DIE GESCHICHTE VON DSCHEFA UND SEFA

by Friedrich Giese · from Türkische Märchen

fairy tale adventure hopeful Ages 8-14 2515 words 11 min read

Adapted Version

CEFR A1 Age 5 626 words 3 min Canon 100/100

Long ago, a King lived. He had no children. He was sad. One day, a Wise Old Man came. He gave the King an apple. 'Share this apple,' he said. 'Give half to your Queen. Give half to her helper. You will have sons. Do not name them now. Wait for me.'

The King and Queen ate the apple. The helper ate her apple. Soon, the Queen had a baby boy. His name was Sefa. The helper also had a baby boy. His name was Dschefa. They grew up close. They were like brothers. The Wise Old Man came back. He gave them their names.

One day, Sefa was in the garden. A man came. He gave Sefa a picture. The picture showed a girl. She was very pretty. Sefa loved her at once. He fell in love. He became very sad. He became very sick. He did not eat. He did not play.

The King was worried. He saw Sefa was sick. He called Dschefa. 'Please help Sefa,' the King said. 'Find why he is sick.' Dschefa went to Sefa. He asked Sefa many times. Sefa did not speak. At last, Sefa showed the picture. He loved the girl in the picture.

Sefa loved the girl. She was a Princess. She lived in Yemen. Sefa and Dschefa went to Yemen. They rode horses. They came to a small house. An old woman lived there. She knew the Princess. The old woman said, 'Princess will marry soon. She will marry the Indian Prince.' Sefa was sad.

The Princess wanted to see her teacher. The old woman went. Dschefa went with her. He wore girl's clothes. He looked like a girl. They went to the Princess. Dschefa told her about Sefa. He told her Sefa loved her. The Princess was surprised. She thought about Sefa.

The Princess made a plan. Dschefa helped her. Dschefa would be the bride. He would go to India. He would pretend to be the Princess. Sefa would take the real Princess. They would run away. Dschefa was very brave. He helped his friend. This was their secret plan.

Dschefa wore the Princess's clothes. He went to India. He rode in a carriage. People thought he was the Princess. The Indian Prince married him. Dschefa was now the Prince's bride. He stayed in the palace. He hid his secret. He was a good friend.

Dschefa met the Prince's sister. She was a girl. Dschefa made a special wish. She changed into a man. They became good friends. They left the palace. They rode horses. They found Sefa and the Princess. All were happy. They told their story. But a bad witch was angry. She sent big, scary beasts to catch them. Dschefa was brave. He kept the Wise Old Man's words. He grabbed handfuls of earth. He threw the earth at the beasts. The beasts left. Dschefa saved all.

Sefa saw Dschefa defeat the creatures. He was very, very angry. He did not know. He shouted, 'Go away! I do not want to see you.' Dschefa felt sad.

Dschefa walked away. He was lost. He was hungry. He was weak. He had no home. He felt very, very sad.

Sefa felt very, very sad too. He thought about Dschefa. He knew he was wrong. He looked for Dschefa. He searched for many days. At last, he found Dschefa. Dschefa was very weak and hungry. Sefa took care of him. He gave him food and water. Dschefa became strong again.

Sefa and Dschefa returned home. The King was happy. Sefa married the Princess. Dschefa married his new friend, India's kind prince. They had a big, happy wedding. All celebrated. Sefa and Dschefa were loyal friends forever. True loyalty and self-sacrifice will always be rewarded.

Original Story 2515 words · 11 min read

11. DIE GESCHICHTE VON DSCHEFA UND SEFA

Die Geschichtenüberlieferer und die Märchenerzähler berichten folgendes. In alten Zeiten war ein gerechter Padischah. Dieser Padischah hatte keine Nachkommen. Eines Tages verkleidete er sich mit seinem Hofmeister und ging aus. Als sie an einer Quelle die Waschung vollzogen und das Gebet verrichteten, kam von ungefähr ein Derwisch, ging zu ihnen und sagte: „Friede sei über dir, mein Padischah.“ Da sagte er: „Auch über dir Friede, Vater Derwisch. Da du weißt, daß ich ein Padischah bin, so kennst du auch mein Verlangen.“ Der Derwisch sagte: „Mein Padischah, du hast keine Nachkommen auf der Welt.“ Er nahm einen Apfel aus seinem Busen und sagte: „Mein Padischah, nimm diesen Apfel, schäle ihn und iß ihn mit der Königin. Die eine Hälfte gib ihr und die andere Hälfte gib der Amme. Dann erhältst du einen Sohn. Aber hüte dich, ihm einen Namen zu geben, bevor ich komme.“

