In Der Gosse

by Edna Fern · from Venusmärchen: Geschichten aus einer andern Welt

fairy tale moral tale melancholic Ages 8-14 2394 words 11 min read

Adapted Version

CEFR A1 Age 5 578 words 3 min Canon 98/100

The wind blew and blew. It blew many dry leaves from the street. Whoosh! Into a gutter they went. The Wind was strong. It pushed the leaves. The Big Leaf did not want to go. It tried to stay. The Wind pushed it. The Big Leaf flew into the gutter.

The leaves lay in the gutter. They thought about their past. They were on a big tree. They were green and pretty. Birds sang in them. The moon looked through them. Children played under them. Then the Wind came. It made them fall. Now they were in the gutter.

The Wind sang its song. "I am strong," the Wind said. "I move clouds. I fly over land. I visit leaves on trees. I shake them down. I make them fall. I helped a flower change. I made it go to sleep. I carry its petals. I take them far away."

More friends came to the gutter. A long Straw lay there. A round Spinning Top was there. A white Old Paper came too. They were all in the gutter. They were new friends now.

The Straw spoke. "I was very tall," it said. "I stood in a field. I was yellow and strong. I was like a soldier. Farmers cut me down. They used me for animals. Animals ate me. Now I am here. I am in the gutter. My life changed much."

The Spinning Top spoke. "I spun and spun," it said. "Children made me spin fast. I was always busy. My head felt dizzy. Now I am here. I can rest now. I am happy to rest. The gutter is quiet."

The Old Paper spoke. "Things always happen," it said. "Some are strong. Some are not strong. This is how it is. It was always like this. It will always be like this. We must accept it."

The Spinning Top grumbled. "We can change things!" it said. "We can all work together." But the Wind blew. The Wind shook it. The Spinning Top was quiet.

A Pink Letter came. It was sad. "I was clean and bright," it said. "A golden pen wrote on me. Sweet words were on me. I loved the pen. Then I was broken. They tore me apart. I lost my pen. I am very sad now."

The other friends felt sad. The Pink Letter's story was sad. But the Old Paper did not care. The Spinning Top did not care. They did not understand feelings. They thought it was silly.

A Girl came. She had a broom. She swept the street. She swept the gutter. All the friends moved. They went into a pile.

Children came to the pile. They made a small fire. The fire was warm. It made a light. The leaves were warm. The friends were warm. They felt the heat.

The fire made the friends warm. Then they changed. The Spinning Top changed. The Pink Letter changed. All the friends changed. They turned into smoke. They turned into tiny bits. The tiny bits flew up. The Wind carried them. They went up, up, up. They were shiny in the air.

The Girl watched the smoke. It went up, up, up. She sang a happy song. She sang about change. Things change. Old things become new. This is good. It is a nice way. Life is always changing.

The smoke went up, up, up. The girl smiled. She knew everything changes. That is okay. New things always come.

Original Story 2394 words · 11 min read

In der Gosse.

»Hei! Der hat's eilig!« sagten die trockenen Blätter, als der Wind sie packte und die glatte Straße hinunterwirbelte, daß sie den Atem anhielten.

»Nein, ich will nicht!« raschelte das eine ganz große Blatt, das, trotz seiner verkrümpelten Gestalt, noch einen grünlichen Schimmer auf sich hatte und sogar noch einen ordentlichen Stiel besaß. Und es hob sich erst von der einen Seite, und dann von der andern – wie ein ungeschickter Bauernbursche, der zum Tanze antritt; aber es half ihm nichts: der Wind blies die Backen auf, und heidi! da sauste es davon, so viel es auch versuchte, an allen Steinchen und Schmutzhaufen hängen zu bleiben. Wütend sprang es schließlich noch toller wie die andern und legte sich oben auf die kleinen Blätter, um sie festzuhalten. – Da plötzlich – an der Straßenecke stieß der Westwind laut jubelnd den Nordwind an – so spielten sie immer, die beiden wilden Gesellen, und wollten sich dann schier totlachen, wenn sie alles Lebendige mit in ihren tollen Reigen hineinzerrten. – Und nun wirbelten sie zusammen die trockenen Blätter in die Höhe, daß sie den Bäumen entgegenflogen, die sehnsüchtig die leeren, nackten Arme nach ihnen ausstreckten. Aber da lagen sie schon wieder auf der Erde, küselten verwirrt umeinander und schleiften, schlürften, raschelten über die glatten Steine hinab in die Gosse.

