3\. Bild
by Gerdt von Bassewitz · from Peterchens Mondfahrt: Ein Märchenspiel
Adapted Version
It was a special night. The castle was starry. The Night Fairy lived there. Her castle was high above. It shone with soft light. Peter and Anneliese were there. Their friend was the beetle. The beetle had a big problem. He felt very sad. The Night Fairy sat on her bright throne. Stars looked in from above. A soft blue light filled the room. Sweet music played. Star girls danced. They moved like a chain. Their dresses sparkled. The Night Fairy smiled. She waited for her guests. She knew they would come.
A big boom came. It was the Thunder Man. He rode a huge drum. The drum was very loud. He had red hair. He had a red beard. He looked very big. He made a big, friendly noise. He said hello to the Night Fairy. "My wife, Lightning Witch, will come later. She sends her greetings." A fast wind blew. The Wind Sprite flew in. She rode a broom. Her hair was wild. Her dress fluttered. She moved very fast. She spun around. "I came quickly!" she said. Then the Cloud Woman came. She floated in softly
Original Story
3. Bild.
(Großer Saal im Schloß der Nachtfee. Eine blaue Kuppelhalle, in die von oben die Sterne hereinsehen. Rechts und links weite Eingänge vor schwarzem Hintergrunde. Der Boden der Halle ist silbergrau. In der Mitte des Raumes steht eine silberne Treppenpyramide mit einem Thron. Der Thron leuchtet von innen. Rechts und links von dem Thron zwei Tafeln aus blassem Marmor, auf denen silberne Tassen und silberne Teller stehen. Bei jedem Gedeck steht ein silberner Stuhl. Auf dem Thron sitzt die Nachtfee, in einem tiefblauen Mantel, der mit Sternen bestickt ist. Sie hat ein blasses, edles Antlitz. In ihrem tiefschwarzen Haar trägt sie eine silberne Mondsichel als Krone. In der Halle herrscht bläuliche Dämmerung. Aus der Höhe ertönt eine süße Harfenmusik, zu deren Melodie an dem Fries der Halle entlang eine Kette reigentanzender Sternenmädchen ununterbrochen hinzieht. Es sieht aus, als kämen die Mädchen vom Himmel herein, zögen durch den Raum und wieder in die Tiefe der Nacht hinaus. Eine Glocke schlägt aus der Höhe mit zwölf tiefen Schlägen.)
Nachtfee
Mitternacht! – Die Welt schlief ein;
Frieden, Frieden soll über ihr sein!
(Ein ferner Chor nimmt den Ruf auf und singt immer leiser, immer ferner.)
Frieden, Frieden soll über ihr sein,
(Der Chor verklingt.)
Nachtfee
Nun kommen wohl bald meine Gäste an,
Ich höre schon den Donnermann.
(Man hört fernen Donner, stärker und stärker. Plötzlich gibt es einen gewaltigen Krach, und auf einer großen Pauke kommt von rechts der Donnermann hereingeritten. Er hält vor dem Thron der Fee und steigt ab. Eine riesige Gestalt, dick und ungeschlacht, mit rotem, borstigem Bart und roten Haaren. Er hat ein schwarzledernes Wams an und hohe Kanonenstiefel.)
Donnermann
(macht vor der Nachtfee eine Verbeugung.)
Zum Donnerwetter, da bin ich gekommen;
Habe mir keine Zeit genommen;
Bin gleich, weil du mich geladen hast,
Auf meiner Pauke hierher gerast.
Mein Weib, die Blitzhexe, läßt dir sagen,
Sie hätte noch schnell mal wo einzuschlagen
Und käme dann hinterher geritten;
Derweil zu grüßen läßt sie bitten!
Potz – Himmel – Bomben – Donnerwetter,
Unterwegs überholt’ ich meinen Vetter,
Den Hagelhans, er muß gleich kommen,
Hat ein graues Wolkenschiff genommen,
Hat ein Loch an der Mondsichel ins Segel geschnitten,
Läßt derweil durch mich um Entschuldigung bitten.
Potz – Krach – Blitz – Donner – Bombenschlag –
Ich bin hier und sage dir guten Tag!
(Es donnert, und er verneigt sich.)
Nachtfee
Ich danke dir für deinen Gruß, mein Lieber;
Setz’ dich nur dort an die Ecke herüber,
Und ich bitte dich, mach’ ein freundlich Gesicht
Und erschreck’ mir meine Sternenkinder nicht!
Donnermann
(nimmt Platz)
Potz Bomben, ich will’s versuchen, schöne Frau;
Doch entwischt mir ein Donner, nimm’s nicht so genau.
Nachtfee
(verbindlich)
Bitte, bitte, ich lege darauf kein Gewicht,
So ein klein wenig schadet ja nicht. –
Ah, die Windliese kommt, sie ist sehr schnell
Und immer mit den Ersten zur Stell’.
(Ein Windsausen geht durch die Luft, und die Windliese kommt von rechts auf einem Besen hereingeritten. Sie hat ein rotbäckiges, dickes Gesicht; blondes, wirr um den Kopf stehendes Haar und ein graublaues Schleierkleid. Während sie spricht, säuselt ein leiser Wind; wenn möglich flattern ihre Schleier.)
Windliese
(macht einen Knicks)
Hui – hui – Sumsiselsei!
Komm’ schnell auf meinem Besen herbei,
Hab’ tausend Meilen zurückgelegt,
Bin über Wiesen und Wälder gefegt,
Hab’ an allen Türen und Fenstern gerüttelt,
Hunderttausend Kirschen von den Bäumen geschüttelt.
Haha – hoho – huhu – sieh sieh –
Die Windliese ist hie, die Windliese ist hie!
(Sie knickst noch einmal.)
Nachtfee
(begrüßt sie)
Freut mich sehr, daß Sie zu meinem Kaffee kamen
Und sich die Zeit bei ihren Geschäften nahmen.
Ich habe noch eine Reihe von Gästen geladen,
Es gibt Kaffee, Schokolade und Mondscheinfladen.
Der Donnermann ist auch gekommen
Und hat zur Linken Platz genommen.
(Sie begrüßen sich.)
Donnermann
Potz Knatter, freut mich, Base Wind,
Daß Sie so schnell gekommen sind.
Wo ist denn aber mein Freund, Ihr Mann,
Der Sturmriese? Kommt er noch hinterdran?
Windliese
(knickst und säuselt)
Mein Mann hat noch auf dem Meere zu tun,
Wirft noch ein paar große Mastbäume um;
Es dauert nicht lange, bald ist er hier.
Eh’ ich abgereist bin, sagte er mir:
»Bügele mir auch die Windhose gut
Und meinen neuen Wirbelwetterhut!«
Er brüllte dann noch etwas von Grüßen
An seinen Freund, den Donnerriesen ...
Donnermann
(verneigt sich)
Danke, danke, war mir immer ein großes Vergnügen,
Mit dem Sturmriesen über die Erde zu fliegen.
Windliese
(knickst und kreiselt unter fortwährendem Säuseln zu ihrem Platz.)
Nachtfee
Ich merke schon, die Luft wird grau;
Jetzt kommt wohl die dicke Wolkenfrau.
(Es kommt von rechts eine dicke, grauhaarige, pausbäckige Frau herein, in eine mächtige, graue Krinoline und eine dunkelblaue Bluse mit großen Ballonärmeln gekleidet. An Ärmelenden, Hals und Rocksaum sehen weiße Kanten hervor. Sie hat gemütliche, langsame Bewegungen und eine weiche, tiefe Stimme.)
Wolkenfrau
(mit Verneigung)
Guten Tag, Frau Nachtfee,
Wie geht’s auf dem Mond?
Ich finde, daß es sich immer noch lohnt,
Sie zum Kaffee in ihrem Schloß zu besuchen;
Sie haben ausgezeichneten Fladenkuchen.
Nachtfee
Liebe Wolkenbase, ich freue mich sehr,
Setzen Sie sich nur hierher!
