühstückt und sich angekleidet, als schon der Großwesir erschien, ihn, wie er befohlen, auf dem Spaziergang zu begleiten. Der Kalif steckte die Dose mit dem Zauberpulver in den Gürtel, und nachdem er seinem Gefolge befohlen, zurückzubleiben, machte er sich mit dem Großwesir ganz allein auf den Weg. Sie gingen zuerst durch die weiten Gärten des Kalifen, spähten aber vergebens nach etwas Lebendigem, um ihr Kunststück zu probieren. Der Wesir schlug endlich vor, weiter hinaus an einen Teich zu gehen, wo er schon oft viele Tiere, namentlich Störche, gesehen habe, die durch ihr gravitätisches Wesen und ihr Geklapper immer seine Aufmerksamkeit erregt hatten.
Der Kalif billigte den Vorschlag seines Wesirs und ging mit ihm dem Teich zu. Als sie dort angekommen waren, sahen sie einen Storch ernsthaft auf und ab gehen, Frösche suchend und hier und da etwas vor sich hinklappernd. Zugleich sahen sie auch weit oben in der Luft einen anderen Storch dieser Gegend zuschweben.
„Ich wette meinen Bart, gnädigster Herr“, sagte der Großwesir, „wenn nicht diese zwei Langfüßler ein schönes Gespräch miteinander führen werden. Wie wäre es, wenn wir Störche würden?“
„Wohl gesprochen!“ antwortete der Kalif. „Aber vorher wollen wir noch einmal betrachten, wie man wieder Mensch wird.—Richtig! Dreimal gen Osten geneigt und mutabor gesagt, so bin ich wieder Kalif und du Wesir. Aber nur um Himmels willen nicht gelacht, sonst sind wir verloren!“
Während der Kalif also sprach, sah er den anderen Storch über ihrem Haupte schweben und langsam sich zur Erde lassen. Schnell zog er die Dose aus dem Gürtel, nahm eine gute Prise, bot sie dem Großwesir dar, der gleichfalls schnupfte, und beide riefen: mutabor!
Da schrumpften ihre Beine ein und wurden dünn und rot, die schönen gelben Pantoffeln des Kalifen und seines Begleiters wurden unförmliche Storchfüße, die Arme wurden zu Flügeln, der Hals fuhr aus den Achseln und ward eine Elle lang, der Bart war verschwunden, und den Körper bedeckten weiche Federn.
„Ihr habt einen hübschen Schnabel, Herr Großwesir“, sprach nach langem Erstaunen der Kalif. „Beim Bart des Propheten, so etwas habe ich in meinem Leben nicht gesehen.“ „Danke untertänigst“, erwiderte der Großwesir, indem er sich bückte, „aber wenn ich es wagen darf, möchte ich behaupten, Eure Hoheit sehen als Storch beinahe noch hübscher aus denn als Kalif. Aber kommt, wenn es Euch gefällig ist, daß wir unsere Kameraden dort belauschen und erfahren, ob wir wirklich Storchisch können.“
Indem war der andere Storch auf der Erde angekommen; er putzte sich mit dem Schnabel seine Füße, legte seine Federn zurecht und ging auf den ersten Storch zu. Die beiden neuen Störche aber beeilten sich, in ihre Nähe zu kommen, und vernahmen zu ihrem Erstaunen folgendes Gespräch:
„Guten Morgen, Frau Langbein, so früh schon auf der Wiese?“
„Schönen Dank, liebe Klapperschnabel! Ich habe mir nur ein kleines Frühstück geholt. Ist Euch vielleicht ein Viertelchen Eidechs gefällig oder ein Froschschenkelein?“
„Danke gehorsamst; habe heute gar keinen Appetit. Ich komme auch wegen etwas ganz anderem auf die Wiese. Ich soll heute vor den Gästen meines Vaters tanzen, und da will ich mich im stillen ein wenig üben.“