Als der Padischah seine Hand in die Tasche steckt, um dem Derwisch Geld zu geben, sieht er, daß der Derwisch verschwunden ist. Dann geht er ins Schloß, schält den Apfel, gibt die Hälfte der Königin und die andere Hälfte der Amme. Sie essen ihn und legen sich am Abend schlafen. Sie bekommen Nachkommen. Nach neun Monaten und zehn Tagen bekommt der Padischah einen Sohn, und auch die Amme bringt einen Knaben zur Welt. Der Padischah gab den Armen viele Geschenke. Als schließlich der Prinz und sein Gefährte vier oder fünf Jahre alt sind, schickt man sie zur Schule, um etwas zu lernen. In der Schule nannte man ihn den namenlosen Prinzen.

Eines Tages ärgerte sich der Prinz darüber, geht zu seinem Vater und sagt: „Mein Vater, ich habe keinen Namen. Warum hast du mir keinen Namen gegeben?“ Er antwortete: „Mein Sohn, du bist durch einen Derwisch entstanden. Bevor der Derwisch kommt, kann ich die Angelegenheit mit deinem Namen nicht ordnen.“

Die Minister hielten eine Sitzung ab und sagten: „Padischah, wer weiß, wann der Derwisch kommt? Wollen die Angelegenheit ordnen.“ Da antwortete er: „Sehr schön.“ Als man die Sache ordnen will, kommt der Derwisch und sagt: „Mein Padischah, der Name des Prinzen soll Sefa, und der des Gefährten Dschefa sein.“ Danach geht er weg. Die setzen nun ordnungsgemäß ihren Unterricht fort.

Als eines Tages Sefa und Dschefa18 in den Hofgarten gehen, sagt Dschefa zu Sefa: „Ich will die Waschung vollziehen“ und geht weg. Als Sefa sich nach allen Seiten umsieht, erscheint ein Derwisch, zieht aus seinem Busen ein Bild und gibt es dem Prinzen. Der sieht, daß es ein Mädchen, schön wie der Mond am vierzehnten, ist. Sofort verliebt er sich in dieses Bild, fällt auf den Boden und wird ohnmächtig. Als er nach einiger Zeit wieder zu sich kommt, geht er mit Dschefa ins Schloß.

Der Prinz wird krank und wird von Tag zu Tag bleicher und schwächer. Obgleich Ärzte und Hodschas ihn behandeln, finden sie kein Mittel. Der Padischah denkt: „Wenn jemand das Leiden des Prinzen kennt, so ist es Dschefa.“ Er ruft ihn. Dieser steht ehrfürchtig mit übereinandergeschlagenen Händen vor ihm. Der Padischah sagt: „Dschefa, sage mir, was die Krankheit meines Sohnes ist. Ich gebe dir vierzig Tage Frist, am einundvierzigsten schlage ich dir den Kopf ab.“

Dschefa geht zu Sefa und sagt: „Mein Prinz, Ihr Vater hat mir vierzig Tage Frist gegeben. Sagen Sie mir, was Ihre Krankheit ist, denn am einundvierzigstenTage wird er mich töten.“ Wie sehr er auch flehte, er erhielt keine Antwort.

Am einundvierzigsten Tage sagte er: „Mein Prinz, heute ist der Abschiedstag. Wollen uns gegenseitig verzeihen, was wir einander getan haben.“ Dann umarmte er ihn, und aus seinen Augen floß Blut statt der Tränen. Als Dschefa „Gott befohlen“ sagte und sich wandte, rief der Prinz ihn zurück und sagte: „Komm, Dschefa, nimm dies Bild und gib es meinem Vater.“ Dschefa nahm erfreut das Bild, ging zum Vater und sagte: „Mein Padischah, eine frohe Botschaft! Der Prinz hat mir dies Bild eines Mädchens gegeben.“ Er sieht, daß es die Tochter des Padischahs von Jemen ist. Er geht zu Sefa und sagt: „Mein Sohn, warum hast du mir nicht gesagt, daß du in die Tochter des Padischahs von Jemen verliebt bist. Sollte ich ein Padischah sein und meinem Sohn nicht helfen können?“ Dann rief er Dschefa und befahl: „Ich verlange von dir die Tochter des Padischahs von Jemen.“ Sefa sagt: „Wo Dschefa ist, bin ich auch. Wenn Sie erlauben, gehe ich mit Dschefa.“ Darauf verabschiedeten sie sich von seiner Mutter, treffen die Vorbereitungen zur Reise, besteigen die Pferde und machen sich auf den Weg. Allmählich kommen sie an eine Quelle, lassen die Pferde auf der Wiese frei, und ruhen sich etwas aus. Auf einmal sehen sie, daß eine alte Frau mit einem Kruge in der Hand, um Wasser zu holen, kommt. Sie fragten die Mutter: „Mutter, wie heißt dies Land?“ Sie antwortet: „Mein Sohn, dies Land heißt Jemen.“ Als sie fragen: „Mutter, kannst du uns diese Nacht als Gäste aufnehmen?“ antwortet sie: „Mein Sohn, ich habe kein Lager.“ Der Prinz holt aus seiner Tasche eine Handvoll Goldstücke. Die Frau sagt: „Mein Sohn, ich habe ein Lager, für die Pferde habe ich auch einen Stall.“ Sie gehen mit ihr ins Haus, binden die Pferde im Stalle an und steigen nach oben.

