Lebenslauf Der Scheere
by Hans Wachenhusen · from In der Mondnacht: Märchen
Original Story
Lebenslauf der Scheere.
Eine kleine Scheere lag am Fenster einer jungen Gräfin und ließ sich von der schönen Morgensonne bescheinen. Sie war sehr hübsch und hatte ein paar Ringe vom feinsten Elfenbein.
– Nein, wie schön ich doch bin! rief sie aus, wenn ein Sonnenstrahl recht hell auf sie schien, daß es durch die ganze Stube blitzte. Man sollte glauben, ich sei von purem Gold!... Aber was sage ich! Stahl ist ja noch viel edler als Gold, denn so wie ich blitzt kein Gold auf der ganzen Welt!... Aber ich bin auch eine sehr vornehme Scheere, und ich kann wohl sagen, daß meine Freundin, die junge Gräfin, recht viel von mir hält!
Während sie so da lag, kam die Stubenmagd herein. Sie sah die schöne Scheere, auf welche sie schon längst ein Auge geworfen hatte, blickte vorsichtig im Zimmer umher, um sich zu überzeugen, ob sie auch allein sei, nahm die Scheere und steckte sie in die Schürzentasche. Weg war sie!
– Willst Du mich wohl wieder hinlegen! rief die Scheere. Ich werde Dir doch nichts nutzen können, denn ich bin es gar nicht gewohnt, mit so groben Händen umzugehen; ich breche sogleich entzwei, wenn mich ein andrer als meine Freundin, die Gräfin, anfaßt.
Aber die Stubenmagd hörte sie nicht und so blieb sie denn in der dunklen Schürzentasche, bis sie oben in der Bodenkammer in einen noch dunkleren Koffer eingeschlossen wurde. Da lag sie bis zum Sonntag, wo sich die Stubenmagd anputzte, die Scheere wieder in die Tasche steckte und ausging.
Eine Stunde darauf befand sie sich in einer ganz andren Gegend der Stadt und in den Händen einer jungen Stickerin.
– Ach, das ist ja eine kleine prächtige Scheere! rief diese, sie betrachtend und fuhr mit den Fingern in die beiden schönen Elfenbeinringe.
– Ja, das will ich meinen! sagte die Scheere; aber viel Nutzen werden Sie nicht von mir haben, denn ich bin nur gewohnt, mit sehr vornehmen Fingern umzugehen, und wenn meine Freundin, die Gräfin, wüßte – – –
– O, das wollen wir doch sehen! sagte die Stickerin und benutzte sie gleich bei ihrer Arbeit. Siehst Du, fuhr sie fort, es geht ganz gut, und wir werden auch schon Freundinnen werden!
– Das glaube ich nicht, antwortete die Scheere, denn wir haben eine zu ungleiche Erziehung; und dann ist auch das Zeug, das Sie hier sticken, lange nicht zart genug; so grobe Arbeit bin ich gar nicht gewohnt!
Aber es ging Alles doch recht gut und die Scheere fügte sich endlich in ihr Schicksal.
– Was Sie für ein niedliches Wesen sind! sagte eines Tages der Stickpfriem, der neben ihr auf dem Tische lag und auch ganz hübsch war, denn er war von ganz blitzblankem Stahl und hatte einen Kopf von rothen Corallen, in welchen ein Gesicht geschnitten war. Auch hatte er Augen, in denen ein paar vergißmeinnichtblaue Perlen saßen.
– Ja, man findet meines Gleichen auch so leicht nicht! antwortete die Scheere stolz.
– Ich bin aber auch nicht übel, fuhr der Stickpfriem fort; sehen Sie nur, wie schlank und blank ich bin, und dann betrachten Sie nur mein Gesicht; es hat recht aristokratische Züge, nicht wahr!
– Es ist mir nur zu roth, antwortete die Scheere; im Uebrigen sind Sie ganz passabel.
– Meinen Sie nicht, daß wir ein recht hübsches Paar geben würden? fragte der Stickpfriem.
– Ein Paar? Wohin denken Sie? rief die Scheere. Nein, wenn ich mich hätte verändern wollen, so hätte ich es schon längst thun können.
– Ei, sind Sie denn so spröde, meine Gnädige? fragte der Stickpfriem.
– Nein, das nicht; aber ich will mich nicht übereilen, denn verheirathen kann ich mich jederzeit; es fehlt mir, Gott sei Dank, nicht an Anträgen!