Sie finden schon Freunde, (mit Handbewegung)
den Donnermann
Und die Windliese ...
(Die beiden erheben sich und begrüßen die Angekommene.)
Wolkenfrau
(knickst)
Ah, das nehm’ ich mir an!
Zwei so angenehme, sympathische Leute;
Es ist mir eine besondere Freude!
Ich hoffe nur, daß die Sonne, das Biest,
Nicht etwa auch geladen ist;
Hat mir neulich wieder durch’s Kleid gebrochen
Und mich mit ihren Strahlen zerstochen.
Nachtfee
Die Sonne kommt auch, es war an der Zeit;
Das verlangt die Sitte und Höflichkeit.
Ich habe sie aber so gesetzt,
Daß sie die Base nicht weiter verletzt;
Mir ist ja die alte Feindschaft bekannt.
Wolkenfrau
(verneigt sich)
Sehr liebenswürdig, sehr charmant!
Nachtfee
Bitte, nehmen sie Platz beim Donnermann!
Wolkenfrau
(setzt sich dort)
Nicht angenehmer man sitzen kann!
(Es wetterleuchtet im Raum.)
Nachtfee
Die Blitzhexe kommt, man merkt sie schon ...
(Der Donnermann springt auf und donnert.)
Nachtfee
Oh bitte, bitte, mehr Distinktion!
Sie dürfen Ihre Liebe hier nicht so zeigen;
Hübsch sittsam sein, abwarten und schweigen!
(Der Donnermann setzt sich verlegen.)
Donnermann
Potz Donner, Verzeihung, es ist mir entwischt!
Wenn ich merke, daß mein Blitzweib irgendwo zischt,
Dann kriege ich immer den Donnerdrang ...
(Ein greller Blitz zuckt auf, die Blitzhexe saust von rechts auf einem toten Baumast herein. Sie hat ein schwefelgelbes Kleid an, ein gelbes, spitzes Hexengesicht, lange, gelbe Krallenfinger und eine starr nach hinten in die Luft stehende, lohrote Haarfahne. Als sie hereinspringt, fährt der Donnermann von seinem Sitz und begrüßt sie mit einem schmetternden Donnerschlag.)
Donnermann
(brüllt und umarmt die Blitzhexe)
Mein Weib, mein geliebter Schwefelgestank!
Blitzhexe
(schrill)
Bin hie – grüß di! – Sirrrr – sirrrr – krakecks!
(Sie wendet sich zur Nachtfee.)
Sirrrr – sirrrr – liebe Base – da ist der Blitz!
Zerschlug nur noch schnell eine Kirchturmspitz’,
Hatte Auftrag, mußt’ ihn erledigen schnell;
Sirrrr – sirrrr – krakacks, – bin zur Stell’!
(Wenn sie »Sirr – Sirr« sagt, blitzt es.)
Nachtfee
Liebe Blitzhexe, es ist mir sehr angenehm,
Ich hoffe, Sie machen es sich bequem;
Doch bitte ich, etwas weniger Schwefelduft.
(Sie hält sich die Nase zu. Der Donnermann brüllt vor Lachen.)
Sie verderben mir sonst die gute Luft.
Blitzhexe
(knickst)
Gewiß, gewiß, weiß auch, was sich schickt,
Wird eben der Schwefelfaden abgezwickt.
Sirrr – will mich beherrschen, hoffe, es glückt;
Wenn’s mich auch drängt und zwackt und jückt,
Den köstlichen Feuerduft zu verbreiten;
Sirrr – sirrr – das sind ja nur Kleinigkeiten!
Nachtfee
Bitte, bitte, (mit Wendung zu den anderen)
Windliese und Wolkenfrau
Nehmen’s damit wohl nicht genau;
Aber es kommen noch andere Gäste
Zu meinem heutigen, schönen Feste:
Das Taumariechen, der Milchstraßenmann,
Die man nicht gut beschwefeln kann.
Verzeihen Sie also meine Bitte,
Und nehmen Sie Platz, liebe Base Blitz,
Ich glaube, es kommt schon der Regenfritz.
(Die Blitzhexe knickst und springt in Zickzacklinien zu ihrem Platz. Man hört Regenrauschen und auf einem großen Regenschirm kommt von rechts der Regenfritz herein. Eine fadendünne, lange Gestalt in schlechtsitzendem, grauem Überrock, zu kurz geratenen, grauen Hosen, grauem Zylinder und ausgetretenen Zugstiefeln. Langes, strähnig hängendes, verwaschen blondes Haar; eine rote, spitze Schnupfennase und Triefaugen. Er hat eine ölig flötende, melancholische Greinstimme. Er trieft von Wasser. Wo er steht, bilden sich sofort Pfützen.)
Regenfritz
Drüppelü – tüp – tüp – liebe Fee der Nacht,
Sie haben mir gütige Einladung gemacht.
(Er verbeugt sich.)
Ich bin gerne gekommen – tüp – top – tü – ti,
War ein weiter Ritt auf dem Parapluie.
Hab’ zwar im Mai meist wenig zu tun,
Hin und wider mal drüppeln, meist muß ich ruh’n;
Hab’s aber eben noch gerade erreicht
Und fünfzig neue Kleider milde durchgeweicht,
An siebzehn Stellen sanft durch die Decke geregnet,
Tische, Stühle und Betten mit Pfützen gesegnet,
Zwölf Landpartien freundlich berieselt,
Zweihundert Kinderchen haben’s mit Schnupfen benieselt,
Dreizehn Handwerksburschen, bis aufs Hemd,
Habe ich liebevoll durchgeschwemmt. –
Nun ja, man muß eben zufrieden sein,
Der Mai ist trocken, die Arbeit nur klein.
Nachtfee
Es freut mich, mein Herr Regenfritz.
Hier linker Hand ist jetzt Sein Sitz;
Aber sage Er nur, was fängt Er an,
Hat Er gar nichts Gutes auf Erden getan?
Treibt er da unten denn nur noch Possen?
Regenfritz
O nein, Frau Nachtfee, ich hab’ auch begossen
Einige Felder und einige Wiesen
Und einige Gärten mit Obst und Gemüsen.
Jedoch nach dem lieben Monat April
Ist im Mai die Zeit langweilig und still.
Da nehm’ ich dann tüp – tüp – die Regenspritze
Und mache meine unschuldigen Witze.
Ich gehe dabei nicht so stürmisch zu Werke
Wie die anderen, die ich hier bemerke;
Ich mache das sanft und lasse mir Zeit,
Bei vieler Milde und Gründlichkeit.
Nachtfee
Gewiß, ich weiß, ohne Donnern und Blitzen –
Nur riesele Er, bitte, hier keine Pfützen!
(Die bereits Angekommenen machen ein Freudengetöse.)
Regenfritz
(indem er sich zu ihnen setzt)
Sie brauchen gar nicht so grob zu lachen
Und sich über mich lustig zu machen;
Heute ist der und morgen ist jener in Mode,
Und ein jeder von uns hat seine Methode.
Nachtfee
Der Sturmriese kommt, ich höre ihn heulen.
(Lautes Brausen ertönt. Der Sturmriese springt herein; eine gewaltige Gestalt, die größte von allen. Der Sturmriese trägt keinerlei Gewandung, sondern ist mit schwarzem, zottigem Fell behaart, hat einen mächtigen, schwarzen Bart, ebensolches Haar und trägt ein paar gewaltige, schwarze Flügel an den Schultern. In der Faust hält er einen abgerissenen Eichenast.)
Sturmriese
Puh! – Da bin ich! – Komme vom Ozean,
Schnallte meine schnellsten Flügel an!
Bin wie der Teufel durch die Luft gesaust,
Durch Gebirg und Urwald herangebraust!
Ließ auf dem Flug mir keine Zeit,
Weil Ihre Einladung mich furchtbar freut!
Habe nicht Wind- noch Wasserhose angezogen,
Sie müssen verzeihen, bin so geflogen! (Er verneigt sich.)