Da lagen sie nun und dachten nach. Und dachten, wie sie – es war schon lange, lange her – die braunen Köpfchen einst vorsichtig aus der Baumrinde hervorgestreckt hatten, und in die Welt hinein geguckt, wie sie dann groß und grün und schön geworden waren, wie die Spatzen in ihnen gehuscht, wie der Mond zwischen ihnen hindurchgelugt, und wie die Menschenkinder in ihrem Schatten sich geküßt hatten. Dann war der Herbstwind gekommen und hatte sie selber geküßt, und sie waren gestorben an seinen eisigen Küssen – hatten sich erst so herrlich geschmückt für ihn, die armen Dinger, rot und gelb und violett und braun, und dann fielen sie ohnmächtig aus seiner wilden Umarmung zur Erde nieder, wurden hin und her gejagt von den Winden, und nun? Nun liegen sie in der Gosse und denken nach.

Hei! Wie der Wind bläst! Die Kleider der schönen Frauen, welche die Straße entlang gehen, schlägt er zur Seite, daß die schlanken Füße sichtbar werden. Und die Blätter in der Gosse flüstern einander zu: »Jetzt werden sie auch anfangen zu tanzen und rascheln und schleifen die glatte Straße hinab in die Gosse!«

Aber nein, die kleinen Füße schreiten fest und sicher weiter, der Wind kann ihnen nichts anhaben – aber der andere, der im Herzen weht, durch das Leben stürmt, ob der die schlanken Frauenfüße wohl nicht vom glatten Weg hinabwirbelt – in die Gosse?

Davon freilich wußten die trockenen Blätter nichts: sie lagen in der Gosse und dachten nach; und der Wind strich jauchzend über sie hin. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, die ganze Gesellschaft aus dem Rinnstein hinauszuwirbeln, über alle Welt zu jagen. Doch er that es nicht; lauernd hing er über ihnen und sang sein Lied:

»Jetzt schirre ich meine Wolkenrosse und stürme dahin und brause über die Stadt und über das Land in den Wald. Eure Schwestern will ich besuchen, die glührot an den Bäumen hängen. Und ich hause in den Zweigen, und ich brause über die Wipfel, und ich schüttle die bunte Pracht. – Seht Ihr den bunten Blätterregen?

Und seht Ihr die Trauerweiden, wie sie den Waldteich bewachen, düster, schwermut-geheimnisvoll? Ich peitsche ihre niederhängenden Haare, daß sie wie graue Schlangen zischeln und züngeln. Ich wühle die schwarzen Fluten des Waldteichs auf, daß die Wellen schäumen und sich kräuseln und mit nassen, starken Armen die Wasserrosen hinabziehen in das dunkle, dunkle Grab. –

Nur die Königin – sieh', da ruht sie auf schwarzgrünen Blättern, und sehnsüchtig leuchtet ihr weißes Blumengesicht mir entgegen. Ich fliege zu ihr, und ich reiße sie an mich in wilder Lust, kosend schaukle ich sie hin und her, ich sauge wollüstig den Duft aus ihrem weißen Kelche, ich küsse sie mit zärtlich stürmischen Küssen – sie stirbt an diesen Küssen – und ich trage ihre Blumenblätter hin über den schwarzen Waldesteich, hin über die Welt – – Ist es süß, zu sterben an den Küssen des Gewaltigen? – –

Heiho! – Ihr Wolkenrosse – graue, schwarze! senkt Euch tiefer, daß ich Euch besteige, daß ich Euch zügle hin über die Erde – der ich Vernichtung bringe – –«

Raschelnd flogen die trockenen Blätter ihm nach, aber nur eine Spanne hoch, dann fielen sie wieder herunter in den Rinnstein. Und da lagen sie wieder mit ihren Gedanken.