Als sie in einem Zimmer verweilten, rief der Prinz die Mutter und sagte: „Mutter, du fragst gar nicht, wie es mit uns steht.“ Sie sagte: „Mein Sohn, erzähle doch.“ Er erzählte: „Ich bin der Sohn des Padischahs von Stambul und habe mich in die Tochter des Padischahs von Jemen verliebt. Deswegen bin ich in die Fremde gezogen. Ist sie vielleicht hier?“ Sie antwortete: „Ja, mein Sohn, ich bin ihre Lehrerin, in dieser Woche verheiratet sie sich mit dem Sohne des Padischahs von Indien.“ Da seufzt er und alles verfinstert sich vor ihm.

Am nächsten Tage bekommt die Frau Lehrerin die Nachricht: „Die Prinzessin verlangt dich.“ Die Frau Lehrerin sagt: „Mein Sohn, ich habe Besuch von draußen. Wie sollte ich den allein lassen.“ Da bekommt sie Nachricht, daß sie ihren Besuch mitbringen soll.

Wir wenden uns jetzt zu Sefa und Dschefa. Da sie aus einem Apfel entstanden waren, so waren sie sich sehr ähnlich. Die Frau Lehrerin sagte: „Mein Sohn, was sagt Ihr, man hat Euch auch eingeladen. Kommt bitte mit.“ Sefa sagt: „Bringe mir einen Feredsche und Jaschmak.19 Ich will mich anziehen und dann hingehen.“ Sie sagte: „Sehr schön.“ Sie zogen einen Jaschmak und Feredsche an und gingen in das Schloß. Die Tochter des Padischahs von Jemen, schön wie der Mond am vierzehnten, stieg die Treppe hinab und ging ihnen mit ihren Sklavinnen entgegen. Als Sefa sie sah, zitterten ihm Hände und Füße. Dann stiegen sie nach oben und setzten sich in ein Zimmer, nahmen ihren Jaschmak und Feredsche ab und unterhielten sich. Nachdem sie Kaffee getrunken und geraucht hatten, sagte die Prinzessin: „Frau Lehrerin, woher ist dieser Gast gekommen? und wer ist er?“ Sie antwortete: „Sie sind aus diesem Lande und gehören zu meiner Verwandtschaft. Ich habe mich sehr dazu gefreut.“

Am Abend sagte die Prinzessin: „Frau Lehrerin, bleibt als Gäste bei mir. Ich werde euch nicht weglassen.“ Sie antwortete: „Ach, meine Tochter, zu Hause ist ihre Mutter. Die weiß nichts davon, daß sie hierhergegangen sind. Sie würde sich wundern. Morgen werde ich ihre Mutter um Erlaubnis bitten und sie hierherbringen.“ Dann standen sie auf und gingen nach Hause. In dieser Nacht schliefen sie. Am nächsten Morgen lassen sie Sefa im Hause und gehen mit Dschefa ins Schloß. Nachdem sie zu Abend gegessen hatten, geben sie der Frau Lehrerin ein großes Zimmer und sie beide zogen sich in ein anderes Zimmer zurück, zündeten goldene und silberne Leuchter an und setzten sich auf Federkissen. Das Mädchen umarmt Dschefa und küßte ihn und sagte: „Umarme mich auch und küsse mich auch.“ Dschefa tut das auch. Das Mädchen sagt: „Das ist der Kuß eines Mannes.“ Schließlich gibt er sich zu erkennen und setzt ihr alles von Anfang bis zu Ende auseinander, daß der gestern Gekommene, der Sohn des Padischahs von Stambul sei, und daß sie beide aus einem Apfel entstanden seien.