Nachtfee
Lieber Sturmriese, es ist mir ein großes Vergnügen,
Daß Sie meinetwegen so eilig fliegen;
Doch muß ich sagen, es wäre schön,
Sie etwas mehr bekleidet zu seh’n.
Bitte, setzen Sie sich hinter die Wolkenfrau,
Die nimmt es damit nicht so genau.
Sturmriese
Danke, danke! (setzt sich dort.)
Wolkenfrau
(ängstlich)
Nicht zu nahe setzen,
Und mir nicht wieder das Kleid zerfetzen,
Wie neulich, das war sehr ungezogen!
Sturmriese
Hu – hu – das war nur ein harmloses Spielen!
Wolkenfrau
Ich liebe es nicht, das Kleiderzerwühlen!
Nachtfee
Es wird kühl, die Eisgeschwister kommen an,
Draußen trommelt der Hagelmann.
(Man hört ferne Trommelwirbel, die sich schnell nähern. Der Hagelhans kommt herein, ein großer Mann, mit glattem, blau geschminktem Gesicht, in enganliegender Uniform von silbergrauer Farbe mit blauer Stickerei. Silbergraue Gamaschen und blaue Bärenmütze. An den Stiefeln trägt er große Radsporen und eine große, silberne Trommel am Gürtel, auf der er Wirbel schlägt.)
Hagelhans
(schlägt die Hacken zusammen)
Klirrrrr – der Hagelhans ist zur Stelle;
Hat viel zu tun in der Mittagshelle;
Muß in den heißen Frühlingstagen
Die Ehre des Winters zu Ansehn tragen;
Tut’s gern, ist ihm eine dienstliche Pflicht,
Kennt Mitleid mit Blumen und Saaten nicht,
Zerschmettert all’ den albernen Kram,
Wo er ihm in die Marschroute kam;
Schießt mit tausend Flinten zu gleicher Zeit, (schlägt einen Wirbel.)
Trifft sicher, ist gegen alles gefeit;
Kennt kein sanft säuselndes Betragen,
Hat immer alles kurz und klein geschlagen;
Ist gründlich in seinem Dienstrevier,
Nachts hat er Urlaub – jetzt ist er hier!
(grüßt militärisch.)
Nachtfee
Es freut mich der Besuch des gestrengen Herrn.
Ich habe zwar seine Arbeit nicht gern;
Doch ist sie wohl zu manchem gut,
Vornehmlich gegen den Übermut.
Bitte, nehmen Sie Platz, dort ist Ihr Sitz,
Neben dem Donnermann und der Base Blitz.
Ich glaube, zu unserer großen Freude
Ist Ihre liebe Schwester schon nah,
Frau Holle ...
(Frau Holle kommt in einem Wirbel von Flocken herein. Sie sieht aus wie ein großes, weißes Bett; hat ein gutmütiges, gerötetes Gesicht unter schlohweißem Haar und unter jedem Arm ein Bettkissen, aus dem, wenn sie darauf drückt, Flockenkaskaden aufsprühen.)
Frau Holle
(verneigt sich)
Frau Holle ist da! Frau Holle ist da!
Hab’s beinah’ verschlafen, ja ja, ja ja!
Halte schon meine Sommerruhe
Im hohen Norden. Meine Bettentruhe
Ist sorgsam vor der Sonne verschlossen;
Sie hat impertinent mit Strahlen geschossen;
Ich mußte tief ins Eisschloß fliehen,
Um mich nicht zu verbrühen, ja ja, zu verbrühen.
Hab’ geschlafen, wie sieben Murmeltiere, –
Weckt ein Sternchen mich und brachte mir Ihre
Einladung zu dem großen Empfang; –
Besten Dank, liebe Base, besten Dank, besten Dank!
Nachtfee
Liebe Base Holle, es freut mich sehr.
Ich hoffe, es ward ihnen nicht zu schwer
Das Aufsteh’n, und denke Sie zu entschädigen. –
Bitte, bitte, lassen Sie sich nicht nötigen!
Schlagsahne wird es in Menge geben,
Ich weiß, Sie essen sie gern für ihr Leben.
Frau Holle
O köstlich, köstlich, Schlagsahne auf Eis;
Es gibt nichts Besseres, ich weiß, ich weiß! –
Ein schönes Fest, das muß man sagen;
Da kann man nicht klagen, gewiß nicht klagen.
Als Dank spendier’ ich deinem Feste zum Glanz
Nachher meinen neuen Flockenwirbeltanz.
Nachtfee
Sehr liebenswürdig; ist mir eine Freude!
Bitte, setzen Sie sich an jener Seite!
(Frau Holle setzt sich. Durch die Tür tritt der Eismax. Große, schlanke Gestalt mit spiegelblanker Glatze und grünem, starr aufgebürstetem Schnauzbart. Er trägt ein Monokel. Seine glasgrüne Uniform ist mit silbernen Eisblumen bestickt. Er trägt weiße Lackstiefel mit silbernen Klingsporen. Sein Benehmen ist militärisch. Er schlägt die Sporen zusammen und grüßt.)
Eismax
Jnädigste Nachtfee, melde jehorsamst zur Stelle!
Jereist mit jletscherhafter Schnelle.
Zwar für mich unjewöhnliche Zeit;
Aber doch eisbärenmäßig jefreut!
Wo alle sich zum Empfang einstellen,
Darf Eismax selbstverständlich nich fehlen.
Bitte erjebenst, eines nur:
Etwas jekühlte Temperatur!
Und die Sonne, das jreuliche Weib,
Mir nich so nahe uff ’n Leib.
Kann die Person durchaus nich vertragen,
Krieje Triefaugen und weichen Kragen,
Janzer Anzug schlägt Jammerfalten,
Kann Monokel nich mehr halten.
Sonst vor Frauen stets jute Fijur,
Nur vor Sonne nich ’ne Spur;
Verdirbt mir Laune und jeden Spaß,
Weiß auch jarnich, bin ejal naß.
Unausstehlich! Na, überhaupt,
Denke, daß mir das jeder jlaubt!
Nachtfee
Bitte, Herr Eismax, ich weiß Sie zu schätzen
Und werde Sie kühl und luftig setzen.
Eismax
Danke erjebenst, bin sehr bejlückt,
Habe Eisblumensträußchen jepflückt,
Um anjemessen zu bejrüßen;
Lege jehorsamst zu Ihren Füßen.
(legt den Strauß auf die Thronstufen.)
Nachtfee
Danke sehr, danke, Herr Leutnant,
Sehr liebenswürdig, sehr galant. –
Bitte dort drüben am linken Tisch,
Jene Seite ist kühl und frisch.
(Der Eismax klirrt mit den Sporen und setzt sich. Herein kommt der Wassermann. Eine fette Gestalt, pausbackig, mit Schilfhaar, Froschmaul und -augen, Floßfingern und -zehen und grasgrüner Haut. Er trägt einen grünweiß gesprenkelten Badeanzug und in jeder Hand einen großen Schwamm.)
Wassermann
Putsch – patsch – blubber – quax! – Putsch – patsch!
blubber – quax!
Guten Tax allerseits – guten Tax – guten Tax!
War ’ne weite, beschwerliche Fahrt – noaaaaaa!
Bin aber blubber – blubber – trotzdem da.
(verneigt sich.)
Bin gefahren – uax – auf dem Muschelschiff,
Vom Grunde des Meeres – uax – wo ich schlief.
Meine Seejungfern tanzten am Ufer Reigen,
Spielten Schlickversteckens und Blasensteigen;
Haben mir in einer großen Blase
Die Einladung gebracht, Frau Base.
War mir – blubber – blubber – sehr schmeichelhaft,
Hab’ mir neue – uax – Wasserhosen angeschafft;
Aber ich bitte, (drückt sich über dem Kopf einen Schwamm aus)
vor allen Dingen,
Mich – uax – uax – wässerig unterzubringen.
In der Luft – uax – ist es unangenehm. (drückt sich den andern Schwamm über dem Kopf aus.)