Zugleich schritt die junge Störchin in wunderlichen Bewegungen durch das Feld. Der Kalif und Mansor sahen ihr verwundert nach; als sie aber in malerischer Stellung auf einem Fuß stand und mit den Flügeln anmutig dazu wedelte, da konnten sich die beiden nicht mehr halten; ein unaufhaltsames Gelächter brach aus ihren Schnäbeln hervor, von dem sie sich erst nach langer Zeit erholten. Der Kalif faßte sich zuerst wieder: „Das war einmal ein Spaß“, rief er, „der nicht mit Gold zu bezahlen ist; schade, daß die Tiere durch unser Gelächter sich haben verscheuchen lassen, sonst hätten sie gewiß auch noch gesungen!“
Aber jetzt fiel es dem Großwesir ein, daß das Lachen während der Verwandlung verboten war. Er teilte seine Angst deswegen dem Kalifen mit. „Potz Mekka und Medina! Das wäre ein schlechter Spaß, wenn ich ein Storch bleiben müßte! Besinne dich doch auf das dumme Wort, ich bring’ es nicht heraus.“
„Dreimal gen Osten müssen wir uns bücken und dazu sprechen: mu—mu—mu—“
Sie stellten sich gegen Osten und bückten sich in einem fort, daß ihre Schnäbel beinahe die Erde berührten; aber, o Jammer! Das Zauberwort war ihnen entfallen, und so oft sich auch der Kalif bückte, so sehnlich auch sein Wesir mu—mu dazu rief, jede Erinnerung daran war verschwunden, und der arme Chasid und sein Wesir waren und blieben Störche.
Traurig wandelten die Verzauberten durch die Felder, sie wußten gar nicht, was sie in ihrem Elend anfangen sollten. Aus ihrer Storchenhaut konnten sie nicht heraus, in die Stadt zurück konnten sie auch nicht, um sich zu erkennen zu geben; denn wer hätte einem Storch geglaubt, daß er der Kalif sei, und wenn man es auch geglaubt hätte, würden die Einwohner von Bagdad einen Storch zum Kalif gewollt haben?
So schlichen sie mehrere Tage umher und ernährten sich kümmerlich von Feldfrüchten, die sie aber wegen ihrer langen Schnäbel nicht gut verspeisen konnten. Auf Eidechsen und Frösche hatten sie übrigens keinen Appetit, denn sie befürchteten, mit solchen Leckerbissen sich den Magen zu verderben. Ihr einziges Vergnügen in dieser traurigen Lage war, daß sie fliegen konnten, und so flogen sie oft auf die Dächer von Bagdad, um zu sehen, was darin vorging.
In den ersten Tagen bemerkten sie große Unruhe und Trauer in den Straßen; aber ungefähr am vierten Tag nach ihrer Verzauberung saßen sie auf dem Palast des Kalifen, da sahen sie unten in der Straße einen prächtigen Aufzug; Trommeln und Pfeifen ertönten, ein Mann in einem goldbestickten Scharlachmantel saß auf einem geschmückten Pferd, umgeben von glänzenden Dienern, halb Bagdad sprang ihm nach, und alle schrien: „Heil Mizra, dem Herrscher von Bagdad!“
Da sahen die beiden Störche auf dem Dache des Palastes einander an, und der Kalif Chasid sprach: „Ahnst du jetzt, warum ich verzaubert bin, Großwesir? Dieser Mizra ist der Sohn meines Todfeindes, des mächtigen Zauberers Kaschnur, der mir in einer bösen Stunde Rache schwur. Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf—Komm mit mir, du treuer Gefährte meines Elends, wir wollen zum Grabe des Propheten wandern, vielleicht, daß an heiliger Stätte der Zauber gelöst wird.“
Sie erhoben sich vom Dach des Palastes und flogen der Gegend von Medina zu.