– Wenn das nur gewiß ist! sagte der Stickpfriem zweifelnd.
– Was Sie sich denken! rief die Scheere sehr vornehm. Ich habe schon so viel Anträge gehabt, daß ich sie gar nicht zählen kann; noch ganz zuletzt bei meiner Freundin, der Gräfin, mußte ich einen solchen ablehnen. Der Vater der Gräfin hatte nämlich sieben ganz feine und noble Rasirmesser, die wohnten alle in einem Hause, das inwendig ganz mit rothem Sammet austapezirt und mit einem großen Trumeau versehen war. Es waren sieben Brüder, alle von sehr guter Herkunft; der Eine hieß Lundi, der Andre Mardi, der Dritte Mecredi u. s. w. Alle wollten sie mich gern haben, und namentlich ist der Jüngste, er heißt Samedi, recht unglücklich um meinetwillen geworden; aber ich wollte keinen Unfrieden zwischen den Brüdern anstiften, sonst hätte ich ihn wohl genommen, denn Platz hätte der junge Samedi in seinem hübschen Häuschen wohl noch für eine Frau gehabt. Der Arme ist nun aus Gram ganz rostig geworden, zu gar nichts mehr zu gebrauchen und wird es wohl nicht mehr lange machen.
Dem armen Stickpfriem that dieser Korb recht weh. Er wiederholte noch einmal seinen Antrag, bekam aber wieder eine abschlägliche Antwort. Das schmerzte ihn so, daß er klare Thränen vergoß und sich seine beiden blauen Vergißmeinnichtsaugen aus dem Kopfe weinte. Jetzt war er also blind, und da sie sehr herzlos war, konnte er nicht einmal erwarten, daß die Scheere ihn jetzt aus Mitleid nehmen werde.
Vierzehn Tage hindurch verschloß er den Gram in seiner Brust, dann aber konnte er es nicht länger aushalten.
– Ich muß meinem Leben ein Ende machen, wenn Sie sich meiner nicht erbarmen wollen, klagte er der Scheere. Blind bin ich nun schon um Ihretwillen geworden, das Leben hat also gar keinen Reiz mehr für mich!
– Das bedaure ich sehr! antwortete die Scheere recht herzlos. Aber wer kann für seine Gefühle!
Der Stickpfriem faßte innerlich den Entschluß, nunmehr vom Leben zu scheiden, und da er gerade am offnen Fenster lag, so sprang er hinaus, um entweder auf dem Steinpflaster das Genick zu brechen oder in den Wellen des Rinnsteins seinen Tod zu finden.
Und richtig geschah das erstere. Er brach den Hals und der schöne Corallenkopf sprang mitten auseinander.
– Da sieht man wieder, wohin eine unglückliche Liebe führen kann! sagte die Scheere, ihm nachblickend. Wer hat ihn auch geheißen, sich in mich zu verlieben! Weiß Gott, ich konnte ihm doch nicht helfen!
Darauf schaute sie in den kleinen Spiegel, der neben dem Nadelkissen angebracht war, und fand sich sehr schön.
– Es ist kein Wunder, wenn sich Alles in mich verliebt! sagte sie; aber umsonst bin ich auch nicht so schön!
Inzwischen ward es Abend. Der Nähtisch wurde zugeklappt, und die Scheere meinte: Nun, da es dunkel ist, kannst Du schlafen! – – – Und sie schlief und dachte mit keinem Gedanken an den unglücklichen Stickpfriem.
Am Morgen aber wartete sie vergebens, daß der Nähtisch geöffnet werden solle. Tage vergingen, der Tisch aber blieb verschlossen, so daß der armen Scheere endlich schon ganz bange wurde. Sie wußte ja nicht, daß ihre Herrin, die Stickerin, in der Nacht gestorben war, daß Leute gekommen, die das Zimmer versiegelten, und acht Tage lang kein Mensch hereinkam.
Endlich am neunten Tage ward der Nähtisch geöffnet. Die Scheere sah zu ihrer Verwunderung wohl zwanzig Menschen im Zimmer und Einer war unter ihnen, der einen Hammer in der Hand hielt; es war der Auctionator, der den kleinen Nachlaß der Stickerin versteigerte.
Alles wurde nun zu Spottpreisen verkauft, und die schöne Scheere fiel – man denke sich! – für zwei Groschen einer armen Nähterin zu.
