Der Blasirte Stieglitz

by Hans Wachenhusen · from In der Mondnacht: Märchen

fairy tale cautionary tale melancholic Ages 8-14 2579 words 12 min read

Adapted Version

CEFR A1 Age 5 411 words 2 min Canon 75/100

Once, there was a little bird. His name was Goldie. He was always sad. He wore a bright red cap. He sat on a branch. He puffed up his feathers. "I am so bored," he said. His friend Siskin flew over. "What is wrong?" asked Siskin. "All is wrong," said Goldie. "I am not happy here." Siskin shook his head. "You are just bored," he said. Then Siskin flew away.

Goldie thought, "I need a change." He decided to find a new friend. He saw Mrs. Goldfinch in a tree. She was kind. She had a nice nest. "Will you live with me?" asked Goldie. "Yes," she said. They made a home.

Soon, Goldie was bored again. Mrs. Goldfinch sat on eggs in the nest. "This is not fun," thought Goldie. He had to find food for the babies. "I am not happy," he told his wife. She looked sad.

One day, Goldie said, "I am going away." Mrs. Goldfinch cried softly. "I will wait for you," she said. Goldie flew far away. He went to a new land.

In the new land, Goldie met other birds. "I can teach you to sing!" he said. The birds laughed at his song. "Your song is silly!" they said. They teased him. Goldie flew away. He felt sad. His red cap blew off in the wind.

He flew into a house. A kind helper saw him. A lady put him in a cage. "You are safe here," she said. Goldie pretended to be tame. One day, the window was open. Goldie flew out fast.

The lady's son tried to catch him. Goldie flew far away. He sat on a tree. He thought. "I miss my home," he thought. "I was not happy there. But I am not happy here either."

Goldie flew back to his old tree. He found Mrs. Goldfinch. She was very sad. She was sick because she missed him. Goldie looked at his feet. He felt a deep, heavy sadness. "I am so sorry," he cried. "I was very wrong." He felt his sorrow like a stone in his heart.

Mrs. Goldfinch saw his tears. "I am glad you are home," she said softly. She forgave him.

Goldie took care of his wife. She got better. They lived in their nest. Goldie was not bored. He loved his home and his family.

Goldie learned a lesson. Being happy with what you have is key. He and Mrs. Goldfinch lived happily.

Original Story 2579 words · 12 min read

Der blasirte Stieglitz.

Auf einem Zweige im Walde saß ein junger Stieglitz. Er hatte sich die Federn aufgeblasen und saß da so stolz und so selbstgefällig und machte sich wirklich dick, wie man im gewöhnlichen Leben zu sagen pflegt.

– Quirewitt! sagte er dann und wann vor sich hin. Was bin ich doch für ein unglücklicher Mensch! Gar nichts habe ich mehr, was mir Freude macht. Das Leben ist doch das Aufstehen und zu Bette gehen nicht werth.

So klagte der Stieglitz, denn wie jung er auch noch war, litt er doch am Weltschmerz, wie es vielen Menschen ergeht, die selbst nicht wissen, was sie wollen.

Da kam ein Zeisig herbei geflogen, der war ein Jugendfreund von ihm, denn er war mit dem Stieglitz, als sie fliegen lernten, auf einem und demselben Zweige in die Schule gegangen.

– Was fehlt Dir denn? fragte der Zeisig.

– Was mir fehlt? Alles! antwortete der Stieglitz. Ich bin europamüde und kann es hier gar nicht mehr aushalten.

– Du bist wohl nicht recht bei Trost, Stieglitz? Du hättest früher lieber weniger lustig in den Tag hinein leben sollen, so könntest Du jetzt mehr Freude am Dasein finden. Du bist entweder blasirt oder Du bist auch verliebt.

– Ach, das Alles haben wir längst hinter uns! sagte der Stieglitz, als wäre er schon ein Greis, während er doch noch im vorigen Jahre wie alle jungen Vögel einen gelben Rand am Schnabel getragen hatte und also eigentlich noch ein rechter Gelbschnabel war.

– Du bist nicht recht klug! rief der Zeisig, flog davon, um nicht auch melancholisch zu werden und ließ den Stieglitz allein sitzen.