Mit dem Fliegen wollte es aber nicht gar gut gehen; denn die beiden Störche hatten noch wenig Übung. „O Herr“, ächzte nach ein paar Stunden der Großwesir, „ich halte es mit Eurer Erlaubnis nicht mehr lange aus; Ihr fliegt gar zu schnell! Auch ist es schon Abend, und wir täten wohl, ein Unterkommen für die Nacht zu suchen.“
Chasid gab der Bitte seines Dieners Gehör; und da er unten im Tale eine Ruine erblickte, die ein Obdach zu gewähren schien, so flogen sie dahin. Der Ort, wo sie sich für diese Nacht niedergelassen hatten, schien ehemals ein Schloß gewesen zu sein. Schöne Säulen ragten unter den Trümmern hervor, mehrere Gemächer, die noch ziemlich erhalten waren, zeugten von der ehemaligen Pracht des Hauses. Chasid und sein Begleiter gingen durch die Gänge umher, um sich ein trockenes Plätzchen zu suchen; plötzlich blieb der Storch Mansor stehen. „Herr und Gebieter“, flüsterte er leise, „wenn es nur nicht töricht für einen Großwesir, noch mehr aber für einen Storch wäre, sich vor Gespenstern zu fürchten! Mir ist ganz unheimlich zumute; denn hier neben hat es ganz vernehmlich geseufzt und gestöhnt.“ Der Kalif blieb nun auch stehen und hörte ganz deutlich ein leises Weinen, das eher einem Menschen als einem Tiere anzugehören schien. Voll Erwartung wollte er der Gegend zugehen, woher die Klagetöne kamen; der Wesir aber packte ihn mit dem Schnabel am Flügel und bat ihn flehentlich, sich nicht in neue, unbekannte Gefahren zu stürzen. Doch vergebens! Der Kalif, dem auch unter dem Storchenflügel ein tapferes Herz schlug, riß sich mit Verlust einiger Federn los und eilte in einen finsteren Gang. Bald war er an einer Tür angelangt, die nur angelehnt schien und woraus er deutliche Seufzer mit ein wenig Geheul vernahm. Er stieß mit dem Schnabel die Türe auf, blieb aber überrascht auf der Schwelle stehen. In dem verfallenen Gemach, das nur durch ein kleines Gitterfenster spärlich erleuchtet war, sah er eine große Nachteule am Boden sitzen. Dicke Tränen rollten ihr aus den großen, runden Augen, und mit heiserer Stimme stieß sie ihre Klagen zu dem krummen Schnabel heraus. Als sie aber den Kalifen und seinen Wesir, der indes auch herbeigeschlichen war, erblickte, erhob sie ein lautes Freudengeschrei. Zierlich wischte sie mit dem braungefleckten Flügel die Tränen aus dem Auge, und zu dem größten Erstaunen der beiden rief sie in gutem menschlichem Arabisch: „Willkommen, ihr Störche! Ihr seid mir ein gutes Zeichen meiner Errettung; denn durch Störche werde mir ein großes Glück kommen, ist mir einst prophezeit worden!“
Als sich der Kalif von seinem Erstaunen erholt hatte, bückte er sich mit seinem langen Hals, brachte seine dünnen Füße in eine zierliche Stellung und sprach: „Nachteule! Deinen Worten nach darf ich glauben, eine Leidensgefährtin in dir zu sehen. Aber ach! Deine Hoffnung, daß durch uns deine Rettung kommen werde, ist vergeblich. Du wirst unsere Hilflosigkeit selbst erkennen, wenn du unsere Geschichte hörst.“ Die Nachteule bat ihn zu erzählen, was der Kalif sogleich tat.