– Fassen Sie mich nicht an! rief ihr die Scheere zu; ich passe gar nicht für Sie; es war auch schon unter meiner Würde, als ich mich bei einer Stickerin aufhielt. Sie wissen gar nicht, wer ich bin, sonst hätten Sie viel mehr für mich gegeben. Wenn meine Freundin, die Gräfin, hier gewesen wäre, sie hätte hundert Thaler für mich bezahlt!
Um den Händen der Nähterin zu entgehen, machte die Scheere einen Sprung vom Tisch, und – o weh! – sie brach einen von ihren Elfenbeinringen!
– Wie Schade! rief die Nähterin. Aber das läßt sich noch flicken!
Sie nahm die Scheere und das Stück, welches aus dem Ring gebrochen war und ging zu einem Drechsler, der mußte einen andern Ring einsetzen.
So kam die Scheere zu der Nähterin. Schön war sie noch immer, obgleich sie schon geflickt war.
Bei der Nähterin machte sie nun die Bekanntschaft eines Federmessers, das eine recht niedliche Perlemutterschale und auf derselben ein Vergißmeinnicht von Neusilber hatte.
Das Unglück wollte, daß auch das Federmesser sich in die Scheere verliebte und sie fragte, ob sie nicht ein Paar werden wollten.
– Ach, dann hätte ich wohl auf Sie zu warten brauchen! rief die Scheere hochmüthig. Aber ich will Ihnen doch einen guten Rath geben: es sind schon Viele um meinetwillen an gebrochenem Herzen gestorben; sehen Sie sich nur vor, daß es Ihnen nicht auch so geht, es sollte mir Leid um Sie thun!
– So? Na, da wäre ich doch neugierig! rief das Federmesser. Erzählen Sie mir doch!
Und nun erzählte die Scheere von dem jungen Samedi, der um ihretwillen ganz rostig geworden und wenn er noch lebe, es gewiß nicht lange mehr machen werde, und von dem Stickpfriem, der sich um ihretwillen die beiden Vergißmeinnichtaugen ausgeweint und sich endlich aus unglücklicher Liebe zum Fenster hinausgestürzt habe.
– Sie haben also alle Ursache, auf Ihrer Hut zu sein, schloß die Scheere ihre Erzählung, zumal Sie auch ein Vergißmeinnicht tragen, das mich lebhaft an den armen Stickpfriem erinnert. – Ich bin zu schön, als daß sich ein Federmesser auf mich Hoffnung machen könnte! setzte sie stolz hinzu.
– Nun, mit Ihrer Schönheit geht es doch noch an; es giebt noch viel Schönere als Sie. Sehen Sie doch nur, Sie sind ja schon geflickt! sagte das Federmesser auf den einen Ring zeigend.
– Das ist kein Fehler, entgegnete die Scheere; das ist so Mode, es sieht interessant aus... Vergessen Sie mich nur, denn sonst bricht Ihnen am Ende auch noch das Herz; Beispiele sind da!
– Ich werde mich hüten! antwortete das Federmesser verletzt, denn eine zurückgewiesene Liebe ist kein Spaß, die kann die besten Freunde erzürnen; davon sind auch schon Beispiele da.
So redeten die Scheere und das Federmesser von dem Augenblick ab kein Wort mehr mit einander, und wenn die Scheere nach der Ursache dieser Feindschaft gefragt wurde, antwortete sie, das Federmesser sei verwegen genug gewesen, das Auge zu ihr zu erheben, und da sie ihm einen Korb habe geben müssen, so seien sie böse auf einander geworden. Die Scheere hätte über diesen kitzlichen Punkt auch wohl lieber schweigen können, aber sie war ja ein Frauenzimmer.
Als das Quartal zu Ende ging, konnte die Nähterin ihre Miethe nicht bezahlen, mußte über Hals und Kopf ausziehen, und der Hauswirth nahm ihre Sachen in Beschlag, unter diesen auch die kleine Scheere, die nun in die rauhen Hände einer Schlosserfrau wanderte, an welche sie verschenkt wurde. Diese Frau hatte viele Kinder, die immer mit der hübschen Scheere spielten und ihr endlich beide Ringe abbrachen. Der Schlosser wußte indeß zu helfen und machte ihr ein paar Ringe von Draht, so daß sie wenigstens noch zu gebrauchen war.
– Das ist das Loos des Schönen! Jetzt ist mein ganzer Stolz dahin! seufzte die Scheere und weinte; ich glaube nicht, daß ich dies lange überleben werde!