Die Liebe des Mädchens wurde noch größer und sagte: „Dafür muß ein Mittel gefunden werden. Ach, Dschefa, morgen gehe ich als Braut des Sohnes des Padischahs von Indien fort. Gegenüber, eine halbe Stunde entfernt, ist eine Türbe. Ich gehe nicht, bevor ich nicht zuerst diese Türbe besucht habe. Ihr müßt morgen von der Frau Lehrerin direkt zu der Türbe gehen, dem Wärter etwas Geld geben, eintreten und mich erwarten. Ich komme mit dem Wagen zur Türbe, steige aus, gehe allein in die Türbe, lasse dich meine Brautkleider anziehen. Du besteigst den Wagen und gehst als Braut zum Sohne des Padischahs von Indien. Ich entfliehe von dort mit Sefa. Wir erwarten dich auf dem und dem Berge. Du entfliehst eines Tages von dort und kommst.“ So beschlossen sie in jener Nacht. Am Morgen geht Dschefa und die Frau Lehrerin wieder nach Hause und erzählen dies alles im Geheimen dem Sefa. Sie geben der Frau Lehrerin eine Anzahl Goldstücke und verabschieden sich. Sie verlassen das Haus, gehen zur Türbe, geben dem Wärter eine Handvoll Goldstücke und Sefa und Dschefa verbergen sich in einem Winkel der Türbe.

Wir wollen die Geschichte nicht in die Länge ziehen. Die Wagen kommen, die Braut steigt bei der Türbe ab, betritt die Türbe, sieht, daß Sefa und Dschefa dort sind. Sofort zieht sie, ohne zu verweilen, ihre Kleider aus, gibt sie Dschefa. Als der von dort wieder zum Wagen gekommen ist, umarmt man ihn und setzt ihn in den Wagen. Die Pferde bekommen einen Peitschenschlag und man macht sich auf den Weg nach Indien.

Eines Tages kommen sie nach Indien. Aus Freude, daß die Tochter des Padischahs von Jemen als Braut für den Sohn des Padischahs von Indien kommt, werden Kanonen abgeschossen und Freudenfeste abgehalten. Die Türen des Schlosses werden geöffnet und man ging ihnen entgegen. Die Sklavinnen fassen ihn unter den Arm20 und führen ihn ins dritte Stockwerk hinauf. Kurz, in jener Nacht bringt man Dschefa, in der Meinung, daß er ein Mädchen sei, in das Brautgemach. In jener Nacht zeigte er sich dem Bräutigam nicht gefällig. Am Morgen ging der Prinz grollend weg, die vermeintliche Braut blieb im Schloß. Nach einigen Tagen, während die Braut im Garten spazieren geht, erscheint von ungefähr die Schwester des Bräutigams und sagte: „Ach, meine Prinzessin, komm, wollen zu Gott bitten, vielleicht wird einer von uns ein Mann.“ Das wäre für das Mädchen ein Glück gewesen. Dschefa betete und das Mädchen sagte „Amen“. Sie untersuchten sich. Das Mädchen sagte: „Bei mir ist nichts.“ Dschefa sagte: „Bei mir ist etwas geworden.“ Sie umarmen sich und pflücken die reifen Küsse von ihren Wangen, die anderen heben sie sich für später auf.21

Dschefa sagte: „Hier können wir nicht mehr bleiben. Wollen in mein Land gehen.“ Sie besteigen die Pferde, und machen sich mit den Worten: „Wo bist du, Sefa?“ auf den Weg.

Nach vier bis fünf Tagen erreichten sie sie. Sie fragten sich gegenseitig nach ihrer Gesundheit und erzählten genau ihre Erlebnisse.

Die wollen wir nun verlassen und uns Indien zuwenden. Als es Abend wird, sieht man, daß weder die Braut noch die Schwester des Bräutigams im Schlosse sind. Ein Wehklagen entstand. Man rief die Besprecherin und ließ sich aus dem Sande weissagen. „Ach, das zu uns gekommene Mädchen ist ein Junge und hat gleichzeitig die Schwester des Bräutigams mitgenommen.“ Sofort verzauberte die Besprecherin ein Pferd und sagte: „Über sie soll der Tod, den ich sende, kommen.“