Als der Kalif der Eule seine Geschichte vorgetragen hatte, dankte sie ihm und sagte: „Vernimm auch meine Geschichte und höre, wie ich nicht weniger unglücklich bin als du. Mein Vater ist der König von Indien, ich, seine einzige unglückliche Tochter, heiße Lusa. Jener Zauberer Kaschnur, der euch verzauberte, hat auch mich ins Unglück gestürzt. Er kam eines Tages zu meinem Vater und begehrte mich zur Frau für seinen Sohn Mizra. Mein Vater aber, der ein hitziger Mann ist, ließ ihn die Treppe hinunterwerfen. Der Elende wußte sich unter einer anderen Gestalt wieder in meine Nähe zu schleichen, und als ich einst in meinem Garten Erfrischungen zu mir nehmen wollte, brachte er mir, als Sklave verkleidet, einen Trank bei, der mich in diese abscheuliche Gestalt verwandelte. Vor Schrecken ohnmächtig, brachte er mich hierher und rief mir mit schrecklicher Stimme in die Ohren:
,Da sollst du bleiben, häßlich, selbst von den Tieren verachtet, bis an dein Ende, oder bis einer aus freiem Willen dich, selbst in dieser schrecklichen Gestalt, zur Gattin begehrt. So räche ich mich an dir und deinem stolzen Vater.‘
Seitdem sind viele Monate verflossen. Einsam und traurig lebe ich als Einsiedlerin in diesem Gemäuer, verabscheut von der Welt, selbst den Tieren ein Greuel; die schöne Natur ist vor mir verschlossen; denn ich bin blind am Tage, und nur, wenn der Mond sein bleiches Licht über dies Gemäuer ausgießt, fällt der verhüllende Schleier von meinem Auge.“
Die Eule hatte geendet und wischte sich mit dem Flügel wieder die Augen aus, denn die Erzählung ihrer Leiden hatte ihr Tränen entlockt.
Der Kalif war bei der Erzählung der Prinzessin in tiefes Nachdenken versunken. „Wenn mich nicht alles täuscht“, sprach er, „so findet zwischen unserem Unglück ein geheimer Zusammenhang statt; aber wo finde ich den Schlüssel zu diesem Rätsel?“
Die Eule antwortete ihm: „O Herr! Auch mir ahnet dies; denn es ist mir einst in meiner frühesten Jugend von einer weisen Frau prophezeit worden, daß ein Storch mir ein großes Glück bringen werde, und ich wüßte vielleicht, wie wir uns retten könnten.“ Der Kalif war sehr erstaunt und fragte, auf welchem Wege sie meine. „Der Zauberer, der uns beide unglücklich gemacht hat“, sagte sie, „kommt alle Monate einmal in diese Ruinen. Nicht weit von diesem Gemach ist ein Saal. Dort pflegt er dann mit vielen Genossen zu schmausen. Schon oft habe ich sie dort belauscht. Sie erzählen dann einander ihre schändlichen Werke; vielleicht, daß er dann das Zauberwort, das ihr vergessen habt, ausspricht.“
„O, teuerste Prinzessin“, rief der Kalif, „sag an, wann kommt er, und wo ist der Saal?“
Die Eule schwieg einen Augenblick und sprach dann: „Nehmet es nicht ungütig, aber nur unter einer Bedingung kann ich Euern Wunsch erfüllen.“
„Sprich aus! Sprich aus!“ schrie Chasid. „Befiehl, es ist mir jede recht.“
„Nämlich, ich möchte auch gern zugleich frei sein; dies kann aber nur geschehen, wenn einer von euch mir seine Hand reicht.“
Die Störche schienen über den Antrag etwas betroffen zu sein, und der Kalif winkte seinem Diener, ein wenig mit ihm hinauszugehen.
„Großwesir“, sprach vor der Türe der Kalif, „das ist ein dummer Handel; aber Ihr könntet sie schon nehmen.“
„So“, antwortete dieser, „daß mir meine Frau, wenn ich nach Hause komme, die Augen auskratzt? Auch bin ich ein alter Mann, und Ihr seid noch jung und unverheiratet und könnet eher einer jungen, schönen Prinzessin die Hand geben.“
„Das ist es eben“, seufzte der Kalif, indem er traurig die Flügel hängen ließ, „wer sagt dir denn, daß sie jung und schön ist? Das heißt eine Katze im Sack kaufen!“
Sie redeten einander gegenseitig noch lange zu; endlich aber, als der Kalif sah, daß sein Wesir lieber Storch bleiben als die Eule heiraten wollte, entschloß er sich, die Bedingung lieber selbst zu erfüllen. Die Eule war hocherfreut. Sie gestand ihnen, daß sie zu keiner besseren Zeit hätten kommen können, weil wahrscheinlich in dieser Nacht die Zauberer sich versammeln würden.