Nachtfee
Machen Sie sich’s nur recht bequem,
Bitte, ich habe auch daran gedacht
Und es Ihnen so schön als möglich gemacht.
Dort steht Ihre silberne Badewanne,
Ein Sternenmädchen soll mit der Kanne
Begießen.
Wassermann
Uax – das ist angenehm!
(steigt in die Badewanne.)
Ist mir – uax – ein lieber Platz!
(Ein Sternenmädchen kommt mit einer Gießkanne.)
Fang’ nur gleich an, du kleiner Fratz!
(Das Sternenmädchen begießt ihn, und er stößt ein wohliges Grunzen aus.)
Nachtfee
Die Sonne naht sich, ich fühle ihr Licht.
Meine lieben Gäste, kränken Sie nicht
Die Königin, sie ist mir an Würde gleich
Und ehrt mit ihrem Besuch mein Reich.
Sie kommt mit ihren Töchtern und Söhnen,
Wir müssen uns an sie gewöhnen
Für einige Stunden, bei Kaffee und Kuchen;
Es bleibt ja bei Höflichkeitsbesuchen.
(Man hört eine ferne, rauschende Melodie. Goldiges Licht fließt in den Raum. Von links tritt die Sonne ein; ihr zur Rechten und Linken ihre beiden Töchter, Morgen- und Abendröte, hinter ihr die beiden Söhne, der Morgen- und der Abendstern. Die Sonne trägt ein goldenes Kleid und eine silberne Strahlenkrone. Sie hat ein edles Gesicht und weißes Lockenhaar. Ihre Töchter tragen rosige Schleier und purpurrote Kränze auf goldenen Locken; die Söhne gehen in silbernen Rüstungen. Beim Eintritt der Sonne erhebt sich die Nachtfee und mit ihr alle bereits Angekommenen. Der Eismax, die Wolkenfrau und Frau Holle drücken sich mit abwehrenden Gesten möglichst weit. Der Eismax sucht sich mit komischer Steifheit hinter die Wolkenfrau zu verstecken. Donnermann, Hagelhans, Windliese, Sturmriese, Blitzhexe und der Wassermann verneigen sich. Die Nachtfee steigt vom Thron und geht der Sonne entgegen.)
Nachtfee
Ich grüße die Hohe, die den Tag regiert,
Und, da Ihr Weg Sie zu mir geführt,
Soll Sie wissen, daß ich glücklich bin; –
Willkommen mir, Schwester, Königin!
(Sie umarmen sich. Während der Umarmung wird es abwechselnd hell und dunkel im Raum.)
Auch deine Kinder an deiner Seite
Sehe ich mit herzinniger Freude;
Morgen- und Abendröte, die Süßen,
Säumen den Himmel zu meinen Füßen.
(Sie küßt die beiden.)
Und deiner Söhne strahlendes Paar,
Morgen- und Abendstern, schmückt mir das Haar,
Wenn ich der Erde nahe und scheide; –
Ich dank’ ihnen innig,
(schüttelt die Hände der beiden.)
ich liebe sie beide.
Sonne
Du schöne Schwester, du stille Nacht,
Der Gruß meiner Liebe sei dir gebracht.
Sind unsere Reiche auch ewig geschieden;
Mein ist die Arbeit – dein ist der Frieden;
Schlingen wir doch um die Guten und Bösen
Den einen Reigen und segnen die Wesen,
Die auf der wundertiefen Welt
Liebe in prunkendes Leben gestellt.
Gern kam ich, Schwester, zu deinem Feste;
(mit einer Neigung zu den anderen.)
Grüße auch deine anderen Gäste,
Stand in Verbindung mit manchem von ihnen,
Mußte mich oft ihrer Kräfte bedienen
In der müh’reichen Monde Flucht;
Freue mich, daß sie dich auch besucht.
(Die Sonne nimmt mit ihren Kindern an der Tafel zur Rechten der Nachtfee Platz. Die Nachtfee kehrt auf ihren Thron zurück. Das Taumariechen tritt von links ein. Ein süßes, blasses, dunkelhaariges Mädchen in mattsilbernem, kurzem Gazekleid über nachtblauem Grund. Auf ihrer Stirn ein silbernes Krönchen, an ihren nackten Armen und Füßen klingen silberne Reifen, von ihrem Gürtel hängen blasse Perlenschnüre. Sie trägt eine kleine, silberne Trinkschale. Bei ihrem Eintritt klingen leise Harfentöne in der Luft, wie fallende Tropfen. Sie tritt vor den Thron und kniet dort.)
Das Taumariechen
Liebe Mutter, ich habe für diese Nacht
Deinem Willen gehorsam mein Werk vollbracht;
Alle dürstenden Gräser und Blüten erquickt,
Alle schlafenden Wälder mit Perlen geschmückt;
Hing in Gärten viel Kettlein an Zweig und Baum,
Gab den grünen Büschen den Tropfensaum;
Füllte mit segnender Frische die Luft,
Strich auf Blätter und Früchte den silbernen Duft;
Hab’ alle bunten Wiesen leise gekühlt,
Mit den Nebeln über dem See gespielt,
Hab’ der Morgenröte das Land geschmückt
Und alle Wesen im Traum erquickt. –
Küss’ mich nun, Mutter, mein Werk ward schön,
Und laß mich in deine Augen seh’n.
Nachtfee
(breitet ihre Arme aus)
Mein holdes, mein silberfüßiges Kind!
(Sie schließt ihre Tochter, die zu ihr hinaufeilt, in die Arme und küßt ihren Scheitel.)
Wo deine segnenden Hände sind,
Du reine Weihe der stillen Nächte,
Ich weiß es, wird allem Dürsten Glück,
Da atmet alle Schönheit leise,
Lieblicher noch durch deine Weise;
Und kehrst du in meine Tiefe zurück
Nach so viel holdem Liebesregen,
Segne ich dich zu neuem Segen,
Du Friedensüße, du leises Glück.
(Das Taumariechen setzt sich auf den Stufen des Thrones zu den Füßen der Nachtfee. Von links kommt der Milchstraßenmann herein. Er hat eine hellblaue Bluse an, weiße, weite Hosen, die in niederen Schaftstiefeln stecken und eine blaue Ballonmütze auf dem Kopf. Mütze, Bluse und Stiefel sind über und über mit Silbersternchen besät. Eine große Säuglingsflasche und eine Milchklingel hat er unter dem Arm. Er ist sehr erregt und tritt, ohne die Anwesenden zu beachten, vor den Thron.)
Nachtfee
Nun, Milchstraßenmann, was hast du zu sagen?
Milchstraßenmann
Frau Nachtfee, ich muß mich bitter beklagen! –
Die Gesellschaft, die du geladen hast,
Ist mir derart über die Milchstraße gerast,
Daß sie mir das Pflaster beschädigt haben
Und die Meilensteine, die Bäume, den Graben!
Das ist ein Benehmen, unerhört! –
(Unruhe an der linken Tafel.)
Jawohl, ich hab’ mich zu recht beschwert!
Der Sturmriese kommt da mit Saus und Summ
Und wirft mir drei schöne Milchbäume um ...
(Der Sturmriese steht auf.)
Sturmriese
Nu nu, hu hu, das ist doch nicht schlimm?
Milchstraßenmann
Jawohl, du Tölpel, es macht mir Grimm!
Und die Wolkenfrau hat meine Meilensteine
Undeutlich gemacht!
Wolkenfrau
Nun aber, so eine
Sache ist doch nicht der Rede wert.
Milchstraßenmann
Was, was? Das ist ganz unerhört!
Wenn mal ein Komet geflogen kommt,
So kann er nicht lesen, wie weit es gewesen! –
Dann beschwer’ ich mich über den Regenfritzen;
Er macht mir die Straße voller Pfützen
Und hat mir die schöne Milch verwässert ...
Regenfritz
Tüp – tüp – dadurch wird doch die Milch verbessert!
Milchstraßenmann
Davon versteht er keine Spur
Mit seiner triefigen Drüppelnatur!