Das Pferd raste im schnellsten Galopp heran. Als es ihnen nahe war, erschien der Derwisch und sagte: „Dschefa, nimm eine Handvoll Erde und wirf sie auf das herankommende Pferd“ und verschwand. Plötzlich sieht er ein Pferd, das nicht seinesgleichen in der Welt hat. Als er von der Erde eine Handvoll Erde genommen und auf das Pferd geworfen hatte, wurde es ein elendes Pferd. Die Besprecherin schickte einen Hirsch, dessen Haare buntfarbig waren und dessen Geweih nach allen vier Seiten Licht verbreitete. Solch ein entzückendes Tier war es. Sefa sagte: „Dies Tier will ich ordentlich halten und meinem Vater als Geschenk bringen.“ Dschefa nahm wieder eine Handvoll Erde vom Boden und warf sie auf das Tier und machte wieder ein elendes Tier daraus. Der Prinz wurde darüber Dschefa feindlich. Darauf verzauberte die Besprecherin einen Drachen und schickte ihnen den. Aus seinem Maule und seiner Nase sprühte Feuer, und er kam wie ein Blitzstrahl daher. Auch ihn bewarf er mit Erde und vernichtete ihn.

Die brachen auf und machten sich auf den Weg. Nach ein paar Tagen kamen sie nach Stambul. Als gemeldet wurde: „Mein Padischah, eine frohe Botschaft! Der Prinz kommt!“, wurden Kanonen abgeschossen und Freudenfeste abgehalten. Der Großvezier zog ihm entgegen und führte ihn in den Palast. Da sagte er: „Mein Vater, jetzt kannst du den Dschefa töten.“ Der Padischah befahl dem Henker. Der Henker faßte Dschefa an der Hand und führte ihn auf den Berg, um ihm den Kopf abzuschlagen. Als der Henker ihm ins Gesicht sah, konnte er es nicht übers Herz bringen. Er tötete einen jungen Hund, tauchte Dschefas Hemd in das Blut, legte Dschefa zwischen zwei Steine und brachte das blutige Hemde dem Padischah. Als dem Prinzen dies nach einigen Tagen zum Bewußtsein kam, rief er: „Wer hat auf der Reise für mich soviel Elend ertragen? Ach, mein Dschefa, wo bist du?“ Er ging in die Berge, um ihn zu suchen.

Wir wollen uns nun zu Dschefa wenden. — Seit ziemlicher Zeit war der Unglückliche zwischen den Steinen geblieben. Weder Brot noch Wasser hatte er. Der Jüngling, der wie ein Stück Fels gewesen war, wurde wie ein Zwirnfaden. In zwei Stunden erhob er einmal seinen Kopf und rief: „Sefa, Sefa.“ Wer ihn sah, dem blutete das Herz.

Eines Tages zog eine Karawane dort vorüber, die hörte ein Gewimmer. Obgleich man suchte, was das sei, fand man nichts und zog vorüber. Der Prinz begegnete ihr und sagte: „Ach, Karawanenführer, hast du hier niemand gesehen?“ Der Karawanenführer sagte: „Auf der Spitze jenes Berges kam ein Gewimmer an mein Ohr. Ich habe nachgesucht aber nichts gefunden. Was es war, weiß ich auch nicht.“

Sofort stieg der Prinz ohne Verweilen auf die Spitze des Berges. Er hörte hin. Zwischen zwei Steinen hörte er alle zwei Stunden einmal eine sehr feine Stimme: „Sefa, Sefa.“ Als der Prinz dies sah, zerriß sein Herz. Sofort hob er mit Gewalt die beiden Steine voneinander und warf sie zur Seite. Da sieht er, daß er wie ein sechs Monate altes Kind geworden ist. Er sprach ihn an: „Dschefa, Dschefa, ich bin gekommen“ und gab sich zu erkennen. Sogleich umarmten sie sich. Dann geht er mit Dschefa in eins der dort befindlichen Häuser, läßt Suppe kochen und nachdem er ihn einige Tage ordentlich gepflegt hat, kommt er wieder zu sich. Danach gehen sie von diesem Hause ins Schloß. Er verheiratete sich mit der Tochter des Padischahs von Jemen und verheiratete die Tochter des Padischahs von Indien mit Dschefa. Vierzig Tage und vierzig Nächte dauerten die Hochzeitsfeierlichkeiten. In der Nacht auf den einundvierzigsten Tag gingen die beiden Paare in das Hochzeitsgemach und erreichten ihr Verlangen.

Den Rest ihres Lebens verbrachten sie im Glück. Diese Geschichte ist nun auch zu Ende und damit Schluß.


Story DNA

Moral

True loyalty and self-sacrifice will ultimately be rewarded.