Aber man stirbt doch nicht immer sogleich vom Gram. Die Scheere lebte noch weiter und hatte sie keine Elfenbeinringe mehr, so prahlte sie doch damit, daß sie welche gehabt hatte, und erzählte einer knöchernen Nadelbüchse alle Tage von den vielen Eroberungen, die sie gemacht, von dem unglücklichen jungen Samedi, dem Stickpfriem und dem Federmesser, von welchem letzteren sie der Nadelbüchse vorlog, es habe sich aus unglücklicher Liebe zu ihr vergiftet.
– Man muß nicht Alles glauben, was die Leute prahlen! sagte die Nadelbüchse zum Troste für sich selbst, denn um sie hatte sich noch nie Jemand ein Leid's angethan.
Eines Tages nun hatten die Kinder draußen vor der Hausthür mit der Scheere gespielt und ließen sie auf der Straße liegen. Ein Mädchen kam vorbei, nahm sie mit und brachte sie ihren Eltern. So kam die Scheere in das Haus eines Sattlers.
– Wie ordinär es hier nach Leder riecht! sagte die Scheere, als sie in der Arbeitsstube des Sattlers neben mehren Werkzeugen lag. Diesen Geruch ertrage ich nicht, meine Nerven sind für eine solche Atmosphäre viel zu fein!
– Nur nicht so zimperlich, Fräulein Scheere! rief eine kleine Zange neben ihr; wirst's schon gewohnt werden, und so fein siehst Du mir auch eben nicht aus, daß Du etwas Besseres wärest als wir Andern!
– O ja, ich bin aus sehr vornehmem Hause! Gott, wenn meine Freundin, die Gräfin, wüßte, daß ich hier bin! – – – Uebrigens habe ich gar nicht die Ehre, Sie zu kennen, antwortete die Scheere, sich umdrehend. – – – Das ist gar kein Umgang für eine gebildete Scheere, wie Du bist! sagte sie zu sich selbst; die Zangen haben immer ein so böses Maul!
Da erblickte sie auf ihrer andren Seite eine Sattlerahle, die ein ganz neues Heft hatte. Sie wollte ihren Augen nicht trauen, als sie in derselben den ehemaligen Stickpfriem erkannte.
– Gott, wie ist der Arme heruntergekommen! sagte sie für sich – – – – Aber ist's denn möglich, sind Sie noch am Leben? Sie glauben nicht, wie mich das freut! rief sie dem ehemaligen Stickpfriem zu. So können wir ja jetzt unsere alte Bekanntschaft erneuern!
Aber der ehemalige Stickpfriem erkannte sie nicht mehr oder wollte sie nicht mehr kennen; er war nämlich seit jener unglücklichen Geschichte ganz tiefsinnig geworden und jedesmal wenn er ein Stück Leder vor sich sah, bohrte er sich tief hinein aus reinem Lebensüberdruß. So war er denn dem Leder recht gefährlich.
Die Scheere dachte nun bei sich: im Grunde sieht er doch noch ganz reputirlich aus; vielleicht könnte doch noch ein Paar aus uns werden! – Sie ließ sich dies auch ganz gut merken, er aber haßte Alles, was ihn umgab, und von der Scheere wollte er erst recht nichts wissen. Ja, die Letztere vergaß sich in ihrer Heirathssucht, um nur an den Mann zu kommen, so weit, daß sie ihm ganz unzweideutige Anerbietungen machte, und daß die Zange sich genöthigt sah, ihren Mund aufzuthun und den übrigen Werkzeugen zu erzählen, ein solches Frauenzimmer sei ihr noch gar nicht vorgekommen, man müsse auf seinen Ruf bedacht sein und sich ja nicht mit ihr abgeben, denn sie habe dem ehemaligen Stickpfriem Heirathsanträge gemacht, vor denen jedes sittsame Frauenzimmer erröthen müsse.
So kam es denn, daß Keiner mit ihr umgehen wollte und die Scheere immer allein blieb. Einmal wurde ihr aber doch die Zeit lang, sie mischte sich unter die Andern, wurde von diesen jedoch so gedrängt und gestoßen, daß sie auf die Erde fiel und ihre eine Spitze brach.
– Das ist mein Letztes! rief die Scheere, vor Schmerz laut aufschreiend. Schickt nur schnell nach dem Doctor, sonst bin ich gar nicht mehr zu heilen!