Regenfritz
Der kleine Bär hat mich aber gebissen,
Tüp – tüp und mir meine Hosen zerrissen!
Milchstraßenmann
Ist Ihm ganz recht, kann ich nur sagen! –
Und dann muß ich über den Donnermann klagen;
Er hat sich furchtbar schlecht betragen,
Hat blödsinnig gebummst und gedonnerkracht
Und die Himmelsziegen mir scheu gemacht!
Donnermann
(verlegen)
Das ist mir ganz aus Versehen passiert.
Milchstraßenmann
Ja ja, Er hat sich aufgeführt,
Daß man die Angst und die Bange bekam;
Und nun erst sein Weib, wie die sich benahm?
Kam immer so zickzack dahergeschlenkert
Und hat mir die ganze Allee verstänkert!
Ist das ein anständiges Ehepaar? –
Blitzhexe
Sirrrrr – sirrrrr – ist ja alles garnicht wahr!
Milchstraßenmann
Was? Noch viel mehr habt ihr angerichtet!
Der Hagelhans hat mir die Wiese vernichtet,
Wo die jungen Mondkälber gewöhnlich grasen.
Hagelhans
Ach wo, das war nur ein Tennisrasen!
Milchstraßenmann
Was Tennis? – Er ist ein Grobian!
Was geht ihn die Mondkälberwiese an?
Und der Wassermann kam da angeplantscht,
Hat mir alle Gräben übergepantscht!
Wassermann
Uax – Gräben sind doch für Wasser gemacht,
Das hab’ ich mir – uax – dabei gedacht.
Ich dachte – noaaaaa – es macht dir Vergnügen?
Milchstraßenmann
(wütend)
Da kann man ja das Lütütü kriegen;
Was so ein watsch’liger Wassermann
Sich bei dem Unsinn denken kann! –
Meine Gräben sind für den Nebel bestimmt,
Den der Frühwind von den Feldern nimmt.
Seh’ mir nur einer die Dösigkeit!
Wassermann
(gemütlich)
Uax – uax – noaaaa – das tut mir leid!
Milchstraßenmann
Frau Holle hat ein Stück Straße verweht,
Der Eismax hat der Jungfrau den Kopf verdreht.
Eismax
Kann nischt dafür, daß alberne Ziegen
Mir immer jleich zu Füßen liegen;
Bin innerlich überhaupt sehr kühl,
Weiß jarnich, was das Mächen will?
Milchstraßenmann
Er muß sich eben bescheidener führen
Und nicht so mit den Sporen klirren!
Eismax
Stramme Haltung, mein Element,
Weiß jeder, der den Eismax kennt!
Milchstraßenmann
Das ist mir gleich, ihr seid alle schlecht,
Und ich bitte die Nachtfee um mein Recht!
Nachtfee
Liebe Gäste, der Milchmann hat sich beschwert,
Und Sie haben seine Klagen gehört;
Sie dürfen den Braven mir nicht verletzen
Und müssen ihm den Schaden ersetzen.
Alle
Natürlich, natürlich, es tut uns leid;
Wir sind dazu sehr gern bereit.
Nachtfee
Lieber Milchmann, nun habe die Freundlichkeit
Und sieh’ doch, wo das Sandmännchen bleibt.
Ich hatte es auch für heute geladen,
Es ißt so gerne die Mondscheinfladen.
Hoffentlich hat es das nicht vergessen!
(Der Milchstraßenmann geht hinaus.)
Für meine anderen Gäste indessen
Soll jetzt die Musik und der Tanz beginnen.
(Sie hebt winkend die Hand, eine Schar weißgekleideter Knaben kommt herein, die silberne Kannen und Platten mit Kuchen tragen. Sie schenken den Gästen ein, während leise Musik ertönt. Eine Schar lieblicher Sternenmädchen tanzt Reigen im Vordergrunde. Plötzlich kommt der Milchstraßenmann wieder herein. Er lacht und kann sich vor Vergnügen kaum halten.)
Milchstraßenmann
Ho ho, ha ha – na sowas, ha ha!
Sowas war überhaupt noch nicht da!
Hi – hi – ha – ha –
Nachtfee
Aber Milchstraßenmann,
Was fehlt Ihm denn? Was fängt Er an?
Das ist ja ein ganz tolles Betragen!
Milchstraßenmann
Nu – nu – hi – hi – das muß ich sagen!
Entschuldigen die Herrschaften, aber ha – ha –
Na, sowas war überhaupt noch nicht da!
Nachtfee
Nun also, wir sind sehr gespannt, lieber Mann.
Milchstraßenmann
Jawohl – sie kommen schon selber an!
Das Sandmännchen, hi hi, es ist verrückt;
Ich glaube, es hat den Mondstich gekriegt!
Es hat auf seinem Wagen, ha ha –
Nu sehen Sie doch, – da sind sie ja!
(Das Sandmännchen kommt gravitätisch herein, an der rechten und linken Hand die beiden Kinder, hinter ihm der Maikäfer. Bei ihrem Hereinkommen erhebt sich am Tisch zur Linken der Fee ein gewaltiges Freudengetöse; der Donnermann donnert, die Blitzhexe blitzt, der Hagelhans trommelt, der Wassermann kriecht halb aus der Badewanne und patschelt sich den Bauch vor Vergnügen. Der Eismax klemmt das Monokel ein und stößt ein schnarrendes Gelächter aus. Die Nachtfee erhebt sich und streckt die Hand aus. Es wird still.)
Nachtfee
Sandmännchen, du bist spät gekommen,
Und ich sehe, du hast da mitgenommen
Zwei Menschlein und ein Käfertier.
Warum tatest du das, und was sollen sie hier?
Sandmännchen
(mit Verneigung)
Hochwerte Nachtfee, ich muß dir sagen,
Seltsames hat sich zugetragen;
Etwas ganz Neues auf dem Mond,
Seit ihn das Sternenvolk bewohnt.
Ich hatte grad’ meine Arbeit verrichtet,
Die Sterne noch etwas ausgerichtet,
Da sah ich urplötzlich am heiteren Himmel,
Nicht weit von meiner Sternenbimmel,
Wie ganz vergnüglich diese Drei
Kamen durch die Luft herbei.
Ich fiel vor Erstaunen fast auf die Nase,
Lief schnell nach dem großen Guckeglase,
Da waren sie aber schon angekommen
Und hatten mich aufs Korn genommen.
Erst hab’ ich sie furchtbar angekracht,
Das hat aber gar keinen Eindruck gemacht;
Dann hab’ ich sie mal ausgefragt,
Und da hat mir das Peterchen gesagt ...
(Es schiebt das Peterchen vor.)
Ich glaube, er wird es dir selber sagen;
Man braucht ihn garnicht lange zu fragen.
Hör’, Peterchen, gib der Nachtfee Bescheid,
Warum ihr zum Monde geflogen seid!
Peterchen
(mutig)
Du mußt nicht böse sein, liebe Fee der Nacht,
Anneliese und ich haben die Reise gemacht,
Weil wir dem Maikäfer sein Beinchen wollen;
Das muß man vom Mond herunterholen.
Und der Mondmann hat es ihm abgehackt,
Und es ist auf dem Mondberg eingepackt.
Und die Sumsemanns haben nur fünf Beine,
Und das ist schrecklich, und ich meine,
Der Mondmann hat das Beinchen gestohlen,
Und darum muß man es wiederholen.
Nachtfee
Vor viel’ hundert Jahren ist das gescheh’n,
Es ist richtig, und ich muß gesteh’n,
Daß ich sehr erfreut und verwundert bin,
Daß nun doch zwei Kinder es wagen wollen,
Das Beinchen vom Mondberg herunterzuholen.
Peterchen
Liebe Nachtfee, wir fürchten uns nicht eine Spur!
Nachtfee
Ich glaube dir schon, liebes Peterchen, nur
Liegt der Mondberg sehr, sehr weit von hier,
Im äußersten, dunkelsten Nachtrevier.