Es hatte sich eine sehr gemischte Gesellschaft in der Gosse zusammengefunden. Da waren Blätter von allen Größen und jedes sah ganz anders aus. Sie gehörten zwar alle entweder zu der großen Familie »Derer von Baum« oder zu der »Von dem Busche« – aber eine rechte Einigkeit konnte nicht erzielt werden, da sich die vom Baum viel vornehmer dünkten, als die von dem Busche, und daher wurde so viel von Stammbäumen, Wappenschildern und dem Gothaer geredet, den die Firma Frühling, Sommer u. Co. herausgab, daß die übrige Gesellschaft im Rinnstein, die nicht von so hoher Abkunft war, in tiefster Ergebenheit erstarb. Darin waren sie sich jedoch alle einig, daß sie nur durch unverschuldetes Unglück, durch widrige Winde und plötzliche Regengüsse so heruntergekommen waren, daß sie sich nun in der Gosse befanden.

Da stak mitten unter dem Blätterhaufen ein langer, schlanker Strohhalm, hineingeflogen wie ein Pfeil – die Blätter hatten ihn immer für etwas ganz Unbedeutendes gehalten – der that jetzt den Mund auf und begann zu erzählen: »Ich bin sehr vornehm,« sagte er, »ich bin ein Prinz. Ich bin Oberst gewesen in Ihrer Majestät der Frau Königin Erde Weizenfeld, Allerfeinste-Mehlsorte No. I. Ich trug eine gelbe Uniform und einen prächtigen Raupenhelm auf dem Kopfe. – Ihr hättet es sehen sollen, unser Regiment! Wie wir in Reih' und Glied standen – fest wie eine Mauer! Wie wir exercierten – hierhin, dorthin, auf und nieder, wenn unser Kommandant, Generalissimus Wind, seine brausende Stimme erschallen ließ. Hei! das war eine Freude, uns anzuschauen! – Und dann kam der Krieg, das war ein schneidiger Krieg! Erbarmungslos mähte der Feind, jenes uncivilisierte raubgierige Gesindel, das sie Menschen nennen, uns nieder, und wir fielen ebenso schön in Reih' und Glied, wie wir gestanden hatten. – Aber tot waren wir nicht – bewahre! (denn sonst könnte ich es Euch ja nicht erzählen). Wir gerieten nur in Gefangenschaft, und in bittere Gefangenschaft. Sie banden uns zusammen, wie die Indianer, und schleppten uns fort und steckten uns in die Folter, bis sie all den Reichtum, den wir in unserm Raupenhelm trugen, herausgequetscht hatten, und dann, ja dann sollten wir erniedrigt werden, den Pferden Dienste zu leisten, den Pferden unserer Feinde. Die wollten auf uns herumtrampeln, die wollten uns als Lager benutzen, die wollten – mit einem Wort – Mist sollten wir werden! – Ich, Prinz von Halm-Halm – auf Aehre – Oberst in Ihrer Majestät der Königin Erde Regiment Weizenfeld-Allerfeinste-Mehlsorte No. I.

Da, als wir gefesselt, geknebelt, aufeinandergepackt, in dem Transport-Wagen lagen – da habe ich zum erstenmal in meinem Leben die Subordination vergessen – ich, dem die Subordination alles war, und bin ausgerissen.

Und die Folge davon? – Ich liege in der Gosse – –

Ja, Subordination muß sein!« sagte der Strohhalm, grub sich mit seiner leeren Kornähre, seiner Raupe, in den Gossenschlamm und philosophierte über die Gefahren der Unbotmäßigkeit. – »Siehst Du, Prinz Halm-Halm: Schmieg' Dich dem Schicksal an, so kriegst Du einen warmen Pferdestall – lehn' Dich dagegen auf und Du fällst in die Gosse – auf Aehre! – Burrrr – brumm!« schnarrte es neben ihm. Ein richtiger, bunter Brummkreisel war es, der auf irgend eine Weise in die Gosse geraten, unter die Blätter, und von den Kindern vergessen worden war.

»Subordination. – Ich brumme was auf die Subordination! Wer wie ich zeitlebens von allen unnützen Buben auf den Straßen herumgepeitscht worden ist – zuweilen waren ein halbes Dutzend hinter mir, und dann mußte ich tanzen und brummen, bis mir der Atem ausging – der ist froh, wenn er auskratzen kann und sein Leben gemütlich in der Gosse beschließen darf.