Plot Summary

A childless Padishah is blessed with a son, Sefa, and a companion, Dschefa, through a mysterious dervish. Sefa falls gravely ill after seeing a magical image of the Princess of Yemen, and Dschefa, under threat of death, discovers Sefa's love. They journey to Yemen, where Dschefa, disguised as the princess, takes her place as the bride of the Indian prince, allowing Sefa and the true princess to elope. Dschefa escapes India with the prince's sister, who miraculously transforms into a man, and they reunite with Sefa. Despite Dschefa's heroic defeat of magical pursuers, Sefa, angered by Dschefa's actions against desired magical creatures, orders his execution. Dschefa is spared by the executioner but left for dead, only to be found and nursed back to health by a remorseful Sefa. The story concludes with a double wedding, uniting Sefa with the Princess of Yemen and Dschefa with the transformed sister of the Indian prince.

Themes

loyaltylovesacrificefate vs. free will

Emotional Arc

suffering to triumph

Writing Style

Voice: third person omniscient
Pacing: brisk
Descriptive: sparse
Techniques: rule of three

Narrative Elements

Conflict: person vs person
Ending: happy
Magic: dervish's prophecy and magical apple, magical image of the princess, transformation of the Indian prince's sister into a man, sorceress's enchanted horse, deer, and dragon, dervish's sudden appearances and disappearances
the apple (fertility, fate)the image (love at first sight, destiny)earth (power over magic, grounding)

Cultural Context

Origin: Turkish
Era: timeless fairy tale

The story reflects Ottoman court life and Islamic spiritual elements, common in Turkish folk tales. The concept of a dervish as a wise, magical figure is central.

Plot Beats (14)

  1. A childless Padishah is visited by a dervish who gives him an apple to share with his queen and her wet nurse, promising sons but forbidding names until his return.
  2. The queen gives birth to Sefa, and the wet nurse to Dschefa; the dervish returns years later to name them.
  3. Sefa receives a magical image of a beautiful princess from a dervish in the garden, falls deeply in love, and becomes gravely ill.
  4. The Padishah threatens Dschefa with death if he doesn't discover Sefa's illness; Dschefa eventually learns of Sefa's love for the Princess of Yemen.
  5. Sefa and Dschefa travel to Yemen, where they stay with the princess's former teacher, learning she is to marry the Prince of India.
  6. Dschefa, disguised as a woman, accompanies the teacher to the princess's palace, where he reveals his identity and Sefa's love to the princess.
  7. The princess and Dschefa conspire for Dschefa to take her place as the bride of the Indian prince, allowing Sefa and the princess to elope.
  8. Dschefa, in bridal attire, travels to India and is married to the Indian prince, but avoids consummating the marriage.
  9. Dschefa escapes the Indian palace with the Indian prince's sister, who transforms into a man after Dschefa's prayer, and they reunite with Sefa and the princess.
  10. An Indian sorceress sends magical creatures to pursue them, but Dschefa, guided by the dervish, defeats each one by throwing earth on them.
  11. Sefa, angered by Dschefa's actions against the magical creatures he desired, orders Dschefa's execution upon their return to Stambul.
  12. The executioner spares Dschefa, leaving him to die between two stones, and presents a bloodied shirt as proof of death.
  13. Sefa, remorseful, searches for Dschefa and finds him emaciated but alive; he nurses Dschefa back to health.
  14. Sefa marries the Princess of Yemen, and Dschefa marries the transformed sister of the Indian prince, celebrating a grand double wedding.

Characters

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Padischah (Sefa's Father)

human adult male

A man of regal bearing, likely of average height and a sturdy build, reflecting a life of authority and comfort. His features would be consistent with a ruler from the Ottoman Empire or a similar Middle Eastern/Central Asian culture, perhaps with a well-maintained beard.

Attire: Richly embroidered silk robes (kaftan) in deep jewel tones like sapphire or emerald, possibly with gold threadwork, worn over a fine linen shirt and loose trousers (şalvar). A jeweled turban (sarık) would adorn his head, indicating his status. When disguised, he would wear simpler, unadorned wool or cotton garments in muted colors.

Wants: To secure an heir for his kingdom and ensure the happiness and well-being of his son.

Flaw: His initial passivity and reliance on others (the Derwisch, Dschefa) to solve problems, and his quickness to condemn Dschefa based on Sefa's word.

He learns to trust Dschefa's loyalty and Sefa's judgment, ultimately recognizing Dschefa's invaluable role.

His jeweled turban and flowing, richly embroidered kaftan.