Sie verließ mit den Störchen das Gemach, um sie in jenen Saal zu führen; sie gingen lange in einem finsteren Gang hin; endlich strahlte ihnen aus einer halbverfallenen Mauer ein heller Schein entgegen. Als sie dort angelangt waren, riet ihnen die Eule, sich ganz ruhig zu verhalten. Sie konnten von der Lücke, an welcher sie standen, einen großen Saal übersehen. Er war ringsum mit Säulen geschmückt und prachtvoll verziert. Viele farbige Lampen ersetzten das Licht des Tages. In der Mitte des Saales stand ein runder Tisch, mit vielen und ausgesuchten Speisen besetzt. Rings um den Tisch zog sich ein Sofa, auf welchem acht Männer saßen. In einem dieser Männer erkannten die Störche jenen Krämer wieder, der ihnen das Zauberpulver verkauft hatte. Sein Nebensitzer forderte ihn auf, ihnen seine neuesten Taten zu erzählen. Er erzählte unter anderen auch die Geschichte des Kalifen und seines Wesirs.
„Was für ein Wort hast du ihnen denn aufgegeben?“ fragte ihn ein anderer Zauberer. „Ein recht schweres lateinisches, es heißt mutabor.“
Als die Störche an der Mauerlücke dieses hörten, kamen sie vor Freuden beinahe außer sich. Sie liefen auf ihren langen Füßen so schnell dem Tore der Ruine zu, daß die Eule kaum folgen konnte. Dort sprach der Kalif gerührt zu der Eule: „Retterin meines Lebens und des Lebens meines Freundes, nimm zum ewigen Dank für das, was du an uns getan, mich zum Gemahl an!“ Dann aber wandte er sich nach Osten. Dreimal bückten die Störche ihre langen Hälse der Sonne entgegen, die soeben hinter dem Gebirge heraufstieg: „Mutabor!“ riefen sie, im Nu waren sie verwandelt, und in der hohen Freude des neugeschenkten Lebens lagen Herr und Diener lachend und weinend einander in den Armen.
Wer beschreibt aber ihr Erstaunen, als sie sich umsahen? Eine schöne Dame, herrlich geschmückt, stand vor ihnen. Lächelnd gab sie dem Kalifen die Hand. „Erkennt Ihr Eure Nachteule nicht mehr?“ sagte sie. Sie war es; der Kalif war von ihrer Schönheit und Anmut entzückt.
Die drei zogen nun miteinander auf Bagdad zu. Der Kalif fand in seinen Kleidern nicht nur die Dose mit Zauberpulver, sondern auch seinen Geldbeutel. Er kaufte daher im nächsten Dorfe, was zu ihrer Reise nötig war, und so kamen sie bald an die Tore von Bagdad. Dort aber erregte die Ankunft des Kalifen großes Erstaunen. Man hatte ihn für tot ausgegeben, und das Volk war daher hocherfreut, seinen geliebten Herrscher wiederzuhaben.
Um so mehr aber entbrannte ihr Haß gegen den Betrüger Mizra. Sie zogen in den Palast und nahmen den alten Zauberer und seinen Sohn gefangen. Den Alten schickte der Kalif in dasselbe Gemach der Ruine, das die Prinzessin als Eule bewohnt hatte, und ließ ihn dort aufhängen. Dem Sohn aber, welcher nichts von den Künsten des Vaters verstand, ließ der Kalif die Wahl, ob er sterben oder schnupfen wolle. Als er das letztere wählte, bot ihm der Großwesir die Dose. Eine tüchtige Prise, und das Zauberwort des Kalifen verwandelte ihn in einen Storch. Der Kalif ließ ihn in einen eisernen Käfig sperren und in seinem Garten aufstellen.