Wie habe ich mich gesträubt und gewehrt, all' mein Leben lang! Ich habe den Bindfaden, der an mir saß, so fest um mich herumgewickelt, daß er beinahe mit keiner Macht der Erde wieder loszumachen war; ich habe mich mit meinem einzigen spitzen Bein in die Ritzen der Steine geklemmt, daß sie mich beinahe nicht wieder herauskriegen konnten; ich bin allen Jungen und Mädchen zwischen die Füße gefahren, daß sie stolperten, und habe dabei gebrummt, daß mir selber angst und bange wurde. Aber es half mir nichts. Ich mußte tanzen und schnurren und Kapriolen machen mit der bittersten Empörung in meinem Brummkreiselherzen. Sie hatten die Peitsche und folglich auch die Macht und ich mußte tanzen, bis ich eines schönen Tages in der Gosse lag – – – Brrrrr – brumm!« sagte der Kreisel, als der Wind über ihn hinfuhr und ihn zwang, sich um sich selbst zu drehen.

»Ja, mein lieber Herr Kreisel,« sprach da salbungsvoll ein weißes, bedrucktes Stück Papier, das die Schulkinder aus einem ihrer Bücher verloren hatten. Die Blätter wollten es nicht für voll anerkennen – es war zwar auch ein Blatt und auch trocken, aber es gehörte zu einer ganz andern Familie – sie waren gar nicht verwandt. Es hielt sich deshalb ein wenig abseits und sprach in gebildetem Tone:

»Sehen Sie, mein lieber Herr Kreisel,« sagte es, »das ist von alters her so gewesen – ich muß das wissen, denn ich bin aus einem Geschichtsbuche – die Starken hatten die Macht und, wie Sie so sehr richtig bemerkten, folglich auch die Peitsche, mit der sie sehr energisch umzugehen wußten, und die Schwachen – nun, die wurden gepeitscht. Da hilft kein Auflehnen gegen den Willen von oben und gegen die Peitsche der Straßenjungen; die Kreisel wie alle Armen und Schwachen müssen tanzen – so ist es immer gewesen, so ist es heute noch, und so wird es bleiben. Wir haben uns einmal daran gewöhnt, und wir Gebildeten sehen auch ein, daß es nicht anders sein kann und daß es so am besten ist.«

Da fuhr aber der Kreisel auf:

»Daran gewöhnt? Fällt uns gar nicht ein! Denken gar nicht daran! Und wenn wir uns einmal alle zusammenrotteten – die Bäume und die Büsche und die Strohhalme, und alles, was so herumliegt, und wir Kreisel und – und so weiter – und wir machten 'mal so eine kleine, lustige Revolu– –«

Hui! Da faßte ihn der Wind und schüttelte ihn, und da duckte er sich und sagte: »Brumm!« –

»Ach,« jammerte da ein feines, zärtliches Stimmchen, »was ist das alles gegen den Kummer, den ich erlebt habe?«

Das war ein Stückchen Papier, lachsfarben, gepreßt, mit Tinte beschrieben – man sah, es war etwas Feines. Der Wind hatte es eben erst in wilder Jagd die Straße hinuntergepustet, und atemlos war es mit einem Purzelbaum in der Gosse gelandet.

»Ich war rein und hellblank, und ich duftete stärker wie die Veilchen in der Vase, die vor dem Fenster stand; und ich lag auf einem zierlichen Schreibtisch und ein reizender, goldener Federhalter kritzelte über mich hin. – Ach, dieser Federhalter! Etwas Glänzenderes, Schlankeres, Zierlicheres habe ich nie gesehen. Und alle die süßen, zärtlichen Worte, die er mir ins Ohr flüsterte – war es ein Wunder, daß ich seinen Schwüren glaubte, daß ich ihn liebte mit all der Glut, deren mein papierenes Herz fähig war? – Ach, wie war das Leben schön!

Aber da kritzelte er mir eines Tages mit einem großen dicken Tintenstrich etwas ganz Unheimliches, Unverständliches zu, so daß ich erschrak, und dann ergriffen mich plötzlich kleine, weiße Fingerchen, und ich knickte vor Angst in der Mitte durch, und sie sperrten mich in einen dunklen Behälter, der wurde fest zugemacht, und eine glockenhelle Stimme trillerte dazu:

und dann reiste ich fort, weit fort, und mein schlanker, goldener Geliebter blieb zurück, und ich habe ihn nie wieder gesehen. Ach, ich war wie in einer Betäubung und kam erst wieder zur Besinnung, als mein Gefängnis sich öffnete und ich herausgeholt wurde – und da – da geschah etwas Schreckliches: ich hörte eine wuterstickte Stimme, die mich fürchterlich ausschalt, und große, rauhe Finger nahmen mich und rissen mich mitten durch, nicht nur einmal, nein, in lauter kleine Fetzen, und wir flatterten zur Erde nieder und der Wind kam und nahm uns mit sich fort. – Ach, und wenn nun mein Federhalter mich sucht, dann erkennt er in diesem kleinen, schmutzigen Flecken seine schöne lachsfarbene Geliebte nicht wieder. – – – Ach, was sind alle Leiden und Kümmernisse der Welt gegen die Schmerzen unglücklicher Liebe!«

Als das traurige Papierchen geendet hatte, entstand eine tiefe Stille in dem Rinnstein. Sie waren alle gerührt und kämpften mit den Thränen –

»Denn eigenes Unglück und eigener Kummer machen das Herz empfänglich für die Leiden anderer!« sagte das Blatt aus dem Geschichtsbuche für die Jugend gebildeter Stände. Nur das große Blatt mit dem Stiel, eines der vornehmsten aus dem Hause derer vom Baume, murmelte etwas von »plebejischer Gefühlsduselei!« und der Brummkreisel sagte: »Bitte, meine Herrschaften, werden Sie nicht sentimental – das ist veraltet – und von Liebe halten wir heutzutage nicht viel, die Wissenschaft hat diesen geheimnisvollen Vorgang in unserem Innern mit grausamer Deutlichkeit aufgeklärt – brrrr–brumm!« Da aber gab es einen großen Disput, wie in einer politischen Sitzung, und wie sie noch im besten Zanken waren, öffnete sich in dem nächsten Hause eine Thür und ein junges Mädchen trat heraus mit einem Besen in der Hand, denn es war Sonnabend, und die Straße sollte gekehrt werden. Mit kleinen lustigen Schritten trippelte sie daher und die braunen Augen sahen zuversichtlich in die Welt hinein. Sie begann mit kräftigen Bewegungen den Rinnstein auszukehren und summte halblaut dazu:

Und nun purzelte alles durcheinander: die Blätter und der Strohhalm und das Papier und der Kreisel. Das Mädchen kehrte sie zusammen auf einen großen Haufen, und jubelnd kamen die Kinder herbei und zündeten das trockene Laub an – –

»Burrr!« sagte der Kreisel, »mein revolutionäres Feuer schmilzt mich auf!«

Und knisternd flog die lachsfarbene Schönheit in die Höhe; denn der Wind blies in den Scheiterhaufen, daß die Funken stoben, er trug sie mit sich fort, wie die weißen Blätter der Wasserrosenkönigin, und streute sie aus auf seinem Wege, daß ein Feuerregen niederfiel. Die braunen Augen des Mädchens sahen ihnen nach, und sie sang:


Story DNA

Moral

Even in misfortune, there are different ways to perceive one's fate, and sometimes destruction can lead to a form of liberation or transformation.

Plot Summary

Dry leaves are swept into a gutter by the wind, where they join other discarded objects like a straw, a spinning top, and pieces of paper. Each object shares its life story and philosophical views on fate, subordination, and rebellion, leading to debates and shared sorrow. Ultimately, a young girl sweeps them all into a pile, which children set on fire. The objects are consumed by the flames, transforming into smoke and ashes, carried away by the wind, symbolizing a bittersweet end and a form of liberation.

Themes

fate vs. free willsocial hierarchyresignation vs. rebellionthe cycle of life and death

Emotional Arc

resignation to bittersweet acceptance

Writing Style

Voice: third person omniscient
Pacing: slow contemplative
Descriptive: lush
Techniques: personification, pathetic fallacy, internal monologue, poetic language

Narrative Elements

Conflict: person vs society
Ending: bittersweet
Magic: talking objects, personified wind
the gutter (representing societal discard or low status)the wind (representing fate, power, change)fire (representing transformation, destruction, purification)the salmon-colored letter (representing lost love and vulnerability)

Cultural Context

Origin: German
Era: pre-industrial

The story reflects a period where social hierarchies were rigid, and philosophical discussions about individual agency versus societal forces were common. The reference to the 'Gothaer' (Gotha Almanac) highlights a preoccupation with lineage and social standing among the 'noble' leaves.