Just, concerned, somewhat passive, loving, decisive (when prompted).

👤

Derwisch (Prophet)

human ageless male

A lean, perhaps slightly gaunt figure, with an ethereal quality. His movements are silent and swift, suggesting a connection to the spiritual realm. His appearance is humble but carries an aura of ancient wisdom.

Attire: Simple, coarse wool or linen robes (hırka) in earthy tones like brown or grey, perhaps patched, reflecting his ascetic lifestyle. He might wear a conical felt cap (sikke) or a simple turban, but without any ornamentation.

Wants: To guide the Padischah and Sefa towards their destiny, intervening at critical moments with divine insight.

Flaw: None apparent; he seems to be a force of nature or divine will.

He remains a constant, guiding force, his role unchanging as he fulfills his purpose.

His sudden appearance and disappearance, and the simple, unadorned robes contrasting with his powerful presence.

Mysterious, wise, benevolent, powerful, elusive.

👤

Sefa

human young adult male

A handsome young man, initially robust, but becoming pale and weak due to lovesickness. He would have features consistent with a prince from the Ottoman Empire or a similar Middle Eastern/Central Asian culture, perhaps with a slender build.

Attire: Initially, fine silk tunics (entari) and loose trousers (şalvar) in rich colors, perhaps with subtle embroidery, reflecting his princely status. Later, during his journey, he would wear more practical but still well-made travel attire, such as sturdy linen or wool garments, possibly with a simple turban or cap.

Wants: To marry the daughter of the Padischah of Jemen, driven by intense love at first sight.

Flaw: His overwhelming lovesickness, which incapacitates him, and his initial ingratitude and harshness towards Dschefa.

He transforms from a lovesick, somewhat selfish prince into a more mature and grateful individual who recognizes the true value of friendship and loyalty.

His initial lovesick paleness contrasted with the image of his beloved.

Sensitive, passionate, somewhat naive, prone to lovesickness, loyal (eventually).

👤

Dschefa

human young adult male

A loyal and resilient young man, initially robust, but becoming extremely emaciated and weak after being left between stones. He would have features consistent with a companion from the Ottoman Empire or a similar Middle Eastern/Central Asian culture, perhaps with a strong, athletic build.

Attire: Initially, simpler but well-made tunics and trousers than Sefa, in practical fabrics like linen or sturdy cotton, in earthy or muted colors. During his travels, he would wear durable travel clothes. After his ordeal, his clothes would be tattered and bloodied.

Wants: To serve Sefa and ensure his well-being, even at great personal cost. Later, to survive and find happiness.

Flaw: His unwavering loyalty to Sefa, which leads him into dangerous situations and near-death experiences.

He endures immense suffering and betrayal, ultimately proving his unparalleled loyalty and earning his own happiness and recognition.

His tattered, bloodied shirt after his ordeal, symbolizing his sacrifice.

Loyal, self-sacrificing, resourceful, patient, enduring, brave.

👤

Daughter of the Padischah of Jemen

human young adult female

Exquisitely beautiful, described as 'beautiful as the moon on the fourteenth.' She would have features consistent with a princess from Yemen, perhaps with dark, striking eyes and flowing dark hair.

Attire: Luxurious silk dresses (thobe) in vibrant colors, possibly embroidered with gold or silver thread, and adorned with traditional Yemeni jewelry. When traveling, she would wear more practical but still elegant garments, perhaps with a veil (hijab) or headscarf (shayla).

Wants: To fulfill her destiny, initially to marry the son of the Padischah of India, but later to marry Sefa.

Flaw: Her beauty makes her a target, and she is initially a pawn in political marriages.

She becomes Sefa's wife, fulfilling his initial desire.

Her radiant beauty, 'like the moon on the fourteenth,' and her rich, traditional Yemeni attire.

Beautiful, desirable, somewhat passive (as an object of desire), but capable of quick, decisive action (giving her clothes to Dschefa).

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Old Woman / Teacher

human elderly female

A frail but resilient elderly woman, likely with a stooped back from age and work. Her features would be consistent with an older woman from Yemen, perhaps with a wrinkled face and calloused hands.

Attire: Simple, practical, and modest cotton or linen garments in muted colors, typical of a village woman or teacher in Yemen. She would wear a long dress (thobe) and a headscarf.

Wants: To earn a living and provide for herself, and to fulfill her duties as a teacher.

Flaw: Her poverty makes her susceptible to bribery.

She serves as a crucial informant for Sefa, providing the necessary information to advance the plot.