Lange und vergnügt lebte Kalif Chasid mit seiner Frau, der Prinzessin; seine vergnügtesten Stunden waren immer die, wenn ihn der Großwesir nachmittags besuchte; da sprachen sie dann oft von ihrem Storchabenteuer, und wenn der Kalif recht heiter war, ließ er sich herab, den Großwesir nachzuahmen, wie er als Storch aussah. Er stieg dann ernsthaft, mit steifen Füßen im Zimmer auf und ab, klapperte, wedelte mit den Armen wie mit Flügeln und zeigte, wie jener sich vergeblich nach Osten geneigt und Mu—Mu—dazu gerufen habe. Für die Frau Kalifin und ihre Kinder war diese Vorstellung allemal eine große Freude; wenn aber der Kalif gar zu lange klapperte und nickte und Mu—Mu—schrie, dann drohte ihm lächelnd der Wesir: Er wolle das, was vor der Türe der Prinzessin Nachteule verhandelt worden sei, der Frau Kalifin mitteilen.
Als Selim Baruch seine Geschichte beendet hatte, bezeugten sich die Kaufleute sehr zufrieden damit. „Wahrhaftig, der Nachmittag ist uns vergangen, ohne daß wir merkten wie!“ sagte einer derselben, indem er die Decke des Zeltes zurückschlug. „Der Abendwind wehet kühl, und wir könnten noch eine gute Strecke Weges zurücklegen.“ Seine Gefährten waren damit einverstanden, die Zelte wurden abgebrochen, und die Karawane machte sich in der nämlichen Ordnung, in welcher sie herangezogen war, auf den Weg.
Sie ritten beinahe die ganze Nacht hindurch, denn es war schwül am Tage, die Nacht aber war erquicklich und sternhell. Sie kamen endlich an einem bequemen Lagerplatz an, schlugen die Zelte auf und legten sich zur Ruhe. Für den Fremden aber sorgten die Kaufleute, wie wenn er ihr wertester Gastfreund wäre. Der eine gab ihm Polster, der andere Decken, ein dritter gab ihm Sklaven, kurz, er wurde so gut bedient, als ob er zu Hause wäre. Die heißeren Stunden des Tages waren schon heraufgekommen, als sie sich wieder erhoben, und sie beschlossen einmütig, hier den Abend abzuwarten. Nachdem sie miteinander gespeist hatten, rückten sie wieder näher zusammen, und der junge Kaufmann wandte sich an den ältesten und sprach: „Selim Baruch hat uns gestern einen vergnügten Nachmittag bereitet, wie wäre es, Achmet, wenn Ihr uns auch etwas erzähltet, sei es nun aus Eurem langen Leben, das wohl viele Abenteuer aufzuweisen hat, oder sei es auch ein hübsches Märchen.“ Achmet schwieg auf diese Anrede eine Zeitlang, wie wenn er bei sich im Zweifel wäre, ob er dies oder jenes sagen sollte oder nicht; endlich fing er an zu sprechen:
„Liebe Freunde! Ihr habt euch auf dieser unserer Reise als treue Gesellen erprobt, und auch Selim verdient mein Vertrauen; daher will ich euch etwas aus meinem Leben mitteilen, das ich sonst ungern und nicht jedem erzähle: die Geschichte von dem Gespensterschiff.“
Story DNA
Moral
Beware of thoughtless actions, for they can lead to unforeseen and dire consequences, and true wisdom often comes from unexpected sources.
Plot Summary
The Kalif Chasid and his Grand Vizier Mansor acquire a magical powder that allows them to transform into animals and understand animal speech, but with a strict warning not to laugh while transformed. They use it to become storks, but their amusement at a dancing stork causes them to forget the magic word, trapping them in their animal forms. After days of despair, they encounter a wise owl, who reveals herself to be a cursed princess and offers to help them if one agrees to marry her. The Kalif accepts, and the owl leads them to a secret meeting of sorcerers, where they overhear the forgotten magic word 'mutabor'. They transform back, the owl becomes a beautiful princess, and the Kalif marries her, returning to Baghdad to reclaim his throne and punish the wicked sorcerer.
Themes
Emotional Arc
complacency to despair to triumph
Writing Style
Narrative Elements
Cultural Context
Wilhelm Hauff was a German writer of the early 19th century, part of the Romantic movement. His tales often drew inspiration from 'One Thousand and One Nights', blending German Romanticism with Orientalist themes popular at the time. The story reflects a European fascination with the exoticism of the Middle East, rather than a direct representation of actual historical Baghdad.
