EINLEITUNG
by Friedrich Giese · from Türkische Märchen
Adapted Version
Do you like stories? I know someone who loves them very much! Our friend shared Turkish stories.
Our friend found many stories from Turkey. Some are simple folk tales. Some are fancy art tales. Our friend put them in a big book. The fancy stories came from far away India. They traveled to Turkey. They are in old books. Books like Qyrq vezir, old book, old tale. These fancy stories are pretty. They have a special way. But they were hard to get. Not all people could read. Simple folk tales were also special. They had parts. Parts from the fancy stories. It was a nice mix.
Ignác Kúnos loved stories. He found many simple Turkish tales. He put them in books. He was a good friend to stories. Books were rare in Turkey. Then new books came out. One was Billur kjöschk. People were happy to read them. Our friend helped share stories. He took tales from Billur kjöschk. He made them for us.
More people loved stories. New books were made in Turkey. 'A tale book' was one. Türk Yurdu made others. These new stories were pretty. But they were hard to get. Our friend shared some. He wanted us to read. Some books were for children. Our friend helped translate one. It was a good story.
Our friend went to villages. He listened to old people. They told simple stories. He wrote them down. Just as they told them. These stories are special. The fancy art tales came from old books. Books like old tale and old book. Also Qyrq vezir. They came from India. Long, long ago. Some fancy stories were hard. They had too many extra words. Our friend made them simpler. He wanted us to enjoy them.
Our friend shared many stories. Simple ones and fancy ones. He wanted them for all people. He kept them true. Just as they were. Sharing stories is good.
Our friend shared these good Turkish stories. Stories from far away are nice.
Original Story
EINLEITUNG
Die türkischen Märchen, die dieser Band bietet, sind zweierlei Art: Volksmärchen und Kunstmärchen. Die ersteren umfassen die Nummern 1 bis 21, die zweiten die Nummern 22 bis 66. Die letzteren sind die Märchen, die, in der Hauptsache aus Indien stammend, ihren Weg über die ganze Welt gemacht haben und auch durch Vermittlung des Persischen nach der Türkei kamen. Sie sind in den Märchensammlungen der Qyrq vezir, dem Humajunname und dem Tutiname enthalten.
Diese genannten Sammlungen sind keine sklavischen Übersetzungen, sondern kunstvolle Umarbeitungen, die als Produkte der türkischen Literatur ihren eigenen Wert und ihre Bedeutung haben. Einfluß auf das Volk haben sie nur indirekt ausgeübt, da sie ihres künstlichen Stiles wegen dem Ungebildeten nicht verständlich waren. Trotzdem finden wir auch in den Volksmärchen viele Stoffe aus diesen Sammlungen.
Türkische Volksmärchen sind zuerst in größerem Umfange von Ignác Kúnos gesammelt und herausgegeben worden. Ich nenne nur seine Hauptsammlungen:
1. Osmán-török népköltési gyűjtemény (2 Bände), Budapest 1887–1889.
2. Band VIII von Radloffs Proben der Volksliteratur der türkischen Stämme, Petersburg 1899.
3. Ada-Kalei török népdalok, Budapest 1906.
4. Materialien zur Kenntnis des rumelischen Türkisch (mit deutscher Übersetzung), Leipzig 1907.
Er hat auch einen Band: Türkische Volksmärchen aus Stambul. Leiden ohne Jahr, in deutscher Sprache herausgegeben, die aber mehr eine freie Bearbeitung als eine Übersetzung sind.
In der Türkei sind verhältnismäßig sehr wenige solcher Sammlungen gedruckt worden. Abgesehen von einzelnen Erzählungen sind in den früheren Jahren nur zwei Sammlungen erschienen. Erstens das Billur kjöschk, so genannt nach dem Titel des ersten Märchens dieser Sammlung, und zweitens Horos kardasch. Von diesen ist das letztere von Georg Jacob übersetzt und in der Türkischen Bibliothek, Band V, Berlin 1906, erschienen. Von dem ersteren, über das man Georg Jacob, Die türkische Volksliteratur, Berlin 1901, S. 5 ff. vergleiche, war schon oft eine deutsche Übersetzung gewünscht worden. Die in Amerika erschienene englische Übersetzung: Told in the Gardens of Araby (untranslated till now) by Izora Chandler and Mary Montgomery, Neuyork 1905, ist mir unzugänglich geblieben. Ich habe daher die ganze Sammlung übersetzt. Es sind die ersten 14 Märchen dieses Bandes. Inzwischen ist nun noch eine Übersetzung von Theodor Menzel erschienen in Beiträge zur Märchenkunde des Morgenlandes, herausgegeben von Georg Jacob und Theodor Menzel, Band II, Hannover 1923.
In neuester Zeit hat man auch in der Türkei angefangen, sich mehr für das Märchen zu interessieren. Davon gibt zunächst ein Band: Türk Masallary (Türkische Märchen) von K. D. in Konstantinopel, Druckerei Mahmud Bej 1329/1911, und die Veröffentlichungen des Türk Yurdu der letzten Jahre Kunde.