– Bring' das schlechte Ding auf den Boden und wirf es zu dem alten Eisen! sagte die Sattlerfrau, ihrer Tochter die Scheere gebend. Diese trug sie auf den Boden und warf sie in einen Kasten, in welchem lauter alte verrostete eiserne Werkzeuge lagen.
– Die müssen hier alle von recht altem Adel sein, sagte die Scheere, sich in dem großen, offenen Kasten umschauend; sie sehen alle so ehrwürdig verrostet aus!
Mit diesem Gedanken tröstete sich die Scheere und fing alsbald an, ihren Nachbarn, alten verrosteten Nägeln, Feilen und Haken, von ihren früheren Eroberungen zu erzählen. Die aber waren alle sehr mürrisch und sprachen Tage lang kein Wort. Endlich wurde auch die Scheere immer stiller, denn es regnete durch das Dach in den offenen Kasten, und als sie sich eines Morgens besah, war sie über und über voll Rostflecken.
– Ich glaube, ich fange auch schon an, alt zu werden, sagte die Scheere zu sich; es wird wohl Zeit, daß ich mich mit höheren Dingen beschäftige! –
Und da wurde denn die Scheere fromm und sprach den ganzen Tag hindurch von nichts als vom ewigen Himmelreich. –
Story DNA
Moral
Excessive pride and vanity lead to a lonely and diminished existence, as true worth is not found in superficial beauty or perceived status.
Plot Summary
A beautiful, vain pair of scissors, proud of its ivory rings and association with a Countess, is stolen and begins a long descent through various owners and social classes. Throughout its journey, it haughtily rejects suitors, leading one to suicide, and suffers physical degradation as its ivory rings are replaced by wire and it becomes rusty. Despite its diminishing beauty and status, the scissors continues to boast of its past, until it is finally abandoned in a box of old iron, where, covered in rust, it finds solace in piety.
Themes
Emotional Arc
pride to humility
Writing Style
Narrative Elements
Cultural Context
The story reflects the rigid class distinctions and societal expectations of 19th-century Europe, where an object's perceived value was tied to its owner's status.
Plot Beats (15)
- A beautiful, vain pair of scissors, made of fine steel and ivory, boasts of its noble origins and friendship with a Countess.
- A chambermaid steals the scissors and locks it in a trunk, later taking it to a new part of town.
- The scissors are given to an embroiderer, where it is put to work and eventually accepts its new fate.
- The scissors meet a handsome awl, who proposes marriage, but the scissors haughtily rejects him, boasting of past noble suitors.
- The awl, heartbroken, blinds himself with tears and then commits suicide by jumping out the window, breaking his coral head.
- The embroiderer dies, and the scissors are sold at auction for two groschen to a poor seamstress, breaking an ivory ring in protest.
- The broken ring is replaced with a new one by a turner, and the scissors meet a penknife, whom it also rejects with pride, recounting the awl's tragic fate.
- The penknife, offended, refuses to speak to the scissors, and the scissors' reputation suffers among the other tools.
- The seamstress cannot pay rent, and the scissors are seized by the landlord and given to a locksmith's wife.
- The locksmith's children play with the scissors, breaking both its ivory rings, which are replaced with crude wire rings by the locksmith.
- The scissors lament its lost beauty but continues to boast of its past conquests to a bone needle case, fabricating a story about the penknife's death.
- The children leave the scissors in the street, where it is found by a girl and brought to a saddler's workshop.
- The scissors complain about the smell of leather and the common tools, then recognizes the awl, now a cynical saddler's awl, who ignores its attempts to reconnect.
- The scissors makes inappropriate advances towards the awl, leading the other tools to shun it.
- The scissors falls, breaks a tip, and is thrown into a box of rusty old iron, where it eventually rusts and turns to piety, speaking only of heaven.
Characters
Die Scheere
Initially a small, very pretty pair of scissors. Over time, her fine ivory rings are broken off and replaced with wire rings. Eventually, she becomes covered in rust spots and loses one of her points.
Attire: Not applicable, as she is an object. Her 'adornments' are her ivory rings.
Wants: To maintain her perceived high status and beauty, to be admired, and later, to find a 'suitable' partner.
Flaw: Her extreme vanity, pride, and snobbery, which alienate others and prevent her from forming genuine connections. Her inability to adapt to changing circumstances.
Starts as a vain and proud object, believing herself superior. She is stolen, passed through different hands, suffers physical damage (losing her ivory rings, gaining wire ones, breaking a point, rusting), and experiences rejection. She never truly learns humility but eventually becomes resigned and hypocritically pious in her old age, still clinging to past glories.