Plot Beats (16)
- The Kalif Chasid and Grand Vizier Mansor purchase a mysterious powder and an ancient script from a peddler.
- A scholar translates the script, revealing the powder allows transformation into any animal and understanding animal speech, but laughing while transformed causes one to forget the magic word to revert.
- The Kalif and Vizier transform into storks to observe other storks by a pond.
- They laugh at a dancing stork, forgetting the magic word 'mutabor', and are trapped in their stork forms.
- They wander for days, hungry and despairing, until they find refuge in the ruins of an old castle.
- In the ruins, they encounter a wise owl who can speak to them.
- The owl reveals she is a cursed princess and knows the sorcerer who sold the powder and cursed her, and that he holds meetings in the ruins.
- The owl offers to help them regain their human form if one of them agrees to marry her.
- After some hesitation, the Kalif agrees to marry the owl-princess.
- The owl-princess leads them to a hidden hall where the sorcerer and his companions are meeting.
- They eavesdrop and hear the sorcerer recount his trick on the Kalif and Vizier, revealing the magic word 'mutabor'.
- The Kalif and Vizier rush out, turn to the East, and speak 'mutabor', transforming back into humans.
- The owl transforms into a beautiful princess, and the Kalif, enchanted by her beauty, reaffirms his promise to marry her.
- They return to Baghdad, where the Kalif is joyfully welcomed back by his people.
- The Kalif captures the sorcerer Mizra and his son; Mizra is executed, and his son is transformed into a stork and kept in the palace garden.
- Kalif Chasid and his princess live happily, often reminiscing about their stork adventure.
Characters
Kalif Chasid
A man of comfortable build, likely in his prime, with a well-groomed beard that he strokes contentedly. His posture is relaxed and regal when on his sofa, but becomes stiff and deliberate as a stork.
Attire: Rich, flowing robes of fine fabric, possibly silk or brocade, in vibrant colors suitable for a ruler of Bagdad. He wears a turban, and a sash or belt around his waist where he keeps the magic powder dose. His attire is always impeccable and indicative of his high status.
Wants: To experience new things, to understand the world from different perspectives, and to rule justly. Later, to regain his human form and reclaim his throne.
Flaw: His impulsiveness and inability to control his laughter, which leads to his transformation being permanent for a time.
Transforms from a somewhat complacent ruler into one who has experienced hardship and learned humility, ultimately becoming a more empathetic and just leader, and finding love.
Benevolent, curious, easily amused, somewhat impulsive, and prone to enjoying simple pleasures. He is also loyal to his friends and just in his rule.
Großwesir Mansor
A man of similar age and build to the Kalif, though perhaps slightly less robust, given his more thoughtful demeanor. He is described as having a beard, which he also values.
Attire: Elegant robes of fine fabric, perhaps slightly less ornate than the Kalif's, but still indicative of his high rank. Likely in colors such as deep greens, browns, or blues, with subtle embroidery. He would also wear a turban.
Wants: To serve his Kalif faithfully, to gain knowledge, and to experience new things alongside his ruler.
Flaw: Shares the Kalif's impulsiveness and susceptibility to laughter, leading to the same predicament.
Undergoes the same transformation and hardship as the Kalif, strengthening their bond and deepening his understanding of the world.
Loyal, thoughtful, observant, and a trusted advisor. He is also curious and shares the Kalif's adventurous spirit.
Der Krämer
A small, stout man with a dark brown complexion. He appears somewhat disheveled in his tattered clothing.
Attire: Tattered and worn clothing, suggesting he is not wealthy despite selling valuable goods. This contrasts with the richness of his wares. Likely simple, practical garments suitable for a traveling merchant in the region.
Wants: To cause mischief and potentially usurp power, as revealed by his later actions as Mizra.
Flaw: His overconfidence and underestimation of the Kalif's resourcefulness.