Die Türk Masallary enthalten eine sehr hübsche Sammlung bekannter und unbekannter Märchen, die recht geschickt erzählt sind. Sie sind zwar im allgemeinen in einem einfachen Stil gehalten, aber sehr häufig finden sich doch Wendungen, die dem Volke nicht verständlich sind. Sie wenden sich mehr an den Durchschnittsgebildeten, dem sie diese Märchen in etwas verfeinerter und veredelter Gestalt darbieten. Da der gebildete Türke über diese Gattung Literatur im allgemeinen die Nase rümpft, so ist dies Bestreben durchaus anzuerkennen, aber von ihrer schlichten Einfachheit haben sie doch viel verloren. Von diesen Märchen ist bis jetzt das erste von Beck in dem Korrespondenzblatt der Nachrichtenstelle für den Orient Nr. 9, Berlin 1917, übersetzt. Der türkische Text ist von ihm in der Sammlung: Der islamische Orient, Heidelberg 1917, veröffentlicht. Ich habe in meiner Übersetzung eine Probe in den Nummern 19 bis 21 gegeben.
Die Publikationen des Türk Yurdu wenden sich an die Jugend. Sie sind in reinem Türkisch geschrieben. Leider sind neben echt türkischen auch allerhand moderne europäische Stoffe übernommen. Ich habe aus dieser Sammlung das Märchen: In der Jugend oder im Alter?, das von Ömer Sēfüddīn verfaßt ist, übersetzt.
Neben diesen Märchen, die aus türkischen gedruckten Sammlungen entnommen sind, habe ich dann die Märchen übersetzt, die ich in Kleinasien aus dem Munde gänzlich ungebildeter Leute gesammelt und in meinem Werke: Materialien zur Kenntnis des anatolischen Türkisch, Halle 1907, veröffentlicht habe. Es sind dies die Nummern 15 bis 19. Stilistisch stehen sie natürlich am tiefsten, denn es sind eben keine Erzähler von Beruf, die sie mir mitgeteilt haben. Aber gerade in ihrer Unberührtheit von jeder Kunst der Darstellung geben sie ein Bild der türkischen Märchen in ihrer primitivsten Form.
Von den Kunstmärchen stammen 22 bis 40 aus dem Tutiname oder Papageienbuch, 41 bis 63 aus dem Humajunname und 64 bis 66 aus dem Qyrq vezir. Wie schon vorher gesagt, sind dies Übersetzungen, die in letzter Linie auf indische Vorbilder zurückgehen. Ich verweise hierfür auf den bibliographischen Wegweiser in Georg Jacob, Beiträge zur Märchenkunde des Morgenlandes, Band I, Hannover 1923, und auf Johannes Hertel, Das Pañcatantra. Seine Geschichte und seine Verbreitung, Leipzig und Berlin 1914.
Vom Tutiname gibt es eine vollständige deutsche Übersetzung von Georg Rosen (Tuti-nameh. Das Papageienbuch. Eine Sammlung orientalischer Erzählungen. Nach der türkischen Bearbeitung zum ersten Male übersetzt von Georg Rosen, Leipzig 1858). Aus dieser Übersetzung habe ich die Verse und auch hier und da besonders glückliche Verdeutschungen des Prosatextes beibehalten.
Die Qyrq vezir hat Walter Fr. Adolf Behrnauer (Die vierzig Veziere oder weisen Meister, Leipzig 1851) übersetzt. Ich habe Nr. 64 bis 66 daraus übernommen mit gelegentlichen Verbesserungen.
Von dem Humajunname existiert bis jetzt keine deutsche Übersetzung, denn die von Suby Bey: Fabeln und Parabeln des Orients, Berlin 1903, herausgegebene ist nur eine inhaltliche Wiedergabe einiger ausgewählter Stücke. Ebendasselbe gilt von der französischen Bearbeitung Gallands und Cordonnes und der aus ihr geflossenen deutschen. Es sind alles selbständige Umarbeitungen des Inhaltes. Allerdings ist nun eine wörtliche Übersetzung für ein nicht orientalisch gebildetes Publikum eine Unmöglichkeit. Das Humajunname ist nämlich in einem so gekünstelten, mit Koranstellen und Versen geschmückten Stil geschrieben, der eine Menge Anmerkungen und Erklärungen nötig machen und den Leser ermüden würde. Ich habe daher das überflüssige Beiwerk ausgelassen und die Weitschweifigkeiten gekürzt, aber sonst, soweit es anging, übersetzt.
So dürfte dieser Band einen guten Überblick über das türkische Märchen in seinen verschiedenen Darstellungen geben. Verwandte Stoffe der Volksliteratur, wie den Volksroman, das Karagöz usw., hielt ich nicht für angebracht, in dieser Sammlung zu vereinigen. Es ist auch schon mancherlei davon in deutschen Übersetzungen vorhanden. Ich nenne nur die schöne Übersetzung des Köroglu von Szamatolski in der wissenschaftlichen Beilage zum Jahresberichte der sechsten städtischen Realschule zu Berlin, Ostern 1913, sowie die Karagözübersetzungen Georg Jacobs und verweise für die letzteren auf seine Türkische Literaturgeschichte in Einzeldarstellungen: Heft I, Das türkische Schattentheater, Berlin 1900.