– Ich glaube, er hat Recht, ich bin wirklich blasirt! sagte der Stieglitz zu sich selbst. Aber was kann ich denn dagegen thun? Es liegt einmal in meiner Gemüthsart... Ich will mir doch die Sache beschlafen.

Und so schlief er auf dem Zweige ein, denn ein eigenes Nest hatte er gar nicht.

Am andern Morgen, als er am Ufer eines Quells auf einem Kieselstein saß und Kaffee trank, hielt er folgendes Selbstgespräch:

– Ich habe mir das nun während der Nacht überlegt und gefunden, daß es am besten sein wird, wenn ich mich verändere, das heißt, wenn ich mich verheirathe; denn im Grunde langweilt mich das Junggesellenleben. Vielleicht finde ich Zerstreuung in der Ehe. Schön genug bin ich, daß mich Jede nimmt, sagte er, sich selbstgefällig in dem Wasserspiegel betrachtend, aber ich mag nicht eine Jede nehmen. Am klügsten thue ich wohl, wenn ich eine Wittwe heirathe, die schon ein eigenes Nest hat, denn mir erst ein solches zu bauen, das ist mir zu langweilig. Da ist z. B. die junge Dame in dem Erlenbaum, deren Mann im vorigen Monat von dem Jäger erschossen wurde; sie ist eine ganz rechtschaffene Stieglitzenfrau und jung und hübsch ist sie auch noch. Ich will doch um sie freien.

Und der Stieglitz machte sich schön, indem er den Quell als Spiegel benutzte, strich sich namentlich die gelben Federn in seinen Flügeln, auf die er sehr stolz war, durch den Schnabel, kämmte sich sorgfältig sein rothes Käppchen und flog sobald es Mittagszeit war, wo man Damenvisite machen kann, nach dem Erlenbaum.

Die junge Stieglitzen nahm ihn auch ganz freundlich auf, denn sie mochte wohl ahnen, was der blasirte junge Herr wollte, und als er ihr sein Anliegen gesagt hatte, war sie auch ganz einverstanden; aber sie bat ihn doch, mit der Hochzeit noch acht Tage zu warten, denn dann sei ihr Trauermonat abgelaufen. Den Anstand müsse man nie verletzen, sagte sie.

Und richtig war um acht Tage Hochzeit im Erlenbaum, aber keine große; nur die Nachbarn waren geladen, denn der Bräutigam meinte, eine große Hochzeit sei viel zu langweilig.

So war denn der Stieglitz ein Ehemann geworden.

Aber fühlte er sich wohl glücklich? Nein, er war noch ebenso unzufrieden wie vorher, denn als die Flitterwochen vorüber waren, langweilte es ihn, daß seine junge Frau Tag und Nacht im Neste lag und die Eier ausbrütete, was doch ihre Schuldigkeit war. Der Stieglitz aber meinte, das sei gar zu einfältig; überhaupt habe er die Bemerkung gemacht, daß seine Frau nur für die Wirthschaft und zu sonst gar nichts zu gebrauchen sei; hätte er das gewußt, so würde er sie gar nicht geheirathet haben.

Noch mehr aber verdroß es ihn, als nun die Jungen aus den kleinen Eiern schlüpften, die Nahrungssorgen anfingen und er den ganzen Tag hindurch Futter für die Kinder suchen mußte. Ja, als sie größer wurden, hatte er nicht einmal Platz in seinem eignen Neste und mußte die Nächte hindurch am Rande desselben auf einem Beine stehend schlafen. Das sei doch zu dumm, sagte er zu sich selbst.

– Kiriwitt! sprach der Stieglitz eines schönen Abends, als seine Frau die schon flügge werdenden Jungen auf dem Zweige exercirte. Ich bin doch eigentlich gar nicht zum Ehemann geboren!

Und als nun die Jungen ausgeflogen waren, um ihr Glück in der Welt zu versuchen, und er mit seiner Frau wieder allein war, da machte ihr der unzufriedene Stieglitz eines Tages bittre Vorwürfe. Sie sei auch zu gar nichts als zur Wirthschaft zu gebrauchen, sie habe nicht die geringste gesellschaftliche Bildung, sagte er zu ihr; eine solche Frau könne ihn nicht glücklich machen, sie allein sei Schuld daran, daß er seinen Lebenszweck verfehlt habe.