Introduced as a seemingly harmless merchant, revealed to be the antagonist Mizra, and ultimately defeated and executed by the Kalif.
Shrewd, opportunistic, and secretive. He is a sorcerer in disguise, using his merchant persona to spread his magic.
Selim, der Gelehrte
A scholar, likely of a slender build, consistent with someone who spends much time studying rather than physical labor.
Attire: Simple, modest robes befitting a scholar living near the mosque, likely in muted colors like grey, cream, or light blue. Upon receiving his reward, he would wear a new, fine festive garment.
Wants: To use his knowledge to serve his ruler and avoid punishment.
Flaw: Fear of the Kalif's displeasure.
Plays a crucial role in deciphering the magic script, then disappears from the narrative, having fulfilled his purpose.
Intelligent, knowledgeable, cautious, and obedient. He is skilled in languages.
Prinzessin Lusa (the Owl)
As a human: A beautiful lady, splendidly adorned, with grace and charm. As an owl: A large, wise-looking night owl.
Attire: As a human: Splendidly adorned, implying rich fabrics, jewels, and elegant styling befitting a princess. As an owl: Natural owl plumage, likely mottled browns and greys, with large, expressive eyes.
Wants: To break the curse and regain her human form, and to help others who are similarly cursed.
Flaw: Her inability to break the curse on her own.
From a cursed owl, she is instrumental in helping the Kalif and Mansor, and is ultimately freed from her curse, marrying the Kalif and becoming his beloved wife.
Wise, resourceful, kind, and courageous. She is also patient, having endured her transformation for a long time.
Mizra (the Sorcerer)
An old sorcerer, implied to be the same as the merchant, so small and stout, but now revealed in his true, sinister form.
Attire: Dark, flowing robes, possibly adorned with symbols of his magic, contrasting with his earlier tattered merchant attire. His clothing would be designed to evoke fear and power.
Wants: To gain power, to spread his magic, and to punish those who defy him (like Princess Lusa).
Flaw: His overconfidence and ultimately, his lack of foresight regarding the Kalif's return.
Introduced as a minor character, revealed as the main antagonist, and ultimately defeated and executed by the Kalif.
Evil, cunning, power-hungry, and vengeful. He delights in causing misfortune to others.
Mizra's Son (the Usurper)
A man of average build, not particularly distinguished, as he lacks his father's magical prowess.
Attire: When usurping the throne, he would wear the Kalif's royal attire, likely ill-fitting or worn with less grace than the true Kalif. Before that, perhaps more common, but still ambitious, clothing.
Wants: To gain power and rule Bagdad, influenced by his father.
Flaw: His lack of magical ability, his cowardice, and his dependence on his father.
Rises to power through his father's treachery, but is quickly deposed and transformed into a stork by the returning Kalif.
Ambitious, weak-willed, and lacking in his father's magical talent. He is easily swayed and ultimately cowardly.
Locations
Kalif Chasid's Private Chambers in the Palace
A comfortable and opulent room within the Abbasid-era palace in Bagdad, furnished with a sofa, a long rosewood pipe, and likely adorned with rich textiles and intricate geometric patterns. The air is warm from the afternoon sun.
Mood: Relaxed, luxurious, initially peaceful, then curious and excited.
The Kalif receives the merchant, purchases the magic powder and scroll, and learns of the transformation spell.
Palace Gardens leading to a Pond
Extensive, lush gardens surrounding the Kalif's palace, transitioning to a more natural, open field area with a pond. The pond is a habitat for various animals, particularly storks.
Mood: Anticipatory, serene, natural.
The Kalif and Mansor venture out to test the magic powder and transform into storks.
Ruined Castle of the Owl Princess
A dark, decaying castle ruin, likely of ancient, rough-hewn stone, with crumbling walls and overgrown sections. It contains a gloomy, dark corridor and a hidden, brightly lit, opulent hall where sorcerers gather.
Mood: Eerie, mysterious, dangerous, then hopeful and magical.
The storks (Kalif and Mansor) are led by the owl to the sorcerers' meeting, where they overhear the magic word to revert to human form.