Plot Beats (14)

  1. The wind sweeps dry leaves from the street into a gutter, despite one large leaf's resistance.
  2. The leaves lie in the gutter, reminiscing about their past lives on the tree, their beauty, and their eventual fall.
  3. The wind sings a powerful, poetic song about its destructive yet transformative force over nature, including the death of a water lily.
  4. A diverse group of objects, including a straw, a spinning top, and a piece of paper from a history book, gather in the gutter.
  5. The straw, a 'prince' from a wheat field, recounts his 'capture' and 'torture' by humans, and his escape from 'subordination' to become horse fodder, now philosophizing on the necessity of order.
  6. The spinning top, having been 'whipped' and forced to 'dance' its whole life, expresses joy at finally being at rest in the gutter, rebelling against the idea of subordination.
  7. The history book paper, claiming ancient wisdom, argues that the strong will always rule the weak, and submission is the only sensible path.
  8. The spinning top attempts to incite a 'revolution' among the gutter inhabitants, but is immediately silenced by the wind.
  9. A salmon-colored love letter, recently blown into the gutter, shares its sorrowful tale of being written with sweet words, then torn apart and separated from its beloved golden pen.
  10. The other objects are deeply moved by the love letter's story, but the history paper dismisses it as 'plebeian sentimentality' and the spinning top as 'outdated' science.
  11. A young girl with a broom sweeps all the objects from the gutter into a pile.
  12. Children joyfully set the pile of leaves and objects on fire.
  13. The spinning top, the love letter, and the other objects are consumed by the flames, their essence carried away by the wind as sparks and ashes.
  14. The girl watches the burning pile and sings a song about the beauty of transformation and the cycle of life and death.

Characters

✦

The Large Leaf

leaf ageless non-human

A single, large, dry leaf, noticeably bigger than the others. Despite its shriveled form, it retains a greenish shimmer and still possesses an intact, sturdy stem. Its edges are somewhat crinkled.

Attire: N/A (as a leaf, it has no wardrobe)

Wants: To resist being swept away by the wind and to maintain its perceived dignity and social standing among the other leaves.

Flaw: Its pride and inability to accept its fate, leading to futile resistance.

Starts by resisting its fate, then settles into the gutter, maintaining its aristocratic disdain for others' misfortunes, and ultimately is swept away and burned with the rest.

Its distinct size and the lingering greenish shimmer on its otherwise dry, crinkled form, with a prominent stem.

Resistant, stubborn, proud, somewhat snobbish (believing itself superior due to its 'tree' origin).

✦

The Wind

elemental force ageless non-human

Invisible, but its presence is described through its powerful actions: blowing cheeks, whipping clothes, stirring waters, carrying objects. It is personified as a 'wild fellow' and a 'mighty one'.

Attire: N/A (invisible)

Wants: To exert its power, to play, to bring change (destruction and renewal), to experience the 'sweetness' of causing death through its kisses.

Flaw: N/A (portrayed as an unstoppable force)

Remains consistently powerful and indifferent, a force of nature that causes both beauty and destruction without changing its fundamental nature.

The visible effects of its invisible force: swirling leaves, whipped clothing, agitated water, sparks flying from a fire.

Playful, wild, powerful, destructive, seductive, indifferent, boastful, capricious.

✦

The Straw

plant (straw) ageless non-human

A long, slender straw, described as having flown into the gutter like an arrow. It was once yellow, like a uniform.

Attire: Metaphorically, a 'yellow uniform' and a 'magnificent caterpillar helmet' when it was a wheat stalk.

Wants: To assert its former importance and noble lineage.

Flaw: Its pride in a past glory that no longer applies to its current state.

Starts by proudly recounting its past, then is swept away and burned, its 'revolutionary fire' melting it.

Its long, slender form, distinct from the broad leaves, suggesting its past as a wheat stalk.

Proud, boastful, believes itself to be of noble origin ('a prince'), somewhat naive about its current state.

✦

The Spinning Top

toy (spinning top) ageless non-human

A spinning top, described as having a 'humming top heart'. Its appearance is not detailed beyond being a typical toy top.

Attire: N/A (as a toy, it has no wardrobe)

Wants: To resist forced movement and control, to express its anger, to advocate for revolution, and later, to promote a scientific, unsentimental worldview.