Die arme Frau fing an bitterlich zu weinen, denn sie war ja so herzensgut und hatte ihn auch immer so lieb gehabt; aber da sie seinem Lebensglück nicht hinderlich sein wollte, so willigte sie endlich ein, als er ihr vorschlug, sie wollten sich scheiden lassen.

– Er wird schon wieder zu mir zurückkehren, wenn es ihm einmal schlecht geht, dachte sie bei sich; er weiß das häusliche Glück noch gar nicht zu schätzen.

Und so flogen sie Beide zu einem Dompfaffen, der mußte sie scheiden.

– Gott sei Dank, dachte der Stieglitz; jetzt bin ich wieder frei! Ich will nur mit der nächsten Gelegenheit nach Amerika auswandern, denn hier in Deutschland ist es mir viel zu enge. Vielleicht, sagte er, machst Du in Amerika Dein Glück, und wenn Dir dies gelingen sollte, so giebst Du den Vögeln Gesangunterricht, denn die sollen dort zwar alle sehr schön von Gefieder sein, aber keinen Ton zu singen verstehen; und wie die Drossel mir gesagt hat, wird die Kunst in Amerika sehr hoch bezahlt. Vielleicht kannst Du da noch berühmt werden!....

Das war nun Alles recht gut, aber wie sollte er über das weite Wasser kommen! Er konnte zwar sehr schnell fliegen, aber, ohne ausruhen zu können, war doch die Reise über das große, endlose Meer zu weit.

Stieglitz überlegte sich diesen Punkt und flog nach einem Hafen. Hier lagen viele, viele Schiffe und eins von ihnen war eben im Begriff, mit vollen Segeln in die See zu gehen.

– Das ist gerade eine günstige Gelegenheit, sagte der Stieglitz; mit dem Schiffe willst Du fahren.

Also flog er ihm nach, setzte sich oben in den Mastkorb und fuhr Tage und Nächte, ohne sich was merken zu lassen, daß er auch da sei. Der gute Stieglitz hatte leicht reisen, denn er brauchte kein Passagiergeld zu bezahlen. Tags verhielt er sich oben in seinem Mastkorb ganz still, aber Nachts, wenn die Passagiere und die Matrosen fast alle schliefen, dann flog er auf das Verdeck herab und pickte die Brodkrümel auf, welche die Schiffsmannschaft beim Essen verloren hatten.

So ging die Reise wohl volle sechs Wochen. Dem guten Stieglitz wurde in seinem Mastkorb Zeit und Weile lang, aber hier hieß es: mit gegangen, mit gefangen, und so war er nur froh, daß er nicht seekrank wurde.

Endlich erblickte er eines Morgens in der Ferne eine Küste. Sogleich flog er auf, verließ das Schiff und eilte in das fremde Land hinein.

Ja, wie sah das Alles so anders aus als zu Hause! Das soll ein Leben werden! dachte der Stieglitz; hier kannst Du Dein Glück machen!... Du willst nur gleich einmal die Tonleiter singen, um Dich zu überzeugen, ob Du auch unterwegs nicht Deine Stimme verloren hast!

Er ließ sich auf einen Baum nieder, der war dick mit granatrothen Blüten besetzt und stand mitten in einem Walde.

– Kiriwitt, Kiriwitt! sang er zur Probe... O, es geht noch! Du mußt nur erst wieder in Zug kommen, sagte er zu sich selbst... Kiriwitt, sang er ganz vergnügt, hob den Schwanz in die Höhe und flog von einem Baume zum andern.

– Arrah, Arrah! hörte er plötzlich unter sich schreien und erblickte einen großen, ganz schneeweißen Vogel, der hatte einen gelben Kamm auf dem Kopf, auf den er sich viel einzubilden schien. Und um ihn her saßen eine ganze Menge andrer bunter Vögel, die waren grün, gelb, grau und roth und stimmten ein gefährliches Geschrei an. Stieglitz meinte, wenn er sich nicht irre, müßten dies Papageien sein.

– Aha, dachte er, da sind schon welche von den Wilden! Du mußt ihnen nur gleich einen Begriff von der deutschen Bildung und Kunst beibringen. Wie man sich einführt, so wird man hernach beurtheilt. Was werden Die staunen, wenn sie Dich singen hören.