Bei der Übersetzung habe ich mich im Gegensatz zu Kúnos möglichst an das Original gehalten, um dessen Einfachheit nicht zu zerstören. Nur da, wo sich der türkische Satzbau nicht wiedergeben ließ, habe ich mir Freiheiten erlaubt. Jedenfalls kann die Übersetzung, soweit das möglich ist, eine wörtliche genannt werden. Die Weitschweifigkeiten, die Wiederholung derselben Wörter und die Unebenheiten im Stile, z. B. im Subjektswechsel, fallen dem Original zur Last.
Story DNA
Plot Summary
This text is an academic introduction to a collection of Turkish fairy tales, classifying them into folk tales and art tales. It traces the origins of art tales from India via Persia and discusses their sophisticated style, contrasting them with simpler folk tales. The author provides a historical overview of previous Turkish tale collections and translators, detailing his own methodology for gathering and translating both printed and orally collected tales, emphasizing fidelity to the original texts despite stylistic challenges. The introduction aims to offer a comprehensive overview of Turkish fairy tales in their various forms to a German-speaking audience.
Themes
Emotional Arc
informational
Writing Style
Narrative Elements
Cultural Context
This text serves as an introduction to a collection of Turkish fairy tales, reflecting early 20th-century German scholarship on Oriental literature. It highlights the academic efforts to collect, translate, and categorize Turkish folklore at a time when such studies were gaining prominence.
Plot Beats (16)
- The author introduces the collection of Turkish fairy tales, dividing them into folk tales (1-21) and art tales (22-66).
- Art tales are explained as originating mainly from India, traveling via Persian influence to Turkey, and found in collections like Qyrq vezir, Humajunname, and Tutiname.
- These collections are described as artistic reworkings, not direct translations, with an artificial style that limited their direct influence on the uneducated populace.
- The author acknowledges that many folk tales still contain elements from these art tale collections.
- Ignác Kúnos is credited as the first to extensively collect and publish Turkish folk tales, with several of his main collections listed.
- The author notes the scarcity of printed fairy tale collections within Turkey until recently, mentioning Billur kjöschk and Horos kardasch.
- The author states he translated the first 14 tales of the volume from Billur kjöschk, as previous English translations were inaccessible.
- Recent Turkish interest in fairy tales is highlighted, with K. D.'s "Türk Masallary" and publications from Türk Yurdu mentioned.
- The author describes "Türk Masallary" as skillfully told but often too refined for the common people, and includes samples (19-21) from it.
- Türk Yurdu publications are aimed at youth, written in pure Turkish, but sometimes include modern European elements; the author translated one such tale.
- The author also included tales (15-19) he personally collected from uneducated people in Anatolia, valuing their primitive, unadorned style.
- The art tales (22-66) are sourced from Tutiname, Humajunname, and Qyrq vezir, tracing their ultimate origin to Indian prototypes.
- The author discusses existing German translations of Tutiname (Georg Rosen) and Qyrq vezir (Walter Fr. Adolf Behrnauer), noting his use of some of their successful renditions.
- The author explains the lack of a complete German translation for Humajunname due to its highly artificial, ornate style, and describes his approach to translating it by omitting superfluous embellishments.
- The author concludes by stating the volume offers a comprehensive overview of Turkish fairy tales and explains his translation method of adhering closely to the original text's simplicity, even with its stylistic imperfections.
- He explicitly chose not to include related folk literature forms like folk novels or Karagöz plays, as many already exist in German translation.
Locations
Constantinople (Istanbul)
A bustling urban center in Turkey, where modern printing presses and intellectual movements are beginning to take root, influencing the collection and publication of Turkish fairy tales.
Mood: Intellectual, evolving, a hub of cultural activity and publishing.
Mentioned as a location where new collections of Turkish fairy tales, like 'Türk Masallary', were printed and published, reflecting a growing interest in the genre.
Anatolia (Asia Minor)
The vast, diverse geographical region of Turkey, characterized by its rural landscapes and traditional villages, where uneducated people preserve ancient folk tales through oral tradition.
Mood: Rustic, authentic, steeped in oral tradition, reflecting the 'primitive' form of Turkish fairy tales.
The author collected fairy tales directly from the mouths of 'completely uneducated people' in this region, representing the most authentic and unadulterated form of Turkish folk tales.
Gardens of Araby (Implied)
An evocative, perhaps mythical, setting suggested by the title of an English translation of Turkish tales, implying a lush, exotic, and perhaps romanticized Arabian or Middle Eastern garden.
Mood: Exotic, romantic, somewhat mysterious, hinting at the orientalist perspective of some translations.
Mentioned as the title of an inaccessible English translation ('Told in the Gardens of Araby'), suggesting a Western romanticized view of the tales' origin.