Dorthin ist äußerst gefährliche Fahrt;
Doch, wenn ihr immer artig wart ...
Sandmännchen
(fällt ein)
Sie waren’s, ich hab’ ihre Sternchen gefragt,
Die haben sehr günstig ausgesagt.
Nachtfee
Nun, dann ist es gut und kann euch gelingen,
Den bösen Mondmann zu bezwingen;
Doch müssen wir erst die Elemente befragen
Was sie zu eurer Reise sagen. (Sie wendet sich an den Donnermann.)
Wie denkt darüber der Donnermann?
Donnermann
(steht auf und kommt näher, stellt sich breitbeinig vor die Kinder, rollt fürchterlich mit den Augen. Anneliese faßt Peterchen etwas ängstlich am Zipfel des Hemdchens. Peterchen legt den Arm um sie und sieht den Donnermann furchtlos an.)
Donnermann
Potz Knatter – Knäblein, er will was wagen?
Kann er denn einen kräftigen Donner vertragen?
Peterchen
Herr Donnermann, ich hab’ gar keine Angst!
Donnermann
So? Wollen mal sehen, ob du dich bangst! –
Blitzweib, komm’ her ...
Blitzhexe
(springt neben ihn)
Sirrrrr – –
Donnermann
Schlag mal ein!
Achtung, geladen!...
(Es wird plötzlich pechfinster.)
Feuer hinein!...
(Ein greller Blitz zuckt, dem ein schmetternder Schlag folgt, der langhin nachrollt. Es wird ganz allmählich wieder heller. Man sieht Peterchen und Anneliese eng umschlungen, aber tapfer aufrecht; neben ihnen liegt der Maikäfer auf dem Rücken.)
Peterchen
(laut)
Das war noch gar nichts, mach’s ruhig nochmal!
Donnermann
(lacht laut)
Potz Knatter, das ist ja ein prächtiger Junge,
Der wird mal Artilleriegeneral! –
Aber höre doch, was ist denn bloß
Mit deinem fünfbeinigen Maikäfer los?
(Er lacht unbändig, die anderen stimmen ein.)
Peterchen
(hilft dem Maikäfer auf die Beine)
Ach, Herr Donnermann, das ist nicht schlimm,
Er wohnt auf dem Baum, und da ist es ihm
Nicht angenehm, wenn es donnert und blitzt,
Weil er doch immer draußen sitzt;
Und wenn es einschlägt, fürchtet er sich.
Maikäfer
(zu Peterchen)
Ich danke, ja, das war fürchterlich!
Donnermann
So so! – Aber du? Nu guck mal an;
Du gefällst mir, du tapferer, kleiner Mann! –
Also, wie es auch immer sei,
Wir stehen dir auf deiner Reise bei,
Mein Blitzweib und ich, das nimm nur an!
Anneliese
(gibt ihm einen Apfel)
Wir danken dir schön, lieber Donnermann.
Donnermann
(nimmt den Apfel)
Potz Krach, ein Apfel? Nett von der Kleinen;
Da gib meinem Blitzweib auch gleich einen!
Peterchen
(gibt der Blitzhexe einen Apfel)
Hier hast du ihn!
Blitzhexe
Sirrrr, ich danke sehr!
Komm, Donnermann, setz’ dich wieder her!
(Sie zieht den Donnermann zu seinem Platze.)
Donnermann
Potztausend Granaten, der Junge ist prächtig!
(Zum Publikum.)
Daß alle Jungen so wären, das möcht’ ich!
Nachtfee
So, Peterchen, das war sehr schön.
Nun aber müssen wir weiter sehen
Und wollen den Wassermann befragen;
Vielleicht hat er noch etwas zu sagen.
Peterchen
Erlaubst du es, lieber Wassermann,
Daß ich das Beinchen holen kann?
Wassermann
Uax – ich finde nichts dabei,
Weiß ja, er ist nicht wasserscheu;
Hat seinen Schwamm und seine Wanne
Und seine uax – uax – Wasserkanne;
Putzt sich die Zähne, hat Seife und Schrubber
Und plantscht gern Wasser, blubber, blubber.
Er hat auch beim Baden nie gefehlt,
Das haben die Wassernixen erzählt.
Noaaaa – wie ist es, kann er schwimmen?
Peterchen
Wie’n Frosch!
Wassermann
Uax, so will ich bestimmen,
Daß von den Meergeistern ihn keiner stört,
Wenn er uax – uax – zu dem Mondberg fährt.
Anneliese
(gibt ihm einen Apfel)
Danke schön, lieber dicker Wassermann!
Wassermann
(nimmt den Apfel)
Uax, einen Apfel, das nehm’ ich an.
(zu dem Sternenmädchen.)
Du, Mädchen, begieß’ mich noch einmal,
Die Luft ist sehr trocken in dem Lokal.
(Das Mädchen begießt ihn, und er rutscht in seine Wanne zurück.)
Nachtfee
Haben Wasser und Feuer nichts zu klagen,
So müssen wir jetzt die Luft befragen;
Hat der Sturmriese uns noch etwas zu sagen?
(Der Sturmriese springt auf, hebt die Keule, es wird abermals finster, und ein heulender Sturm fegt daher. Man hört das Krachen und Splittern niederbrechender Bäume und das Rollen der Hageltrommel. Dann wird es still und allmählich wieder heller. Der Sturmriese steht vor den Kindern mit gesenkter Keule. Der Maikäfer liegt wieder auf dem Rücken.)
Sturmriese
Ho ho, sie stehen noch kerzengrade!
Ich hab’ sie nicht umgeblasen, schade;
Und bin doch gewaltig dahergefegt;
Bloß den Maikäfer habe ich umgelegt.
Peterchen
(hilft dem Maikäfer auf die Beine.)
Sturmriese
(lacht)
Kraft ist in dem Jungen, das ist wahr!
Wenn man stark ist, fürchtet man keine Gefahr!
Will ihm helfen auf seinem Reiseritte!
Peterchen
Dank’, lieber Windmann, ein Apfel? – bitte?
Sturmriese
(nimmt den Apfel)
Hab’ viel so Dinger von Bäumen gebrochen
Und nicht einmal daran gerochen;
Aber so, aus einer Kinderhand – –
Das nehm’ ich, das wäre ungalant.
(Er kehrt auf seinen Platz zurück.)
Nachtfee
Feuer, Wasser und Luft sind jetzt gefragt
Und haben euch Hilfe zugesagt;
Die Erde schläft unter dem Himmelsraum
In meiner Hut, und ihren Traum,
Der heilig ist, darf ich nicht stören;
Doch wenn ihr sie ruft, so wird sie euch hören. –
Und nun kommt her, ihr kleinen Wesen
(Sie breitet die Arme aus.)
Und laßt euch küssen ...
(Sie küßt beide Kinder, die zu ihr auf den Thron kommen.)
Vor allem Bösen
Will ich euch hüten, soweit ich vermag. –
Eure Fahrt muß schnell sein, denn, naht der Tag,
Und es trifft auf dem Mond euch sein erster Blick,
So findet ihr nie mehr zur Erde zurück. –
Ihr sollt auf dem großen Bären reiten,
Und das Sandmännchen soll euch begleiten.
Milchstraßenmann
Frau Nachtfee, der Bär hat heut’ grüne Augen,
Da wird er für den Ritt nicht taugen;
Er hat schrecklich an seiner Kette gerissen
Und mich beim Füttern beinahe gebissen.
Nachtfee
Er ist der Schnellste, hol’ ihn herein;
Man wird ihn zähmen, denn es muß sein.
(Der Milchstraßenmann geht kopfschüttelnd ab.)
Hör’, Sandmännchen, auf der Weihnachtswiese,
Da macht ihr halt, und Anneliese
Und Peterchen sehen sich das mal an
Und begrüßen den guten Weihnachtsmann.
Dann aber geht’s weiter in großer Schnelle,
Bis nah’ an den Mondberg, an jene Stelle,
Wo die silberne Riesenkanone steht.