– Kiriwitt! sang er und setzte sich mitten unter die großen Vögel.

– Ei sieh doch, was bist denn Du für ein kleiner Knirps? fragte der große weiße Vogel. Was soll denn das heißen: Kiriwitt? Wir sprechen keine fremden Sprachen; wir sprechen hier nur englisch.

Und dabei fing er wieder an zu kreischen, daß dem Stieglitz ganz übel wurde.

– Pfui, Ihr solltet Euch schämen mit Eurem Geschrei; das ist ja, als wäre man in einer Judenschule. Ihr seid doch noch gar zu sehr in der Bildung zurück! rief der Stieglitz.

– Mit Erlaubniß zu fragen: was bist Du denn für Einer? sagte ein großer grauer Papagei.

– Ich bin ein Stieglitz und stamme aus einer sehr noblen Familie des Schwarzwaldes in Deutschland, antwortete der Stieglitz. Da ich aber hörte, daß man hier im Gesange noch so weit zurück ist, ja gewissermaßen sogar nichts davon versteht, so bin ich herübergekommen, um Euch in dieser Kunst zu unterrichten.

– Na, dann singe uns 'mal was vor! sagte der Papagei.

Der Stieglitz nahm eine sehr künstlerische Haltung an, wetzte sich den Schnabel und räusperte sich.

– Kiriwitt – witt – witt! stimmte er an, wie es die Sänger zu thun pflegen, ehe sie eigentlich beginnen, und dann quinquilirte er ihnen was vor, das sollte eine deutsche Arie sein, wie er sagte.

– Hahaha! Das ist also eine deutsche Arie? Die kann mir gestohlen werden! rief der große weiße Vogel. Jetzt höre zu, wir wollen Dir eine Arie nach unsrer Weise vorsingen.

Und wieder fingen sie an zu schreien, daß es durch den ganzen Wald schallte und der Stieglitz vor Schreck beinahe von dem Zweige gefallen wäre.

– Das ist ja eine wahre Katzenmusik! rief er, als sie fertig waren mit ihrer Arie. So etwas Gesang zu nennen! Pfui!

Aber kaum hatte er dies gesagt, da fielen sie Alle, als wenn sie sich verabredet hätten, mit ihren dicken Schnäbeln über ihn her und wollten ihn todtbeißen. In seiner Angst flog der Stieglitz davon; sie aber verfolgten ihn und hätten ihn gewiß auch bald erreicht. Wie wäre es dem armen Stieglitz wohl ergangen, wenn er nicht zu seinem Glück hinter dem Walde ein Landhaus gesehen hätte, dessen Fenster offen standen.

Er flüchtete sich in das Zimmer und verbarg sich ängstlich hinter der Gardine.

Aber nun denke man sich seinen Schrecken, als er plötzlich bemerkte, wie sich eine pechschwarze Hand nach ihm ausstreckte, und gleich darauf sah er zu seinem Entsetzen auch einen kohlenschwarzen Kopf, ein paar weiße Augen und große weiße Zähne.

Huh! der arme Stieglitz dachte nicht anders, als daß der Teufel selbst ihn packte. Er wollte davonfliegen und hätte sich lieber von dem bösen weißen Vogel als von der schwarzen Hand greifen lassen, aber er verwickelte sich mit seinen langen Nägeln in den Gardinenfranzen. Da zappelte er nun, und die große schwarze Hand packte ihn und eine andre streichelte ihm das rothe Käppchen.

– Wie schlug dem Stieglitz das kleine Herz! Jetzt ist es vorbei, dachte er; wäre ich doch lieber zu Hause bei meiner Frau geblieben... Nun machen sie mich todt!

Aber die große schwarze Hand, die einer Mohrin gehörte, brachte ihn zu einer Frau, die war ihre Herrin, und zu seiner Freude sah der Stieglitz, daß diese ganz weiß war, ja er hörte, daß sie sogar deutsch sprach.

Die Sache verhielt sich nämlich so: Stieglitz befand sich bei einer deutschen Pflanzerfamilie, die viele Mohren und Mohrinnen als Sklaven hatte.

An seinen Gesangsunterricht dachte der Stieglitz gar nicht mehr, ja er war nur froh, als die Hausfrau ihn in einen Käfig setzte, ihm Hanf und Wasser gab und zu ihrer Dienerin sagte, sie wolle sich den Stieglitz zahm machen, denn sie habe ihn sehr gern, weil er ja aus ihrem Vaterlande komme.