Flaw: Physically powerless against the children and the wind, easily silenced by force.

Starts as a resentful victim, becomes a revolutionary, then is silenced by the wind, and finally is burned, its 'revolutionary fire' melting it.

Its characteristic 'Brumm!' sound and its forced spinning motion.

Rebellious, indignant, resentful of being controlled, prone to grumbling, but ultimately submissive to greater force. Later, dismissive of sentimentality and love, favoring 'science'.

✦

The History Book Leaf

paper (from a book) ageless non-human

A white, printed piece of paper, lost from a schoolbook. It is dry like the other leaves but clearly distinct in origin.

Attire: N/A (as paper, it has no wardrobe)

Wants: To explain the world through historical precedent, to justify the status quo, to assert its intellectual authority.

Flaw: Its rigid adherence to historical determinism, which prevents it from imagining change.

Remains consistent in its fatalistic worldview, then is swept away and burned with the others.

Its white color and the visible printed text on its surface, distinguishing it from natural leaves.

Pedantic, educated, resigned, fatalistic, believes in the established order, somewhat condescending.

✦

The Salmon-colored Paper

paper (letter) ageless non-human

A small piece of paper, salmon-colored, pressed, and written on with ink. It is described as 'fine' and once 'pure and bright'.

Attire: N/A (as paper, it has no wardrobe)

Wants: To express its profound sorrow over lost love and betrayal, to be reunited with its 'golden beloved'.

Flaw: Its extreme emotional vulnerability and inability to cope with heartbreak.

Starts as a heartbroken victim, recounts its tragic love story, and is then burned, flying up as sparks, its beauty carried away by the wind.

Its distinctive salmon color and the ink writing on its surface, indicating it was a love letter.

Sensitive, romantic, heartbroken, dramatic, prone to lamenting, believes in the power of love.

👤

The Young Girl

human young adult female

A young girl, with brown eyes. Her build is not explicitly stated but implied to be light and agile by her 'small, merry steps'.

Attire: Simple, practical clothing suitable for sweeping, likely a dress or skirt and blouse, appropriate for a working girl in a German town of the late 19th/early 20th century. No specific colors or fabrics are mentioned.

Wants: To perform her Saturday chore of sweeping the street.

Flaw: N/A (she is a force of nature in her own right, bringing an end to the gutter's philosophical musings)

Appears briefly to perform her task, bringing an end to the story's main narrative without changing herself.

Her brown eyes and the broom in her hand.

Cheerful, confident, diligent, unburdened by the philosophical woes of the gutter inhabitants.

Locations

The Gutter (Rinnstein)

outdoor Autumn, windy, potentially after rain

A narrow channel at the edge of a smooth, paved street, collecting dry leaves, dirt, a straw, a spinning top, and various pieces of paper. It is a place of stagnation and reflection for the discarded objects.

Mood: Melancholy, reflective, a sense of being discarded and forgotten, yet also a place for philosophical debate.

The primary setting where all the discarded objects gather, share their life stories, and engage in philosophical discussions about fate, power, and love.

smooth cobblestone street dry leaves (red, yellow, violet, brown) dirt piles long, slender straw spinning top white printed paper from a history book salmon-colored, pressed, ink-scribed paper wind currents

The Street Corner

transitional Autumn, very windy

A specific point where the West Wind and North Wind meet and playfully combine their forces, creating powerful gusts that sweep leaves into the air.

Mood: Chaotic, playful, energetic, a point of dramatic change in the wind's direction and intensity.

The point where the leaves are violently swept up by the combined winds before being deposited into the gutter.

smooth street gusts of wind whirling dry leaves bare tree branches reaching out

The Forest Pond (Waldteich)

outdoor Autumn, stormy and windy

A dark, mysterious forest pond guarded by weeping willows, whose long, hanging branches resemble grey snakes. The wind whips the water into foamy waves, pulling water lilies down into the depths.

Mood: Gloomy, melancholic, mysterious, with a hint of destructive power.

Described in the Wind's song, it's where the Wind's destructive yet passionate nature is revealed through its interaction with the willows and the 'queen' water lily.

dark, blackish water weeping willows with 'hair' like grey snakes foaming, curling waves water lilies (Wasserrosen) black-green leaves (supporting the 'queen' water lily)