Versuch’ es, Sandmännchen, und wenn es geht,
So lade sie in den Kanonenlauf
Und schieße sie auf den Mondberg hinauf.
Dort müssen sie dann selber sehen,
Wie sie ihr Abenteuer bestehen.
Sandmännchen
(Kratzfuß)
Ich werde sie führen, ganz genau
Nach deiner Weisung, edle Frau!
(Er wendet sich.)
Dort kommt auch schon der Milchstraßenmann
Und bringt uns den großen Bären an.
(Der Milchstraßenmann tritt in den linken Eingang, an einer Kette einen großen, weißen Bären, der nach Art der Kinder-Petzbären auf einem mit Rollen versehenen Brett läuft. Der Bär bleibt in der Tür stehen, klappt mit dem Rachen und starrt mit grün leuchtenden Augen in die Versammlung.)
Milchstraßenmann
Er ist furchtbar böse heute, der Bär!
Nachtfee
Den Kindern wird es gewiß nicht schwer,
Ihn zu besänftigen.
Sandmännchen
(zu den Kindern)
Hört mal her:
Wenn er böse ist, hat er grüne Augen,
Und wird er gut, so bekommt er rote;
Dann macht er Männchen und gibt die Pfote,
Man kann mit ihm Reiter und Pferdchen spielen
Und ihm ganz ruhig im Fellchen wühlen. –
Gebt ihm einen Apfel, wir wollen mal seh’n,
Ich glaube, dann wird die Geschichte geh’n.
(Peterchen und Anneliese gehen zu dem Bären. Der Bär starrt sie mit grünen Augen an, klappt mit dem Rachen und stößt ein fürchterliches Gebrüll aus. Peterchen nimmt einen Apfel, stellt sich auf die Zehen, zielt und wirft ihn in den offenen Rachen. Der Bär verschluckt den Apfel, bekommt für einen Augenblick rote Augen, dann aber wieder grüne, dann rote, dann grüne und so fort, während er abwechselnd brüllt und brummt.)
Sandmännchen
Seht ihr, was so ein Apfel tut!
Halb ist er schon gezähmt und gut.
Nun gebt ihm schnell noch einen zweiten,
Dann paßt mal auf, dann könnt ihr ihn reiten.
(Anneliese versucht, einen Apfel auf den Zehenspitzen hinaufzureichen; da sie aber zu klein ist, nimmt Peterchen ihr den Apfel ab und wirft ihn, wie vorher, dem Bären in den Schlund. Augenblicklich schließt der den Rachen, brummt gemütlich und hat dauernd rote Augen. Allgemeines Gelächter.)
Sandmännchen
Seht ihr, was hab’ ich euch gesagt?
Nur immer frisch drauf los gewagt!
Peterchen
(kühn zum Bären)
Petz, gib mal Pfötchen!
(Der Bär gibt ihm die ungefüge Pfote.)
Nun mach’ mal schön!
(Der Bär richtet sich steif auf den Hinterbeinen auf und klappt dann wieder zurück.)
Milchstraßenmann
(mit Kennermiene)
Ich glaube, Frau Nachtfee, jetzt wird es geh’n!
Nachtfee
Dann schnell, und keine Zeit verloren!
(Ein Sternenmädchen bringt eine kleine Leiter, und sie steigen auf.)
Sandmännchen lenkt ihn bei den Ohren,
Peterchen, Anneliese dann,
Und ganz zuletzt der Maikäfermann.
(Sie sitzen.)
Nachtfee
Sitzt ihr jetzt sicher?
Die Reiter
Wir sitzen gut!
Nachtfee
Dann reitet von dannen und seid in Hut!
Lebt wohl! Lebt wohl! – (Sie winkt.)
Sandmännchen
Hopp, Petz! – He – he! –
(Der Bär rollt mit seinen Reitern schnell hinaus.)
Alle
(winken)
Glück auf die Reise! – Ade – ade! –
Vorhang.
Ende des dritten Aufzuges.
Story DNA
Plot Summary
In the Night Fairy's celestial castle, Peterchen and Anneliese seek help to retrieve their May Beetle friend's lost leg from the Moon. The Night Fairy convenes a grand assembly of boisterous nature spirits like the Donnermann, Blitzhexe, and Sturmriese. The children bravely face the spirits' tests, offering apples as tokens of kindness, earning their support. The Night Fairy then tasks the Sandman to guide them and instructs them to tame the fierce Great Bear with apples, which they successfully do. With the bear now their gentle mount, the children, the May Beetle, and the Sandman embark on their perilous journey to the Moon.
Themes
Emotional Arc
anticipation to determined action
Writing Style
Narrative Elements
Cultural Context
This is a scene from 'Peterchens Mondfahrt' (Peter's Journey to the Moon), a classic German children's play/book from 1912. The story is deeply embedded in German children's literature.
Plot Beats (14)
- The Night Fairy's castle is set, and she awaits her guests at midnight.
- The Donnermann (Thunder Man) arrives, boisterous and loud, followed by the Windliese (Wind Sprite), the Wolkenfrau (Cloud Woman), and the Blitzhexe (Lightning Witch).
- More nature spirits arrive, including the Hagelhans (Hail Man), Schneemann (Snowman), and Frost (Jack Frost), each with distinct personalities and powers.
- The children, Peterchen and Anneliese, along with the May Beetle, are introduced to the assembled nature spirits.
- The Donnermann tests the children by creating a loud thunderclap, but Peterchen stands firm and offers an apple.
- The Wassermann (Merman) tests Peterchen's comfort with water, and Peterchen passes, offering an apple.
- The Sturmriese (Storm Giant) unleashes a powerful storm, but the children remain steadfast, and Peterchen offers an apple.
- Impressed by their bravery and kindness, the Donnermann, Wassermann, and Sturmriese pledge their assistance for the children's journey.
- The Night Fairy reveals the plan: the children will ride the Great Bear, accompanied by the Sandman, to the Moon Mountain.
- The Milchstraßenmann (Milky Way Man) brings in the Great Bear, which is fierce and has glowing green eyes.
- The Sandman advises the children to offer apples to tame the bear.
- Peterchen and Anneliese successfully tame the bear by feeding it apples, turning its eyes from green to red.
- The children, the May Beetle, and the Sandman mount the now-gentle Great Bear.
- The Night Fairy bids them farewell, warning them about the approaching day, and the group rides off to the Moon.
Characters
Nachtfee ◆ supporting
A being of ethereal beauty, with a pale, noble countenance. Her form is graceful and serene, embodying the quiet majesty of the night.
Attire: A deep blue mantle, richly embroidered with stars, suggesting the vastness of the night sky. The fabric would be luxurious, possibly velvet or silk, shimmering subtly.
Wants: To maintain peace and order in the night, to host her guests, and to guide the children on their quest.
Flaw: Her inability to directly interfere with the Earth's dream or the sun's influence, limiting her direct actions during the day.
She acts as a benevolent guide, facilitating the children's journey without undergoing a personal transformation.
Gracious, serene, hospitable, wise, protective.
Image Prompt & Upload
An ageless female figure with a pale, noble face and deep black, long hair. She wears a silver crescent moon crown. Her attire is a flowing, deep blue mantle, richly embroidered with numerous silver stars. She sits regally on a glowing silver throne. Serene and wise expression. Plain white background, full body visible head to toe, single figure, no watermark, no text, no signature.
Donnermann ◆ supporting
A giant, thick, and uncouth figure, embodying the raw power of thunder. He has a robust build, indicative of strength.
Attire: A black leather doublet (wams) and tall, heavy 'cannon boots', suggesting a rugged, powerful, and somewhat military-like appearance.
Wants: To attend the Nachtfee's gathering, to deliver messages from his wife and cousin, and to enjoy the company.
Flaw: His boisterous nature can be disruptive, and he struggles to be gentle.
Remains consistent, a powerful but friendly force.
Boisterous, loud, impulsive, somewhat crude but ultimately good-natured, loyal to his friends.