– Hier mußt du klug sein! dachte Stieglitz. Und er stellte sich, als sei er schon ganz zahm und ließ sich alle Tage von der Hausfrau liebkosen, so viel sie wollte. Dabei guckte aber der Schelm immer nach dem Fenster, und als er eines Tages gewahrte, daß dieses offen stand, war er draußen in der freien Luft, eh' sich Einer dessen versah.

– Kiriwitt! sagte er, sich dem Hause gegenüber auf einen Baum setzend. Ihr kriegt mich nicht wieder!

Die Frau aber lief zu ihrem erwachsenen Sohn, der gerade von der Jagd kam, und sagte ihm, daß der Stieglitz entwischt sei und im Baume sitze. Dieser lockte ihn mit allerlei Leckerbissen, Stieglitz aber rief: ich bin nicht so dumm, wie Ihr glaubt! und hüpfte vergnügt im Baume herum.

Da wurde der Sohn so böse, daß er seine Flinte vom Nacken nahm und eh' Stieglitz daran dachte, hörte er einen Schuß und sah, wie der Hagel um ihn her in die Zweige schlug.

– Jetzt machst du dich aus dem Staube! sagte er für sich, flog eine halbe Meile weit weg und ruhte dann aus.

– Ich glaube, dachte er hier, du begiebst dich wieder auf den Heimweg. Hier in dem fremden Lande blüht dein Glück doch nicht; Pulver hast du nun schon gerochen und wenn die ungebildeten bösen Vögel dich wieder zu sehen bekommen, so ergeht es dir auch schlecht.

So flog er denn wieder zum Hafen zurück und sah zu seiner Freude, wie gerade dasselbe Schiff wieder auslaufen wollte, mit dem er gekommen war.

– Kiriwitt! Nehmt mich mit! rief er, flog ihm nach und setzte sich an seinen alten Platz im Mastkorb.

Also kam denn der Stieglitz wieder heim und flog in den Wald, um reuig zu seiner geschiedenen Frau zurückzukehren.

Als er aber in den Erlenbaum kam, da lag seine arme Frau im Sterben. Die hatte sich so viel um ihn gegrämt, daß sie schwer krank geworden war.

Stieglitz setzte sich auf den Rand des Nestes und küßte seine gute Frau, sie aber konnte ihm nur noch einen Blick zuwerfen, und dann war sie todt.

– Das habe ich nun von meiner Thorheit! sagte Stieglitz, sich mit dem einen Fuß die Augen wischend. Hätte ich nur zu schätzen gewußt, was ich besaß, so wäre ich jetzt glücklich!

Und Stieglitz begrub seine arme Frau unten am Fuße des Erlenbaums; dann aber setzte er sich auf den Rand seines Nestes, weinte drei Tage lang und grämte sich so sehr, daß sein rothes Käppchen ganz blaßgelb wurde. Alle seine schönen Federn verlor er, und als es Herbst wurde und die Blätter von den Bäumen fielen, da war auch der Stieglitz todt und lag erstarrt auf dem Grabe seiner Frau.

Diese Geschichte ist buchstäblich wahr und jeder Stieglitz kann sie Euch erzählen.


Story DNA

Moral

True happiness is often found in appreciating what one has, rather than constantly seeking novelty or perceived perfection elsewhere.

Plot Summary

A young, self-important goldfinch, suffering from 'Weltschmerz,' finds his life boring and decides to marry, only to quickly abandon his wife and children due to his discontent. He travels to America, seeking fame as a singing teacher, but is ridiculed by local birds and captured by humans. After escaping, he realizes his folly and returns home, only to find his abandoned wife dying of grief. Overcome with regret, he mourns her until he too dies on her grave, a tragic consequence of his superficial pursuit of happiness.