Vain, proud, arrogant, class-conscious, dismissive, self-centered, boastful, later becomes resigned and hypocritically pious.
Die Stubenmagd
A domestic servant, likely of average height and build for her station. No specific distinguishing features are mentioned.
Attire: A practical, dark-colored apron over a simple, functional dress, typical of a housemaid in a German aristocratic household of the 19th century. The apron would have a pocket.
Wants: To acquire a beautiful object she desires.
Flaw: Greed, lack of integrity.
She acts as a catalyst for the scissors' change in fortune but does not have her own arc.
Opportunistic, dishonest, practical.
Die Stickerin
A young woman, likely with nimble fingers suited for embroidery. No other specific physical details are provided.
Attire: A simple, clean dress made of sturdy fabric, appropriate for a working-class embroiderer in a German town of the 19th century. Perhaps a plain shawl.
Wants: To use the scissors for her work and make them useful.
Flaw: None explicitly shown.
She provides a temporary home and purpose for the scissors but does not undergo a personal arc.
Practical, kind, persistent, optimistic.
Der Stickpfriem
Initially described as quite handsome, made of shiny steel, with a head of red coral carved into a face. His eyes are made of two forget-me-not blue pearls. After being rejected, he weeps his eyes out, becoming blind. Later, he reappears as a 'Sattlerahle' (saddler's awl) with a new handle, suggesting a physical transformation or replacement.
Attire: Not applicable, as he is an object. His 'adornments' are his coral head and pearl eyes.
Wants: To win the affection of Die Scheere.
Flaw: Overly sensitive, prone to dramatic despair, easily heartbroken.
He falls deeply in love with Die Scheere, is rejected, and commits 'suicide' by jumping out a window, breaking his coral head and losing his eyes. He later reappears as a 'Sattlerahle' with a new handle, having become deeply cynical and destructive, no longer recognizing his former love.
Initially proud, somewhat vain, romantic, sensitive, deeply emotional, prone to despair. Later, after his 'death' and 'reincarnation', he becomes deeply melancholic and destructive.
Das Federmesser
A penknife, described as 'quite handsome' and 'very well-bred'. No other specific details are given.
Attire: Not applicable, as he is an object.
Wants: To win Die Scheere's affection, then to maintain his dignity after rejection.
Flaw: His pride makes him easily angered by rejection.
He attempts to court Die Scheere, is rejected, and breaks off their friendship, becoming an example of 'spurned love'.
Proud, sensitive, easily offended, values friendship.
Die Zange
A small pair of pliers. No other specific details are given.
Attire: Not applicable, as she is an object.
Wants: To maintain moral order and expose perceived impropriety.
Flaw: Gossipy nature, quick to judge.
She serves as a voice of common sense and moral judgment against Die Scheere's vanity.
Blunt, outspoken, judgmental, practical, gossipy.
Locations
Gräfin's Stube (Countess's Parlor)
A well-lit room in a German noble's residence, likely adorned with fine furnishings, where the morning sun streams brightly through a window. The atmosphere is one of elegance and quiet luxury.
Mood: Elegant, serene, privileged, initially bright and self-important for the scissors.
The scissors' origin point, where they bask in sunlight and express their vanity before being stolen.
Stickerin's Arbeitszimmer (Embroiderer's Workroom)
A modest workroom in a different part of the city, likely less opulent than the Gräfin's parlor, where an embroiderer works. It contains a table with various tools for needlework.
Mood: Busy, industrious, humble, later tinged with unrequited love and drama.
The scissors' new working life begins here, they meet the Stickpfriem, and the tragic love story of the Stickpfriem unfolds.
Sattler's Arbeitsstube (Saddler's Workshop)
A workshop filled with the distinct smell of leather, containing various tools of the saddler's trade. It's a rougher, more utilitarian environment.
Mood: Gritty, practical, industrial, initially disdainful for the scissors, later a place of recognition and further decline.
The scissors arrive here after being found in the street, encountering the Zange and the re-embodied Stickpfriem (Sattlerahle). It's a place of further social degradation for the scissors.
Bodenkammer (Attic Storage)
A dusty, neglected attic space, likely under the eaves of a German house, where old, rusted iron tools are discarded in a large, open wooden chest. Rain leaks through the roof.
Mood: Desolate, forgotten, melancholic, a place of final decline and philosophical reflection.
The scissors' final resting place, where they become rusted and reflect on their life, eventually turning to 'higher things'.