Image Prompt & Upload
A giant, thick, uncouth adult male figure with a robust build. He has a red, bristly beard and wild red hair. He wears a black leather doublet and tall, heavy black cannon boots. He stands with an imposing, direct posture. Boisterous expression. Plain white background, full body visible head to toe, single figure, no watermark, no text, no signature.
Windliese ◆ supporting
A swift and energetic figure, her movements are light and airy, reflecting her nature as the wind.
Attire: A grey-blue veil dress (Schleierkleid) that flutters and billows, emphasizing her connection to the wind. The fabric would be light and translucent.
Wants: To attend the Nachtfee's gathering, to deliver messages from her husband, and to socialize.
Flaw: Perhaps a tendency to be overly talkative or to cause minor mischief (shaking cherries from trees).
Remains consistent, a lively and swift character.
Energetic, swift, diligent, a bit gossipy, and prone to dramatic entrances.
Image Prompt & Upload
An adult female figure with a rosy-cheeked, plump face and wild, disheveled blonde hair. She wears a flowing, light grey-blue veil dress that billows around her. She stands with a light, swirling posture, as if constantly in motion. Energetic and lively expression. Plain white background, full body visible head to toe, single figure, no watermark, no text, no signature.
Wolkenfrau ◆ supporting
A thick, plump woman, embodying the soft, heavy nature of clouds. Her movements are slow and comfortable.
Attire: A mighty grey crinoline skirt and a dark blue blouse with large balloon sleeves. White edges peek out from the sleeve ends, neck, and skirt hem, giving a soft, cloud-like appearance.
Wants: To attend the Nachtfee's coffee gathering and enjoy the company and food.
Flaw: Her vulnerability to the sun's rays, which she dislikes intensely.
Remains consistent, a gentle and amiable presence.
Comfortable, amiable, a bit complaining (especially about the sun), but generally pleasant and social.
Image Prompt & Upload
A thick, plump adult female figure with a round face and thick grey hair. She wears a mighty grey crinoline skirt and a dark blue blouse with large balloon sleeves. White edges are visible at the sleeve ends, neck, and skirt hem. She stands with comfortable, slow movements. Amiable and slightly complaining expression. Plain white background, full body visible head to toe, single figure, no watermark, no text, no signature.
Wassermann ◆ supporting
A large, thick, and wet figure, constantly dripping and associated with water. He is likely green or blue-tinged from his watery environment.
Attire: He wears a green, mossy coat, suggesting he is covered in aquatic growth, and is often seen in a tub of water. His attire is simple and functional for his watery existence.
Wants: To attend the Nachtfee's gathering, to offer his help to the children, and to enjoy apples.
Flaw: His constant need for water; he finds dry air uncomfortable.
Remains consistent, a helpful and jovial character.
Jovial, friendly, a bit clumsy, and very fond of water and cleanliness.
Image Prompt & Upload
A large, thick, adult male figure, constantly dripping with water. He has a round, wet face with green, seaweed-like hair and beard. He wears a green, mossy coat, appearing as if covered in aquatic growth. He is seated in a wooden tub of water, holding a bar of soap and a scrubber. Jovial and friendly expression. Plain white background, full body visible head to toe, single figure, no watermark, no text, no signature.
Sturmriese ◆ supporting
A giant, powerful figure, embodying the destructive force of storms. He is likely muscular and imposing.
Attire: Implied to be rugged and practical for his work, perhaps dark and heavy, but not explicitly described beyond his keule (club).
Wants: To attend the Nachtfee's gathering, to complete his work on the sea, and to offer his aid to the children.
Flaw: His inherent destructive nature, which he struggles to control.
Remains consistent, a powerful but ultimately benevolent force.
Powerful, boisterous, somewhat destructive (unintentionally), but ultimately helpful and appreciative of kindness.
Image Prompt & Upload
A giant, powerful adult male figure with a muscular and imposing build. He has a stern face and wild, dark, unruly hair. He wears rugged, dark, heavy clothing, possibly a tunic and trousers. He holds a massive wooden club in his hands. Powerful and boisterous expression. Plain white background, full body visible head to toe, single figure, no watermark, no text, no signature.
Milchstraßenmann ◆ supporting
A celestial figure, likely shimmering or translucent, associated with the Milky Way. His appearance would be gentle but perhaps a bit weary.
Attire: Flowing, ethereal robes, possibly shimmering with starlight, reflecting his connection to the Milky Way.
Wants: To fulfill the Nachtfee's commands, especially regarding the Great Bear, and to ensure the children's safety.
Flaw: His cautious nature makes him prone to worry.
Remains consistent, a reliable but cautious helper.
Responsible, cautious, a bit worried, but ultimately obedient and helpful.
Image Prompt & Upload
An adult male figure with a kind, slightly worried face and silvery-white hair. He wears flowing, ethereal robes that shimmer with starlight. He stands with a gentle, cautious posture, holding a chain in his hand. Concerned but obedient expression. Plain white background, full body visible head to toe, single figure, no watermark, no text, no signature.
Sandmännchen ◆ supporting
A small, gentle, and comforting figure, associated with sleep and dreams. He is likely soft and round.
Attire: Simple, soft clothing, perhaps a nightcap and a cloak, in muted, calming colors like blues or greys, suitable for bringing sleep.
Wants: To follow the Nachtfee's instructions and guide Peterchen and Anneliese on their journey to the Moon Mountain.
Flaw: Not explicitly stated, but perhaps his gentle nature makes him less assertive.
Remains consistent, a reliable and gentle guide.
Obedient, helpful, knowledgeable about the Great Bear, and reassuring to children.
Image Prompt & Upload
A small, gentle, ageless male figure with a kind, reassuring face and soft, sandy-colored hair. He wears simple, soft blue clothing, possibly a nightcap and a short cloak. He stands with a polite, slightly bowed posture. Reassuring and obedient expression. Plain white background, full body visible head to toe, single figure, no watermark, no text, no signature.
Großer Bär ◆ supporting
A large, white bear, described as a 'Kinder-Petzbär' (children's pet bear) running on a board with rollers. He is massive and powerful.
Attire: None, as he is a bear, but he is on a board with rollers.
Wants: To be fed and tamed, then to carry the children.
Flaw: His temper, which makes him difficult to handle when angry.
Transforms from a fierce, green-eyed beast to a docile, red-eyed mount through the children's actions.
Initially fierce and ill-tempered, but can be tamed with kindness (apples) to become docile and playful.
Image Prompt & Upload
A massive, white bear, running on a wooden board with small wheels. Its eyes are initially glowing green, then shift to red. It has a powerful muzzle capable of snapping. The bear's fur is thick and white. Fierce expression, then a contented grunt. Plain white background, full body visible head to toe, single figure, no watermark, no text, no signature.
Locations
Grand Hall in the Night Fairy's Castle
A large, blue domed hall where stars are visible from above. Wide entrances on the right and left open to a black background. The floor is silver-grey. In the center stands a silver stepped pyramid with an internally glowing throne. Two pale marble tables flank the throne, each with silver cups, silver plates, and a silver chair. A bluish twilight fills the hall. Along the frieze, a chain of dancing star-maidens continuously moves, appearing to enter from the sky, traverse the room, and exit back into the depths of night.
Mood: Magical, ethereal, welcoming yet mysterious, with a sense of cosmic grandeur.
The Night Fairy hosts her midnight gathering of elemental spirits (Thunder Man, Wind-Liese, Cloud Woman, Water Man, Storm Giant) and later grants Peterchen and Anneliese passage to the Moon Mountain on the Great Bear.
Image Prompt & Upload
A vast, ethereal blue domed hall, its high ceiling open to a deep, star-studded night sky. The floor is a smooth, reflective silver-grey, leading to a central, multi-tiered silver pyramid throne that emits a soft, internal glow. Along the upper frieze, translucent, glowing figures of star-maidens dance in an endless chain, their forms shimmering against the cosmic backdrop. The overall lighting is a cool, deep bluish twilight, casting long, soft shadows. no border, no frame, no watermark, no text, no signature, edge-to-edge illustration.