Themes

discontentmentthe search for happinessregretthe value of home

Emotional Arc

pride to humility to sorrow

Writing Style

Voice: third person omniscient
Pacing: moderate
Descriptive: moderate
Techniques: direct address to reader, personification

Narrative Elements

Conflict: person vs self
Ending: tragic
Magic: talking animals, birds exhibiting human emotions and societal structures (marriage, divorce, emigration, teaching)
the goldfinch's red cap (symbolizing pride/identity)the nest (symbolizing home and domesticity)America (symbolizing the elusive promise of a better life)

Cultural Context

Origin: German
Era: 19th century

The story reflects 19th-century German societal views, including a sense of cultural superiority and the existence of slavery in colonial territories, which would have been known to contemporary readers.

Plot Beats (12)

  1. A young goldfinch, Stieglitz, is 'blasé' and unhappy with his life, complaining to his friend, a siskin.
  2. He decides to marry to find distraction, choosing a young widow with an existing nest to avoid building one himself.
  3. After a brief honeymoon, he finds married life and raising children boring and blames his wife for his unhappiness.
  4. He divorces his wife, who sadly accepts, believing he will return when he realizes his mistake.
  5. Stieglitz decides to travel to America to become a famous singing teacher, stowing away on a ship.
  6. In America, he encounters a group of parrots, attempts to teach them 'German art' of singing, but is ridiculed and attacked.
  7. He flees into a house, is captured by a Black servant, and caged by a German woman who wants to tame him.
  8. Stieglitz feigns tameness and escapes through an open window, only to be shot at by the woman's son.
  9. Realizing the dangers and disappointments of his quest, he decides to return home to his former wife.
  10. He finds his wife on her deathbed, having fallen ill from grieving his absence.
  11. His wife dies in his presence, and Stieglitz is overcome with profound regret for his foolishness.
  12. He buries his wife, mourns her for three days, losing his colors and feathers, and eventually dies of sorrow on her grave.

Characters

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The Goldfinch

bird young adult male

A small, plump bird, initially appearing self-important and 'thick' due to puffed-up feathers. He has a distinctive red cap on his head and proud yellow feathers in his wings. He loses all his beautiful feathers and his red cap turns pale yellow by the end of the story.

Attire: Natural bird plumage: bright yellow feathers in his wings, a prominent red cap on his head. These are his inherent markings, not clothing.

Wants: To find happiness and escape boredom. He believes change, marriage, or travel will cure his 'Weltschmerz' (world-weariness).

Flaw: Self-absorption, inability to appreciate what he has, restlessness, and a constant search for external solutions to internal dissatisfaction. He is easily bored and critical.

Starts as a blasé, self-important young bird, marries out of boredom, becomes critical and divorces, travels to America seeking fulfillment, faces danger, returns home full of regret, and ultimately dies of grief after his wife's death, having learned to appreciate what he lost.

His bright red cap and proud yellow wing feathers, which later fade.

World-weary, blasé, self-absorbed, restless, critical, regretful. He is initially bored with life, then critical of his wife, and finally deeply remorseful.

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The Siskin

bird young adult male

A typical siskin bird, likely smaller and less brightly colored than the Goldfinch, with greenish-yellow plumage and dark streaks.

Attire: Natural bird plumage, consistent with a siskin's appearance.

Wants: To understand and help his friend, but also to protect his own well-being from negative influences.

Flaw: Avoids prolonged exposure to negativity.

Remains unchanged, serving as a foil to the Goldfinch's initial character.

Its distinct greenish-yellow siskin plumage, contrasting with the Goldfinch's brighter colors.

Sensible, direct, pragmatic, concerned for his friend, but also self-preservative.

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The Goldfinch Wife

bird young adult female

A young, pretty, and righteous goldfinch hen. She is described as being in mourning initially, suggesting a more subdued appearance, but is generally attractive.

Attire: Natural bird plumage, consistent with a female goldfinch. Her 'mourning month' implies a somber demeanor rather than specific attire.

Wants: To be a good wife and mother, to maintain a happy home, and to ensure her husband's happiness, even at her own expense.

Flaw: Her extreme self-sacrifice and inability to stand up to her husband's criticisms, leading to her decline.

Starts as a hopeful young widow, becomes a diligent wife and mother, is unjustly criticized and divorced, and ultimately dies of grief, having remained loving and forgiving until the end.

Her diligent presence in the nest, incubating eggs, or her sorrowful, dying gaze.

Kind-hearted, diligent, devoted, traditional, understanding, self-sacrificing. She is a good homemaker and mother.

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The Parrot Leader

bird adult unknown

A large, gray parrot, described as the one who speaks to the Goldfinch.