Her stooped figure carrying a water jug, symbolizing her humble life and role.

Initially cautious and poor, but quickly helpful and accommodating once offered money. She is knowledgeable about local affairs.

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Daughter of the Padischah of India

human young adult female

A beautiful princess, likely with features consistent with Indian royalty, perhaps with dark, expressive eyes and long, dark hair. She would have a graceful and slender build.

Attire: Exquisite silk saris or lehengas in rich, vibrant colors like gold, fuchsia, or peacock blue, heavily embroidered with gold thread and precious stones. She would wear elaborate gold jewelry, including necklaces, earrings, bangles, and a maang tikka on her forehead.

Wants: To find a suitable partner and experience love.

Flaw: Her naivety regarding Dschefa's true identity.

She falls in love with Dschefa (mistaking him for the Jemen princess) and eventually marries him, finding happiness.

Her elaborate Indian royal attire and jewelry, particularly her maang tikka.

Kind, curious, open-minded, and affectionate.

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Besprecherin (Sorceress)

human adult female

A powerful and sinister woman, likely with a commanding presence. Her features would be sharp and severe, reflecting her magical abilities and malevolent intent. She might have a lean, imposing build.

Attire: Dark, flowing robes (possibly silk or heavy wool) in deep, ominous colors like black, deep purple, or midnight blue, perhaps with subtle, unsettling patterns or symbols. She might wear dark, heavy jewelry or amulets.

Wants: To exact revenge on Dschefa for disrupting the royal wedding and kidnapping the princess, and to restore the honor of the Indian royal family.

Flaw: Her magic can be countered by the Derwisch's interventions.

She is ultimately thwarted by the Derwisch's interventions, failing to achieve her revenge.

Her dark, flowing robes and her ability to conjure enchanted creatures.

Vengeful, powerful, cunning, malevolent, determined.

Locations

Palace Courtyard / Garden

outdoor afternoon Warm, clear weather implied

A grand, open space within the Sultan's palace, likely adorned with Islamic geometric patterns, possibly a central fountain, and lush, well-maintained gardens typical of Ottoman or Mamluk architecture, providing a serene yet formal setting.

Mood: Initially serene, then becomes a place of sudden revelation and emotional turmoil for Sefa.

Sefa and Dschefa are walking here when Sefa receives the enchanted portrait of the Princess of Yemen, leading to his immediate infatuation and subsequent illness.

Central fountain (implied) Ornamental trees and shrubs Stone pathways Architectural elements of a palace courtyard

Old Woman's House in Yemen

indoor night Warm, dry climate of Yemen

A humble, traditional Yemeni house, likely built of stone or mud brick, with a simple interior. The 'upper floor' suggests a multi-story dwelling, possibly with a majlis-style reception room. The mention of a 'stall' for horses implies a ground-level area for animals.

Mood: Initially welcoming and safe, but quickly becomes a place of despair for Sefa upon hearing the news of the princess's impending marriage.

Sefa and Dschefa find lodging here. Sefa reveals his quest to the old woman, who then informs him that the Princess of Yemen is about to marry the Prince of India, plunging Sefa into despair.

Stone or mud-brick walls Simple wooden furniture Stall for horses on the ground floor Upper room for guests

Palace of the Padishah of India

indoor night Warm, humid climate of India

A grand Indian palace, likely featuring intricate carvings, vibrant colors, and possibly a 'third floor' for important guests or chambers. The mention of a 'garden' suggests lush outdoor spaces within the palace complex. The 'bridal chamber' would be richly decorated.

Mood: Initially festive and celebratory, then becomes a place of deception, confusion, and later, unexpected romance.

Dschefa, disguised as the Princess of Yemen, is brought here for the wedding. Later, Dschefa and the Prince of India's sister discover their true identities and fall in love within the palace grounds.

Ornate architectural details (carvings, arches) Vibrant tapestries and fabrics Lush interior gardens (implied) Bridal chamber with rich decorations

Mountain Peak near Stambul

outdoor Harsh, exposed conditions; possibly cold and windy

A desolate, rocky mountain peak overlooking the city of Stambul (Istanbul). The environment is harsh, with large, imposing stones where Dschefa is left to die. The description implies a remote and unforgiving landscape.

Mood: Desolate, tragic, and isolated, later transforming into a place of reunion and emotional relief.

Dschefa is abandoned here by the executioner. Sefa later finds him, emaciated and near death, between two large stones, leading to their emotional reunion.

Large, imposing rock formations Sparse vegetation (if any) View of Stambul in the distance Exposed, windy conditions