Attire: Natural gray parrot plumage.

Wants: To defend its territory and culture from what it perceives as foreign intrusion and criticism.

Flaw: Aggression and intolerance.

Remains unchanged, serving as an obstacle for the Goldfinch.

Its large size and gray plumage, with a powerful beak.

Skeptical, aggressive, proud of its own culture, dismissive of foreign ways.

👤

The Moorish Woman

human adult female

A woman with 'pitch-black' skin, 'coal-black' head, 'white eyes', and 'large white teeth'. Her hands are described as large and black.

Attire: Not explicitly described, but as a slave in a planter's household, her clothing would be simple, functional, and appropriate for labor in a tropical climate, likely made of coarse cotton or linen.

Wants: To follow her mistress's instructions and care for the bird.

Flaw: Her enslaved status.

Remains unchanged, serving as a plot device to capture the Goldfinch.

Her 'pitch-black hand' and 'coal-black head' with 'white eyes' and 'large white teeth', which initially terrify the Goldfinch.

Obedient, gentle (as she strokes the Goldfinch's head), and serves her mistress.

👤

The Planter's Wife

human adult female

A 'completely white' woman, implying European descent, likely German given her language and the story's context.

Attire: As the mistress of a planter family, she would wear practical but respectable clothing suitable for a colonial setting, likely a cotton or linen dress, perhaps with a simple apron, reflecting her German origin and status.

Wants: To keep the Goldfinch as a pet because it reminds her of her homeland.

Flaw: Her attachment to the bird leads to its capture and later her son's aggressive pursuit.

Remains unchanged, serving as a temporary captor for the Goldfinch.

Her 'white' appearance, contrasting with her servant, and her act of placing the Goldfinch in a cage.

Kind, sentimental (due to the Goldfinch being from her homeland), and desirous of taming the bird.

👤

The Planter's Son

human adult male

An adult man, returning from hunting. His appearance would be consistent with a European (German) planter's son in America, likely sturdy and practical.

Attire: Practical hunting attire of the period, likely sturdy linen or canvas trousers and a shirt, perhaps a waistcoat, and boots. He carries a rifle.

Wants: To recapture the Goldfinch after it escapes, driven by anger at its defiance.

Flaw: His anger and impulsiveness, which lead him to shoot at the bird.

Remains unchanged, serving as a threat to the Goldfinch.

His rifle, which he uses to shoot at the Goldfinch.

Quick-tempered, determined, and aggressive when provoked.

Locations

Forest Branch

outdoor Implied temperate, possibly spring or summer given the young birds.

A specific branch within a German forest, likely deciduous, where the young Goldfinch initially sits, puffed up and complaining.

Mood: Initially melancholic and self-pitying, later a place of rest.

The Goldfinch's initial complaints about life and his conversation with the Siskin.

tree branch forest canopy leaves other forest birds

Springside with Pebble

outdoor morning Clear, pleasant weather.

The edge of a clear spring, where the Goldfinch sits on a pebble, reflecting on his life and future marriage plans.

Mood: Reflective, self-absorbed, slightly vain.

The Goldfinch's decision to marry a widow with a nest, while admiring himself in the water.

clear spring water smooth pebble water surface reflecting the bird lush bank vegetation

Alder Tree Nest

outdoor Spring/summer for nesting, transitioning to autumn for the tragic end.

A nest within an alder tree, initially belonging to the widowed Goldfinch, which becomes the marital home.

Mood: Initially hopeful, then domestic and tedious, finally sorrowful and tragic.

The Goldfinch's marriage, the raising of his young, his growing dissatisfaction, and ultimately his wife's death and his own demise.

alder tree branches bird's nest woven from twigs and soft materials eggs fledglings leaves changing color

Tropical Plantation House Room

indoor daytime Tropical, humid, bright.

A room in a German planter's house in a tropical region (implied America/Caribbean), with open windows and curtains. It has a cage for the bird.

Mood: Initially terrifying and confusing for the Goldfinch, then safe but confining.

The Goldfinch's escape from aggressive birds, his capture by a 'Moorish' servant, and his temporary imprisonment before escaping again.

open window lace or fabric curtain with fringes bird cage human hands (black and white) simple furniture of a colonial-era house